Eine Frau mit Helm auf dem Kopf und Tablet in der Hand drückt Knöpfe an einer Maschine.

Der Beruf des Instandhalters ist viel moderner als viele meinen. Die vielen abwechslungsreichen Bereiche werden im Studium dargestellt. - Symbolbild: Shutter B - stock.adobe.com

Die Instandhaltung ist modern, abwechslungsreich und bietet die Möglichkeit international zu arbeiten. Und dennoch ist ein Studium in der Instandhaltung bei jungen Menschen ungefähr so nachgefragt wie ein warmes Bier auf dem Oktoberfest. Der Begriff "Instandhaltung" wird nicht selten mit einer Person assoziiert, die - mit Schweißperlen auf der Stirn und den Klamotten voll Schmieröl - eine ächzende alte Maschine repariert.

Wer dennoch ein Studium in der Instandhaltung aufnehmen möchte, findet kaum Hochschulen.

Als einer der wenigen bietet Professor Dr. Lennart Brumby ein solches Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mannheim an. In seinem dualen Studiengang "Service Engineering" lernen angehende Instandhalter die speziellen Anforderungen des Aufgabengebiets eines Service-Ingenieurs, Instandhalters und Asset Managers kennen.

 

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Prof. Dr. Lennart Brumby schaut freundlich in die Kamera.
Prof. Dr. Lennart Brumby ist Studiengangsleiter des Studiengangs "Service Engineering" der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim. - Bild: Prof. Dr. Lennart Brumby

Schlechtes Image auf Google

Brumby verzeichnet jedes Jahr nur 20 neue Studierende. Er kennt das Problem mit dem schlechten Image des Instandhalters: "Wenn man nach dem Begriff 'Instandhaltung' googelt, kommen keine ansprechenden Fotos", so der Studiengangsleiter. Dabei sei das Image, das auf Google zu sehen ist, schon so eingestaubt, wie die damalige Berufsbeschreibung selbst: Vor einigen Jahren habe man die Instandhaltung als relativ unkomplex wahrgenommen. Sie hatte einen geringen Ausbildungswert, daher habe es in diesem Bereich auch kaum Studiengänge gegeben. Mit der Zeit sei der Beruf um einiges komplexer geworden. "Technik ist nicht mehr so selbsterklärend", erläuterte Brumby im Interview. Leider seien die Studiengänge heute immer noch rar, da die Nachfrage bei den Studieninteressenten nicht wachse.

Instandhalter als Arzt der Maschine

Dabei biete der Beruf des Instandhalters beste Berufsaussichten und geringe Konjunkturschwankungen: Viele von Prof. Brumbys Absolventen seien schon bald nach dem Studium in eine Führungsposition aufgestiegen. Brumby erklärt, dass ein Instandhalter heute mehr mache als nur ein bis zwei Schräubchen festzudrehen: "Der Instandhalter bildet den perfekten Technik-Mix ab. So ist es zum Beispiel seine Aufgabe, Anlagen und Maschinen funktionsfähiger zu gestalten. Man ist quasi der Arzt der Maschine. Zudem hat man sehr intensiven Kundenkontakt. Man muss nicht nur die Maschine reparieren, sondern vor allem den Kunden ein positives Gefühl geben. Ein großer Erfolgsfaktor des Instandhalters ist ein freundlicher Service.", so der Studiengangsleiter.

Brumby vergleicht den Service mit der Reparatur in einer Autowerkstatt: "Wenn ich mein Auto in eine Werkstatt bringe, was ist mir da besonders wichtig? Reparieren kann mein Auto jeder, aber einen freundlichen und kompetenten Service liefern - das bleibt im Kopf hängen."

Instandhaltung umfasse, neben der Kommunikation, auch ein breites Spektrum an technischen Themen. So zum Beispiel die Mechanische-, die Elektrische- und die Informationstechnik. Im Studium werde den Studierenden ein breiter Fächer an Fachwissen vermittelt, der tief genug sei, um alle Zusammenhänge zu verstehen aber nicht so tief, dass man sich darin verirren könne.

