Ein Schweizer Taschenmesser - spätestens seit MacGyver der Inbegriff praktischer Anwendbarkeit. Für solchermaßen großen Praxisbezug spricht sich auch Prof. Dr. Lennart Brumby in seiner Kolumne in der Instandhaltung aus.

In seiner Instandhaltungs-Kolumne plädiert Prof.Dr. Lennart Brumby für Lösungen für die konkrete Arbeitserleichterung der operativen Mitarbeiter. Sie seien erfolgsversprechender als die großen Master-Pläne zur umfassenden Digitalisierung und Vernetzung der Instandhaltung. - Bild: Fotos 593 - stock.adobe.com

| von Prof. Dr. Lennart Brumby

"Tempus fugit". Das Jahr ist zwar erst zwei Monate alt, und schon sind wir wieder voll mit unseren to-do-Listen und Terminkalendern beschäftigt. Für den einen bedeutet dies, die regelmäßigen Abstimmungen für anstehende Instandhaltungsarbeiten durchzuführen oder laufende Digitalisierungsprojekte voranzutreiben. Andere müssen vielleicht Anfragen für größere Instandhaltungsaufträge bearbeiten und kalkulieren. Mein Kalender ist bereits gefüllt mit zahlreichen Vorlesungsterminen und Gesprächen zu diversen Studienarbeiten meiner Studierenden.

Doch trotz der vielen Verpflichtungen müssen auch wichtige Großveranstaltungen der Instandhaltungs-Community besucht werden. So war die Messe maintenance in Dortmund mit über 200 Ausstellern und einem neuen Besucherrekord von über 5.300 Fachbesuchern wieder ein voller Erfolg. Diese Messe ist mittlerweile der Branchentreff unserer Community, zu dem ich auch einen Teil meiner Studierenden mitgenommen habe.

Die Studierenden des ersten Semesters waren sichtlich beeindruckt von der Vielfalt der unterschiedlichen Anbieter im Umfeld der Instandhaltung. Dagegen haben die Studierenden des sechsten Semesters viele Gespräche mit Anbietern geführt, wohl schon im Hinblick auf die anstehenden Bachelorarbeiten, die dann im Sommer geschrieben werden müssen. Da lohnt es sich schon jetzt, gute Kontakte zu Experten des jeweiligen Bachelor-Themas zu knüpfen.

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Mein eigener Eindruck bei der diesjährigen Messe maintenance: dieses Mal waren weniger futuristisch-anmutende Techniken als vielmehr sehr praktische und einfach anzuwendende Lösungen zu sehen. Mir sind nur wenige AR- oder VR-Brillen aufgefallen, dafür aber einige sehr beeindruckende Lösungen, wie zum Beispiel Zustandsdaten von Lagern schnell und einfach ausgewertet werden können. Offensichtlich haben einige Innovationen nun ihren Hype-Zyklus so weit durchschritten, dass konkret anwendbare Lösungen angeboten werden können.

Einen ähnlichen Eindruck habe ich auch von den vielen Vorträgen auf den Instandhaltungstagen in Bonn gewinnen können, der wahrscheinlich teilnehmerreichsten Fachkonferenz für Instandhaltung in Deutschland. Auch hier gab es einige interessante Vorträge, die sich kritisch mit Maintenance 4.0, Predictive Maintenance und den Potenzialen der KI in der Instandhaltung auseinander setzten. Aber eben auch mehrere Präsentationen, die wirklich beeindruckende Tools für den Werker vor Ort zeigten.

Und hier ist in meinen Augen auch der wesentliche Schwerpunkt von Smart-Maintenance-Projekten zu setzen: Lösungen für die konkrete Arbeitserleichterung der operativen Mitarbeiter sind erfolgsversprechender als die großen Master-Pläne zur umfassenden Digitalisierung und Vernetzung der Instandhaltung.

Dies sind unter anderem Sensoren für die Zustandsüberwachung, die problemlos zu installieren und anzuwenden sind; oder mobile IT-Lösungen, die einem schnell die benötigten Informationen aufzeigen; oder eine Instandhaltungs-Software, die intuitiv zu bedienen ist. Die Messe maintenance wie auch die Instandhaltungstage in Bonn haben hierfür viele gute Ansätze aufgezeigt.

Allerdings dürfen diese Lösungen nicht wieder neuen zusätzlichen Aufwand bei den Mitarbeitern erzeugen. Wenn die schnell erfassten Sensor-Daten erst auf Papier notiert, um später dann in ein Instandhaltungs- oder ERP-System händisch übertragen werden müssen, bedeutet dies dann wieder einen Mehraufwand, den manche Mitarbeiter dauerhaft ablehnen werden.

Solche Medienbrüche zwischen den verschiedenen Lösungen sollten mehr und mehr der Vergangenheit angehören. Dafür bedarf es dann doch eines sinnvollen Gesamt-Konzeptes zur Vernetzung der unterschiedlichen Instandhaltungs-Lösungen.

"Lösungen für die konkrete Arbeitserleichterung der operativen Mitarbeiter sind erfolgsversprechender als die großen Master-Pläne zur umfassenden Digitalisierung und Vernetzung der Instandhaltung." - Lennart Brumby

Also, "Tempus fugit". Nach der Konferenz ist immer auch wieder vor der nächsten Konferenz. Und dazwischen sind noch zahlreiche Vorlesungen und Seminare zu halten, Studien- und Bachelorarbeiten der Studis sowie Latein-Hausaufgaben der eigenen Kinder zu betreuen. Ich wünsche daher allen Lesern eine gute Hand bei Ihren jeweiligen Smart-Maintenance-Projekten und gleichzeitig bei der persönlichen Work-Life-Balance mit den vielen Aufgaben, die wir alle gut meistern wollen.

Ihr

Lennart Brumby

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Der Autor Prof. Dr. Lennart Brumby

Prof. Dr. Lennart Brumby ist Studiengangsleiter für Service Engineering an der DHBW Mannheim. Der ausgewiesene Instandhaltungs-Experte ist Mitglied im DIN Normungsausschuss Instandhaltung, im EAMC European Asset Management Committee, im FVI Forum Vision Instandhaltung, in der GFIN Gesellschaft für Instandhaltung, im KVD Kundendienst-Verband Deutschland, im VDI Fachausschuss After Sales Service, im VDI Fachausschuss Instandhaltung und WVIS Wirtschaftsverband für Industrieservice. Seine Kolumne erscheint exklusiv beim Fachmagazin Instandhaltung.

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