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Vom demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel im Handwerk

am 12.11.2013 um 10:31 Uhr

Das Durchschnittsalter der Deutschen steigt. Gründe hierfür ist die steigende Lebenserwartung bei gleichzeitig sinkender Geburtenrate. Mit den Folgen des demografischen Wandels hat die Wirtschaft schon seit Längerem zu kämpfen. Betroffen sind nicht nur Unternehmen, die auf akademischen Nachwuchs angewiesen sind, auch Handwerksbetriebe haben Probleme mit der Rekrutierung geeigneten Nachwuchses.

Handwerk_Hammer_web_R_K_B_by_Lupo_pixelio.de.663915Haben früher noch viele Jugendliche die Schule mit einem Gesamt- oder Realschulabschluss verlassen, so verlässt der Nachwuchs heutzutage die Schule mit dem Abitur in der Tasche. Überhaupt wird dann verstärkt ein Studium angestrebt, statt den Weg in einen Lehrberuf zu gehen. Auch daran haben die klassischen Handwerksbetriebe zu knabbern.

Das Dilemma der Handwerksbetriebe

Das Problem des Fachkräftemangels ist nicht völlig neu, hält es doch schon seit Jahren an. Die Lösung, die einige große deutsche Konzerne für sich gefunden haben, nämlich die Besetzung freier Stellen durch Fachkräfte aus dem Ausland, kann leider nicht auf kleinere bis mittelständische Handwerksbetriebe umgemünzt werden. Hieran scheitert es schon aufgrund der Sprachbarriere, denn Deutschkenntnisse werden in der Branche dringend benötigt.

Hat ein Betrieb weniger Fachkräfte als erforderlich hemmt dies dessen Entwicklung auf lange Sicht. Erst können nicht mehr alle Aufträge angenommen, dann können sie nicht mehr bearbeitet werden. Das wirkt sich negativ auf die künftigen Aufträge aus. In absehbarer Zeit werden bedingt durch den Fachkräftemangel noch keine Betriebe schließen müssen. Dauert der Fachkräftemangel an, so finden alteingesessene Betriebe möglicherweise keinen Nachfolger und müssen deswegen schließen. Das kann sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen auswirken.

Rente mit 70? Jetzt müssen die Alten ran

In einem Interview mit dem Magazin Focus plädierte der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks, Otto Kentzler, für ein Heraufsetzen des Renteneintrittsalters. Seine Worte: “Wer kann, soll bis 70 arbeiten”. Die Rede war hier gewiss nicht von einer 40-Stunden-Woche bis zur Rente. Je nach körperlicher und geistiger Verfassung wären auch Teilzeitlösungen denkbar. Das Handwerk und vor allem die jüngeren Mitarbeiter könnten schließlich vom Know-how der älteren Betriebsangehörigen profitieren.

Doch das kann auch nur mittelfristig den Mangel eindämmen. Letztlich muss das Handwerk wieder attraktiver für Schulabgänger werden. Hier geht es um die Frage nach Karrieremöglichkeiten und vom Betrieb geförderte Weiterbildungen. Kaum jemand möchte in seinem Lehrberuf ein Leben lang tätig bleiben. Auch einem einzigen Unternehmen sind die Deutschen alles andere als treu. Das ergab eine im Jahr 2012 von der Jobbörse StepStone durchgeführte Studie. Auch hier müssen die Betriebe nachlegen, um für ihre Arbeitnehmer auf Dauer attraktiv zu bleiben.

Bild: Lupo – pixelio.de

 
 
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