Studierende strömen in das Gebäude der DHBW in Mannheim.
Campus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim. - Bild: DHBW Mannheim

Von Ingenieurwissen bis zur Führungskompetenz

Brumbys Studiengang besteht aus vier Bausteinen: Die Hälfte der Vorlesungszeit werden Ingenieurwissenschaftliche Kompetenzen vermittelt - darunter zum Beispiel Maschinenbau und Konstruktion, Elektrotechnik und Automatisierung, Informatik und Datenbanken sowie Mathematik. Ein Fünftel des Vorlesungsrahmens ist durch Betriebswirtschaftliche Kompetenzen geprägt, darunter Kenntnisse der klassischen BWL, Organisation & Managementtechniken und Projektmanagement. Ebenfalls 20 Prozent der Vorlesungszeit fließen in die Vermittlung von Service-/ Instandhaltungs- und Fachkompetenzen. Die restlichen zehn Prozent befassen sich mit Persönlichkeits- und Schlüsselkompetenzen zum Beispiel in der Kommunikation, dem Konfliktmanagement, der interkulturellen Kompetenz und der Führungskompetenz. 

Serviceeinsätze in Singapur und den USA

Das Studium zum Bachelor of Engineering dauert drei Jahre. Der Wechsel zwischen der Theoriephase an der DHBW in Mannheim und der Praxisphase in den Partnerunternehmen der Studierenden findet alle drei Monate statt. "Meine Studenten kommen in den Praxisphasen immer gut rum", äußert sich der Professor. So werde er fast neidisch, wenn seine Studierenden wieder einmal von einem Serviceeinsatz in Singapur oder den USA erzählen. Insgesamt beschreibt Brumby den Beruf des Instandhalters als sehr reisefreudig, da man – sowohl in Deutschland als auch im Ausland – immer wieder zu seinen Kunden fahren müsse, um nach den Maschinen zu schauen.

Auf die Frage, ob Studieninteressierte eine gewisse Vorbildung mitbringen müssen, entgegnet Brumby: "Auch ohne Vorwissen lässt sich der Studiengang gut meistern. Das entsprechende Fachwissen wird von uns als Hochschule vermittelt. Die meisten meiner Studenten haben das allgemeine Abitur erworben und somit keine spezifischen Fachkenntnisse. Einige meiner Erstsemester sind bereits im privaten Bereich Bastler und Tüftler an Auto und Moped oder dem Computer. Eine gewisse Begeisterung für Technik ist bei allen vorhanden."

Drei Bildungswege zum dualen Studium

Das Studium zum Service Engineer an der DHBW in Mannheim lässt sich durch drei verschiedene Bildungswege aufnehmen:

Wer sich für ein duales Studium bewerben möchte, kann seine Bewerbung bei den Partnerunternehmen des Studiengangs einreichen. Darunter zum Beispiel Audi, Siemens, Deutsche Bahn, Liebherr, Infineon, Wisag und Bilfinger.

Jonas Riether vor Sträuchern und Bäumen im Sonnenschein.
Jonas Riether ist seit Oktober 2020 dualer Student bei Wisag. - Bild: Wisag

Im dualen Studium bei Wisag

Als einer der führenden deutschen Industriedienstleister bietet Wisag seit einem halben Jahr ein duales Studium im Bereich der Instandhaltung an. Im Oktober 2020 begann Jonas Riether sein Studium bei Wisag. Er ist für den Studiengang Service Engineering bei Professor Dr. Brumby an der DHBW in Mannheim eingeschrieben. Aus eigener Neugier bewarb er sich zusammen mit einem Freund bei Wisag und erhielt kurzfristig den Studienplatz. Für ihn war klar: "Wenn ich etwas mit Technik mache, dann studiere ich dual", so Riether. "Ein klarer Vorteil des dualen Studiums ist es, dass ich gelerntes direkt in die Praxis umsetzen kann und alles eng miteinander verzahnt ist", fährt er fort.

Besonders interessant sei der Beruf für den Student, wegen seiner Vielseitigkeit. "Als Instandhalter ist man extrem flexibel und muss oft spontan reagieren. Der gemachte Plan sieht in der Realität manchmal ganz anders aus, darauf muss man spontan handeln. Der Studiengang selbst fordert viel Disziplin, da er sehr breit aufgestellt ist. Das Spektrum reicht von chemischen Themen über technische Sachen bis hin zu Ingenieur-Fachwissen", erklärte er.

