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Sicherheit im Labor: Sensorhandschuh verfärbt sich bei Gefahr

am 06.02.2014 um 12:37 Uhr

Arbeitsschutz geht vor – vor allem bei gefährlichen Substanzen, die die Gesundheit schädigen können. Bei Arbeiten im Labor ist es besonders wichtig auf die Sicherheit zu achten. Eine neue Schutzausrüstung soll Laboranten nun mehr Sicherheit geben.

Mitarbeiter in Industrie- und Forschungslaboren arbeiten täglich mit gefährlichen Substanzen. Dabei gilt es Vorsicht walten zu lassen. Denn viele Stoffe sind schon in geringsten Konzentrationen lebensbedrohlich. Besonders gefährlich: Einige der aggressiven Substanzen können weder gerochen noch gesehen werden. Um die Gesundheit der Laboranten ausreichend zu schützen, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzausrüstungen zur Verfügung stellen.

Handschuh bekennt Farbe

Bild: Fraunhofer EMFT

Schutzhandschuhe und Messsysteme

Zu den Schutzausrüstungen im Labor gehören Schutzbrille, Laborkittel und Schutzhandschuhe, wie es sie in Fachmärkten oder online unter www.arbeitsschutz-express.de zu kaufen gibt. Sie dienen als mechanische Barriere, um einen direkten Augen- und Hautkontakt zu vermeiden. Ergänzend dazu sind viele Labore mit empfindlichen Messsystemen ausgestattet, die Gefahrenstoffe in der Luft erkennen und Alarm schlagen können. Diese Messgeräte kosten aber nicht wenig und reagieren erst, wenn sich der aggressive Stoff in einem gewissen Radius ausgebreitet hat. Der Mitarbeiter ist bis zum Alarm den schädlichen Substanzen ausgesetzt.

Zusätzlich zu den Messsystemen gibt es einen neuen Sensorhandschuh, der bei Kontamination seine Farbe ändert. Der Handschuh wurde nach dem Prinzip entwickelt, je näher am Laboranten die Gefahrenquelle entdeckt wird, desto effektiver ist er geschützt. Daher muss auch die Schutzausrüstung vor Gefahren warnen können. Die Lösung ist hier ein Sensorfarbstoff.

Sensorfarbstoffe reagieren auf Kohlenstoffmonoxid

Sensorfarbstoffe reagieren auf gesundheitsschädliche Substanzen wie Kohlenstoffmonoxid, indem sie ihre Farbe ändern. Die sogenannten sensorisch aktiven Farbstoffe lassen sich in alle möglichen Materialien integrieren – auch in Textilien. Das Fraunhofer EMFT entwickelte nun einen Handschuh, der erkennt ob sich toxische Substanzen in der Luft befinden. Der Schutzhandschuh wird mit den geeigneten Sensormaterialien ausgerüstet. Wenn Gefahrstoffe vorhanden sind, verfärbt er sich. Der Farbwechsel von farblos (ohne Gefahrstoff) zu blau (mit Gefahrstoff) warnt den Mitarbeiter umgehend.

Um die Handschuhe mit Sensorfarbstoffen auszurüsten, nutzen die Experten von der EMFT folgende Technik: Die speziellen Farbstoffe werden mit Färbe- und Druckverfahren auf der Kleidung aufgebracht, zum Beispiel das Fixieren im Tauchbad. Die einzige Schwierigkeit bei der Herstellung der Handschuhe besteht in der maßgeschneiderten Entwicklung der Sensorfarbstoffe. “Das Farbstoffmolekül muss gezielt einen speziellen Analyten erkennen, nur dann erfolgt eine chemische Reaktion. Außerdem muss der Farbstoff sicher haften, er darf nicht ausgewaschen werden. Auch bei der Farbwahl richten wir uns nach den Wünschen des Kunden”, erläutert Sabine Trupp, Leiterin der Fraunhofer EMFT Gruppe Sensormaterialien.

 
 
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