| von Stefan Weinzierl

Die führenden Industrieservice-Unternehmen in Deutschland sind 2019 im Durchschnitt um 6,4 Prozent gewachsen. Damit erreichen sie trotz schwacher wirtschaftlicher Rahmendaten das zweite Jahr in Folge ein überdurchschnittlich hohes Wachstum.

Wesentliche Wachstumstreiber waren gehäufte Turnarounds und Shutdowns sowie Lohneffekte aufgrund des Personalmangels. Das ist ein Ergebnis der neuen Lünendonk‐Liste der führenden Industrieservice-Unternehmen in Deutschland, die das Marktforschungs‐ und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder mit Sitz in Mindelheim veröffentlicht hat.

Marktführer ist seit der ersten Liste und damit zum zwölften Mal in Folge Bilfinger. Das international tätige Industrie-Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Mannheim erwirtschaftete 2019 einen Inlandsumsatz von 963,0 Millionen Euro. Dämpfend auf die Inlandsentwicklung 2019 ausgewirkt haben sich angesichts der schwachen Konjunktur in das Jahr 2020 verschobene Projekte.

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Auf Rang zwei folgt die Wisag Industrie Service Holding, die den starken organischen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzt und nun 861 Millionen Euro Umsatz mit 14.326 Mitarbeitern erlöste. Die Top drei komplettiert mit einem Deutschlandumsatz von nun 740 Millionen Euro die Sparte Maintenance and Services von Remondis, die mit den Marken Buchen und Xervon am Markt agiert. Auch Remondis kann den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen.

Currenta nach Gesellschafterwechsel neu im Ranking

Neu im Ranking ist die Betreibergesellschaft des Chempark Leverkusen, Currenta. Die im Park angesiedelten Unternehmen verkauften ihre Anteile an einen externen Investor. Da auch die Monopolleistungen am Standort nur noch einen Minderheitsanteil am Umsatz generieren, erfüllt Currenta erstmals die Listenkriterien und steigt mit einem Umsatz von 470,7 Millionen Euro auf Platz vier ein.

Leadec mit Hauptsitz in Stuttgart gehört wie Bilfinger zu den auch im Ausland stark vertretenen Industrieservice‐Unternehmen. Nach mehreren Jahren des Umsatzrückgangs im Zuge der Neuausrichtung steigerte Leadec erstmals wieder den Umsatz auf nun 387,0 Millionen Euro.

Nur wegen des Neueinstiegs der Currenta verliert auch die Weber Unternehmensgruppe mit Sitz in Pulheim bei Köln einen Platz im Ranking trotz eines starken Wachstums um 37 Millionen Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Weber mit der D&N Kraftwerkstechnik und der D&N Anlagenbau zwei Unternehmen integriert. Auf den Rängen sieben und acht folgen mit einem Abstand von rund 21 Millionen Euro die Kraftanlagen München und Kaefer Isoliertechnik.

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Die Top Ten werden komplettiert von der Kiel Industrial Services mit Sitz in Wesseling bei Köln mit einer Steigerung von 17 Millionen Euro auf nunmehr 236,8 Millionen Euro und Altrad Industrial Services, Lingen. Altrad generierte einen geschätzten Umsatz von 180 Millionen Euro. Bis zum Vorjahr war das 2015 von der französischen Altrad-‐Gruppe übernommene Unternehmen unter dem Namen Hertel Industrie Service am Markt aktiv.

Robur und Yncoris führen zweite Hälfte des Rankings an Auf Rang elf folgt die Robur Industry Service Group, München, mit einem Umsatz von 178 Millionen Euro in Deutschland (+39,8 Prozent). Robur gehört zu den am stärksten wachsenden Unternehmen und hat seit der Gründung im Jahr 2015 zahlreiche Unternehmen integriert, darunter im abgelaufenen Geschäftsjahr die APE Engineering, EAM Software, SSC Baltic Wind und Ynfinity Global Energy Services.

Auch Yncoris aus Hürth bei Köln steigerte sich um knapp 10 Millionen auf nun 141,1 Millionen Euro. Seit dem vergangenen Jahr ist die ehemalige Infraserv Knapsack unter neuem Namen am Markt aktiv und löst sich damit von der Herkunft als Standortbetreiber. Bereits seit mehreren Jahren erwirtschaftet Yncoris mehrheitlich Umsätze mit Instandhaltungsservices außerhalb des Gesellschafterkreises.

Auch die Griesemann Gruppe setzte ihren Wachstumskurs ebenso fort wie die Ebert Hera Esser Holding mit Hauptsitz in Baden-Baden. Auf den Rängen 17 und 18 liegen die InfraServ Wiesbaden Technik und die InfraServ Gendorf Technik, die ausgehend von den Industrieparks Instandhaltungsdienstleistungen anbieten und signifikant für externe Kunden sowie am Standort im Wettbewerb tätig sind.

Auf Rang 20 beschließt die Etabo mit Sitz in Bochum das Ranking mit einem Umsatz von nun 35,2 Millionen Euro. In den Jahren 2018 und 2019 übernahm das Unternehmen die ehemals zu Leadec gehörende Veltec sowie die C. M. Engineering GmbH.

Lünendonk & Hossenfelder

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