Berufserfahrung wichtiger als Schulabschluss

Ingrid Altmann lächelt freundlich in die Kamera.
Ingrid Altmann ist stellvertretende Personalleiterin bei Wisag. - Bild: Wisag

In seiner Praxisphase werde der Student mehrere Standorte des Unternehmens besuchen, um verschiedenste Kunden und Aufgaben kennenzulernen. Die stellvertretende Personalleiterin Ingrid Altmann erläutert dazu gegenüber INSTANDHALTUNG: "Die Möglichkeit sich an anderen Standorten mit den Leuten vor Ort zu vernetzen bietet unseren Studenten einen großen Mehrwert. Sie kommen rum und sehen dabei sehr viel. Das ist auf Grund der Corona Pandemie aktuell leider nicht möglich aber wir hoffen, dass sich die Lage bald wieder verbessern wird. Uns ist es wichtig, dass die Studenten eine gewisse Neugierde und Offenheit mitbringen, wenn sie bei uns anfangen. Sie werden nicht drei Jahre an denselben Ort gebunden sein."

Um einen Studienplatz in der Instandhaltung bei Wisag zu erhalten, seien gute Mathe-, Chemie- und Physikkenntnisse zwar von Vorteil, jedoch lege die stellvertretende Personalleiterin nicht nur auf die entsprechenden Schulnoten wert: "Berufserfahrung ist mir wichtiger als der Schulabschluss, weil man in der Instandhaltung nicht nur im Büro und in Meetings sitzt, sondern auch auf der Baustelle arbeitet."

Instandhaltung klingt nicht so sexy

Neben Professor Doktor Brumby stellt auch Ingrid Altmann fest, dass der Studiengang zum Instandhalter nicht so viel Anklang bei den Bewerbern findet wie andere Studiengänge. So erhalte sie auf eine Stellenausschreibung für ein duales Studium im Controlling die doppelte Anzahl an Bewerbungen wie für das duale Studium zum Instandhalter. "Instandhaltung klingt halt nicht so sexy wie Wirtschaftsingenieurwesen. Vielleicht bräuchte man für den Beruf des Instandhalters auch einmal eine moderne englische Bezeichnung", so Altmann.

Jonas Riether sei glücklich in seinem Studium bei Wisag und freue sich darauf verschiedene Kunden und Niederlassungen des Unternehmens kennenzulernen. Insgesamt werde er drei Jahre studieren. Im Anschluss an sein Studium habe er die Möglichkeit bei Wisag auf Projektleiterebene eingesetzt zu werden und fachliche Verantwortung zu erhalten. Später könne er sogar Führungsverantwortung erlangen.

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Steffen Simon steht im Wald und lächelt freundlich in die Kamera.
Steffen Simon ist Senior Expert Maintenance bei Bilfinger. - Bild: Bilfinger

Dual studieren bei Bilfinger

Dr.-Ing. Steffen Simon ist Senior Expert Maintenance bei Bilfinger und betreut die dualen Studierenden im Unternehmen. Im Studiengang "Service Engineer" bietet Bilfinger seinen Studenten einen umfassenden Einblick in die Instandhaltung. Sie lernen dabei alle Bereiche des Betriebs kennen und haben darüber hinaus die Möglichkeit eine Station im Ausland zu absolvieren.

Seine Sicht auf den Beruf des Instandhalters beschreibt der Senior Expert wie folgt: "Instandhaltung ist nicht nur Reparieren: Instandhaltung ist viel mehr und muss ganzheitlich betrachtet werden.", betont Simon. "Aus meiner Sicht macht vor allem die Interdisziplinarität den Beruf spannend und interessant. Es geht nicht mehr nur um die technischen Aspekte, sondern auch um die ökonomischen, kommunikativen, methodischen und juristischen Seiten dieses Berufes.", fährt er fort.

