Hydraulikschläuche im Winter

Die Hydraulik, speziell die Schläuche, sind bei Außeneinsätzen im Winter besonderen Anforderungen ausgesetzt.- Bild: Pirtek

| von Stefan Weinzierl

Dass Maschinen - speziell die im Außeneinsatz - im Winter besondere Anforderungen erfüllen müssen, ist klar. Inwieweit die spezifischen Witterungsbedingungen Material und Funktionalität speziell der Hydraulik-Schlauchleitungen beeinträchtigen und worauf im Winter besonders zu achten ist, ist vielfach unbekannt.

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Nicht einmal Normen wie die DGUV Regel 113-020 (Hydraulik-Schlauchleitungen und Hydraulik-Flüssigkeiten – Regeln für den sicheren Umgang) geben Auskunft.

Sinken die Temperaturen zu tief, kann das Material der Hydraulikschlauchleitungen spröde werden.
Sinken die Temperaturen zu tief, kann das Material der Hydraulikschlauchleitungen spröde werden. - Bild: Pirtek

Die Regel empfiehlt zwar, dass „Hydraulik-Schlauchleitungen […] vor schädigenden äußeren und inneren Temperatureinwirkungen zu schützen“ sind, geht inhaltlich aber nicht ins Detail. Der Hydraulik-Spezialist Pirtek hat Tipps, wie die Schläuche Eis und Schnee schadenfrei überstehen.

Einfluss niedriger Temperaturen auf die Hydraulik

Vorab die gute Nachricht: Gängige Hydraulikschlauchleitungen sind auch im Winter hoch robust. Die Gummimischungen dieser Schläuche halten Temperaturen im Bereich von – 40°C bis + 100°C ohne nennenswerte Beeinträchtigungen stand. Da sowohl in Deutschland als auch in Österreich derart niedrige Außentemperaturen nirgendwo erreicht werden, sind die Gefahren für Hydraulikschläuche bei Kälte hierzulande kein großes Thema.

Dennoch gilt: Wenn Gummi sehr kalt wird, verändern sich seine Materialeigenschaften. Die Schlauch-Innenschichten und Außenschichten bestehen z.T. aus Elastomeren, die sich bei dauerhafter Kälte verändern – im schlimmsten Fall sogar zersetzen. Dann wird der Gummi zäh und ledrig, die Schläuche werden hart, steif und unelastisch. Das Biegeverhalten der Leitungen verliert an Flexibilität, was besonders kritisch bei Stoßbelastungen wird. Brüche und Risse im Gummi entstehen nun leicht.

Je tiefer die Temperaturen sinken und je länger die Schläuche der Hyraulik extremer Kälte ausgesetzt sind, desto gravierender die Folgen. Bei einer Temperatur von weniger als -40°Celsius (je nach Gummimischung und Härte) erreichen die Gummimischungen dann ihren so genannten Glaspunkt. Dieser beschreibt eine Temperatur, bei der das elastische Verhalten des Werkstoffs gegen Null geht, das heißt der Gummi versprödet derart, dass er bei mechanischen Belastungen bricht wie Glas. Typisches Merkmal einer durch Glasbruch zerstörten Schlauchleitung sind feine radiale Risse an der Oberfläche der Schlauchinnen- und Außenschicht.

Hoch gefährlich für Hydraulik: Streusalz und Sole

Während Schnee und Nässe zunächst kein Problem für die Gummiummantelung darstellen, bringt der Winter eine Besonderheit mit sich, die den Witterungsbedingungen geschuldet ist: Streusalz und Sole für die Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum.

Video: Die 7 größten Fehler bei der Auswahl von Hydraulikschläuchen

Diese Streugüter greifen sowohl den Gummi als auch die Armaturen an – und vor allem im Winterdienst stellen sie eine Gefahr für die Hydraulikschlauchleitungen dar. Besonders fatal: Wenn Streusalz kleine Schäden an den Leitungen verursacht, werden Nässe und Schnee doch zur Gefahr, da Feuchtigkeit zu den innen liegenden Druckträgern der Schlauchleitung vordringen kann und diese angreift. Rost entsteht – und zwar relativ flott. Für diese Fälle von nicht völlig intakten und unversehrten Schläuchen stellen Schnee und Nässe dann doch ein Problem dar.

Pirtek empfiehlt daher: Prüfen Sie Ihre Fahrzeuge und mobilen Maschinen vor Wintereinbruch oder lassen Sie sie prüfen. Systematische Prüfung und Erneuerung der Leitungen (nach DGUV Regel 113-020) sind nach wie vor der beste Weg, um plötzliche Defekte und damit verbundene Ausfallzeiten zu vermeiden. Der Winter ist aber generell auch für jene Maschinen, die nicht im Einsatz sind, eine gute Zeit zur Wartung der Hydraulikschlauchleitungen.

Pirtek