Theorie direkt in die Praxis umsetzen

Geeignet sei das Studium für jeden, der an naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie, Physik und Mathe interessiert ist. Auch Offenheit gegenüber Neuem und EDV-Kenntnisse seien von Vorteil.

Der Senior Expert ist der Meinung, dass ein duales Studium einen großen Mehrwert bringt: "Der Vorteil eines dualen Studiums besteht darin, dass die Theorie, die an der Hochschule vermittelt wird, direkt in die Praxis umgesetzt werden kann. Dadurch, dass die dualen Studenten mit uns im Betrieb zusammenarbeiten, können sie direkt ein Netzwerk knüpfen. Das bietet ihnen die Möglichkeit, unser Unternehmen und unsere Abläufe genau kennenzulernen und von erfahrenen Profis zu lernen. So wird eine erfolgreiche Karriere ermöglicht - viele ehemalige Absolventen sind bei uns mittlerweile in wichtigen Leitungsfunktionen tätig."

Video: Instandhaltung bei Bilfinger

In das Bilfinger Maintenance Concept (BMC) ist das Erfahrungswissen aus mehr als 400 umgesetzten Instandhaltungsanalysen und Optimierungsprojekten eingeflossen.- Inhalt: Bilfinger

Ann-Kathrin Budke lächelt freundlich in die Kamera.
Ann-Kathrin Budke ist die Referentin für Ausbildung bei Piepenbrock. - Bild: Piepenbrock

Auch Piepenbrock bietet duales Studium an

Ann-Kathrin Budke, Referentin für Ausbildung, betreut die Azubis und dualen Studenten bei Piepenbrock. Das Unternehmen bietet bundesweit Gebäudedienstleistungen an – darunter auch Instandhaltungsleistungen. Insgesamt arbeiten in der Instandhaltung bei Piepenbrock 1.125 Mitarbeiter, davon sind 92 Angestellte und 1.033 gewerblich tätig. Der Frauenanteil liegt mit 343 Mitarbeiterinnen bei über einem Viertel.

Die dual Studierenden bei Piepenbrock können neben dem Studium in Wirtschaftsingenieurwesen zwischen den beiden Schwerpunkten Instandhaltung und Facility Management wählen. "Das tolle an einem Studium in der Instandhaltung sind die unterschiedlichen Aufgaben, die der Student bewältigen kann. Die administrativen kaufmännischen Kenntnisse, die Kundenprojekte und das technische Wissen sind eine gute Mischung. Man steht selbst immer wieder vor neuen Herausforderungen.", so Budke.

Video: Instandhaltung bei Piepenbrock

Mit qualifizierten Facharbeitern, Technikern und Ingenieuren sichert Piepenbrock einen effizienten und nachhaltigen Instandhaltungsprozess. - Bildinhalt: Piepenbrock

Kundenbesuche und Auswärtseinsätze

Piepenbrock stellt jedes Jahr zehn bis 13 neue Studenten ein. Die Theoriephasen für die Instandhalter finden an der Hochschule Osnabrück in Lingen statt. Dort erlernen sie die Kenntnisse des Wirtschaftsingenieurwesens. Die Vertiefung zum Instandhalter finde unternehmensintern statt. Das Unternehmen wolle seinen Studierenden in den Praxisphasen einen ganzheitlichen Einblick bieten. Daher würden die Studenten zunächst Eindrücke in verschiedenen Abteilungen sammeln. Zum Beispiel im Prüfservice und in diversen kaufmännische Abteilungen. Später gingen sie auf Kundenbesuche und Auswärtseinsätze.

Die Vorteile des dualen Studiums liegen für Budke auf der Hand: "Wenn ich noch einmal die Möglichkeit hätte, würde ich dual studieren. An der Uni fehlt einem einfach jeglicher Praxisbezug. Ich merke bei meinen Studenten, dass das duale Studium sie super auf das Berufsleben vorbereitet. Jede Theoriephase an der Hochschule wird auf die Praxis bezogen. Zudem sind die Kurse an der Hochschule sehr klein gehalten, sodass eine persönliche Betreuung möglich ist. An einer Uni ist man auf sich alleine gestellt."

Karla Ohler-Martins lächelt freundlich in die Kamera.
Prof. Dr.-Ing. Karla Ohler-Martins ist verantwortlich für das Lehrgebiet "Industrieservice". - Bild: Prof. Dr.-Ing. Karla Ohler-Martins

Industrieservice an der Hochschule Ruhr West

Ein Studium in der Instandhaltung muss nicht dual sein. Professor Dr.-Ing. Karla Ohler-Martins von der Hochschule Ruhr West ist verantwortlich für das Lehrgebiet "Industrieservice". Bei ihr können Studieninteressenten ein Bachelorstudium mit dem Schwerpunkt Industrielles Dienstleistungsmanagement belegen. Hier erhalten die Studierenden ein klassisches BWL-Studium mit Schwerpunkten in der Instandhaltung. "Wir brauchen Betriebswirte, die auch technisches Verständnis haben!", so Ohler-Martins.

Ohler-Martins beschreibt die typischen Instandhaltungsmaßnahmen mit einer Metapher: "Instandhalter sind wir bereits im täglichen Leben, auch wenn es unbewusst ist. Das fängt schon sehr früh zum Beispiel mit der Zahnpflege an und hier begegnen wir den vier grundlegenden Instandhaltungsmaßnahmen nach DIN 31051: Inspektion vor dem Spiegel daheim oder beim Zahnarzt, Wartung durch regelmäßiges Zähneputzen, Instandsetzung durch Entfernung von Karies und Wiederherstellung durch Füllungen sowie Verbesserung durch besseres Füllungsmaterial."

Auch ohne (Fach-)Abitur eine Chance

Ein Studium an der Hochschule Ruhr West könne beginnen, wer über eine Allgemeine Hochschulreife, Fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife verfügt. Wer kein (Fach-)Abitur habe, jedoch eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung vorweisen kann, habe ebenfalls die Chance zu studieren. "Je nach Vorbildung variieren die Möglichkeiten des Studiums.", so Ohler-Martins.

Bereits zu Beginn des Studiums lernen die Studierenden erste technische Grundlagen. Darunter zum Beispiel das Lebenszyklusmanagement und das Instandhaltungsmanagement. In den insgesamt sieben Semester seien vor allem die Themen "Methoden des Instandhaltungsmanagements", "Werkzeuge des Controllings", "Optimieren industrieller Anlagen und Gebäude", "Steuerung von intern und extern erbrachten Industriedienstleistungen" und "Engineering von technischen Dienstleistungen" relevant. Von den sieben Semestern sei eines als Praxissemester in einem Industrieunternehmen vorgesehen.

Praktikum im eigenen Labor

Das Besondere an dem Studium der Hochschule Ruhr West sei vor allem das dazugehörige Labor. "Unsere Studenten sind immer wieder in unserem Labor tätig. Im ersten und dritten Semester finden erste kleine Laboreinheiten statt. Im fünften und sechsten Semester gibt es dann zwei Laborpraktika. Dort beschäftigen wir uns zum Beispiel mit der Ultraschall-Prüfung, der Infrarotthermografie und der Druckluft-Leckage-Ortung. Unsere Labore eignen sich für die Technische Diagnostik, den Industrieservice und das Instandhaltungsmanagement.", erläutert Ohler-Martins.

Wer im Anschluss an seinen Bachelor einen Master machen möchte, kann dies berufsbegleitend tun. Im Masterstudium "Industrieservice-Management" erhalten Studierende Wissen im Bereich Facility Management, Strategisches Management, Industrieservice, technisches Projektmanagement und Qualitätssicherung.

Florian Defèr schaut freundlich in die Kamera.
Florian Defèr ist Ansprechpartner des Zertifikatskurses zum „Chief Maintenance Manager“ an der FIR Aachen. - Bild: Florian Defèr

Zertifikatskurs am FIR Aachen

Es muss jedoch nicht immer gleich ein Studium in der Instandhaltung sein. Wer einen Einblick in das Spektrum der Instandhaltung erhalten möchte, kann einen sechstägigen Zertifikatskurs zum "Chief Maintenance Manager" absolvieren. Dieser wird an der Forschungs- und Ausbildungseinrichtung FIR der Rheinisch-Westfälische Technischen Hochschule (RWTH) Aachen angeboten. Diplom Ingenieur Florian Defèr ist der Ansprechpartner des Zertifikatskurses.

"Der Kurs bietet Betriebsingenieuren, Quereinsteigern und Führungskräften einen Überblick über die vielen Methoden und Ansätze der Instandhaltung. Schwerpunkte bilden das Instandhaltungscontrolling, Risikomanagement und die Führung in der Instandhaltung, insbesondere im Hinblick auf die erweiterten Anforderungen die die Digitalisierung in der Instandhaltung bringt.", so Defèr.

Detektiv, Feuerwehr und Retter der Maschine

Auch er empfindet den Beruf des Instandhalters als vielschichtig: "Wenig andere Berufe in der produzierenden Industrie sind von so viel Abwechslung geprägt, wie der Beruf des Instandhalters. Wenn die Maschine still steht, ist man Detektiv, Feuerwehr und manchmal sogar Retter in der Not in einem. Wenn alles ruhig läuft, kümmert man sich um die Verbesserung von Prozessen, Werkzeugen, Dokumentation und der Anlagen an sich. Dabei ist man immer Vermittler zwischen einer Vielzahl von Anspruchsgruppen und Interessen. Ob das Engineering eine neue Anlage konstruieren will, der Einkauf einen neuen Rahmenvertrag für Gabelstapler abschließen will oder die Produktion ein neues Produkt fahren. Überall braucht man die Abteilung, welche weiß wie sich die Maschinen und Anlagen kostengünstig und zuverlässig am Laufen halten lassen."

Plattform für Austausch und Diskussion

Grundsätzlich benötige man für den Kurs keine explizite Vorbildung. Die Bildung der Teilnehmer reiche von Ausbildungsabschluss, über Bachelorabschluss, bis hin zu Professor- und Doktor-Titeln. Vorwissen sei ebenfalls nicht notwendig aber es sei hilfreich, wenn man bereits ein bis zwei Jahre einen Beruf ausgeübt hat, argumentiert der Diplom-Ingenieur.

Defèr halte seinen Kurs relativ klein. Die Teilnehmerzahl schwanke zwischen acht und 16 Leuten. Ihm sei es wichtig, seinen Teilnehmern eine Plattform zum Austausch und der Diskussion zu geben. Viele nutzen den Zertifikatskurs zudem, um ihr persönliches Netzwerk zu erweitern.

Alles andere als langweilig

Instandhalter. Mit Schmieröl und Baustaub übersäht, reparieren sie angespannt eine ächzende Maschine. Schweißperlen rinnen von ihrer Stirn… – Dieses Berufsbild scheint eingestaubt und alt. Köpfchen, Reiselust und Kommunikationstalent stehen im Schatten von körperlicher Arbeit.

Auch wenn das Image längst überholt ist und der Begriff "Instandhaltung" vielleicht einen Neuanstrich benötigt, scheint ein Studium in der Instandhaltung alles andere als langweilig zu sein. Vielleicht ist es genau das Unbekannte daran, das den Beruf so spannend macht.

Studium und Weiterbildung in der Instandhaltung

- Ansprechpartner -

 

DHBW Mannheim

Prof. Dr. Lennart Brumby

Tel.: +49 (0)621 4105 - 1140

lennart.brumby@dhbw-mannheim.de

 

Wisag

Ingrid Altmann

Tel.: +49 69 505044-747

ingrid.altmann@wisag.de

 

Bilfinger

Dr.-Ing. Steffen Simon

Tel.: +49 172 3557474

steffen.simon@bilfinger.com

 

Piepenbrock

Ann-Kathrin Budke

Tel.: +49 541 5841-420 

a.budke@piepenbrock.de

 

Hochschule Ruhr West

Prof. Dr.-Ing. Karla Ohler-Martins

Tel.: 0208-88254-357

Karla.Ohler-Martins@hs-ruhrwest.de

 

FIR an der RWTH Aachen

Dipl.-Ing. Florian Defèr

Tel.: +49 241 47705-233

florian.defer@fir.rwth-aachen.de

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