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Mobile Payment

Fehlende Standards beim Bezahlen mit Barcode Scanner und Smartphone

am 08.03.2017 um 14:24 Uhr

Das mobile Bezahlen per Smartphone oder über die NFC-Technik (Near Field Communication) steckt in Deutschland auch 2016 noch in den Kinderschuhen. Haupthinderungsgrund ist immer noch die geringe Verbreitung der Akzeptanzstellen.

Aisci Kasse

Bevor per Smartphone oder NFC-Technik bezahlt werden kann, muss zuerst die Infrastruktur der Kassenterminals entsprechend aufgerüstet werden. – Bild: pixabay, © Antranias, CC0 Public Domain

Durch das Fehlen von einheitlichen Standards existieren mittlerweile zahllose Bezahlmodelle. Die konkurrierenden Unternehmen versuchen ihr jeweiliges System zu etablieren. Für die Shopbetreiber bedeutet dies, hohe Kosten für die Implementierung der unterschiedlichen Systeme und der Software ausgeben zu müssen.

Beide Systeme sind mittlerweile verbreitet und somit stehen Shopbetreiber unter Druck, auch langfristig beide Techniken als Bezahlmöglichkeit anzubieten, solange sich kein allgemein verbindlicher Standard herauskristallisiert. Doch die unterschiedlichen Möglichkeiten haben auch verschiedene Vor- und Nachteile. Je nach Anforderung ist das eine oder andere System dann besser geeignet. Die Kunden schätzen beim Bezahlvorgang vor allem die schnelle Abwicklung.

Unterschiede der NFC-Technik und dem Auslesen per Barcode Scanner

Software- oder Hardware-Lösung – das ist der größte Unterschied zwischen den beiden Systemen. Die NFC-Technik ist hardwarebasiert. Sowohl Sende- als auch Empfangsgerät müssen entsprechend ausgerüstet sein, damit eine Datenübertragung über kurze Distanzen möglich ist. Die Technik ist auf Kundenseite bisher hauptsächlich in Kreditkarten implementiert. Doch auch immer mehr Smartphones werden entsprechend ausgestattet.

Bei den softwarebasierten Lösungen gibt es umso mehr Möglichkeiten. Sowohl Kreditinstitute und Bezahlplattformen wie PayPal, aber auch unabhängige Unternehmen bieten Anwendungen zum mobilen Bezahlen an. Große Unterschiede gibt es bei der Autorisierung und Datenübertragung des Zahlungsvorgangs und den eingesetzten Transfersystemen. Ob per Eingabe der Telefonnummer, einer TAN per SMS, oder dem Auslesen eines einmalig generierten Codes per Barcode Scanner – die Möglichkeiten sind vielfältig und individuell. Unter dem Begriff Barcode Scanner werden heute sämtliche Geräte zusammengefasst die sowohl Barcodes, als auch andere Verschlüsselungsmöglichkeiten wie QR-Codes (Quick-Response-Code) oder EAN (European Article Number) lesen können.

Vor- und Nachteile abhängig vom gewünschten Einsatz

Die Bezahlung per App ist bislang vor allem beim Transfer von kleinen und Kleinstbeträgen verbreitet. So kann in vielen Gemeinden beispielsweise der Parkschein gebucht oder das Ticket für den Bus gekauft werden. Durch die Lösung mit einer App kann der Bezahlvorgang individuell an die jeweiligen Umstände und Gegebenheiten angepasst werden.

Mit der NFC-Technik hingegen ist es einfacher möglich, auf Basis der Hardware einheitliche Standards zu etablieren. Durch die Kombination mit entsprechenden Smartphone-Apps sind auch hier individuelle Bezahllösungen machbar.

Steigendes Vertrauen beim Kunden

Trotz undurchsichtiger und uneinheitlicher Datenschutzbestimmungen steigt bei den Verbrauchern in Deutschland langsam das Vertrauen in die neuen Bezahlmöglichkeiten. Die Akzeptanz hängt dabei jedoch stark vom Alter und der Vertrautheit im Umgang mit Smartphones oder Shopping im Internet ab. Die Sicherheit ist immer noch das wichtigste Kriterium beim Nutzen von mobilen Zahlungsmethoden.

Aisci Statista Daten

In Deutschland ist die Akzeptanz für mobile Bezahlmöglichkeiten in den letzten Jahren langsam aber stetig gestiegen. – Grafik: © statista, Quelle: Boniversum

Strategien zur Steigerung der Popularität

Als Neueinsteiger auf dem Markt des mobilen Bezahlens setzt Payback mit seinem Angebot auf die große Verbreitung seines Bonusprogramms. Die Marketingstrategie setzt dabei klar auf den Zusatznutzen und die Zeitersparnis für den Kunden. Mit dem Bezahlvorgang werden dem jeweiligen Konto auch gleichzeitig die Bonuspunkte gutgeschrieben. Bisher erfolgt der Transfer über das Scannen eines QR-Codes mit der entsprechenden App. Zukünftig soll auch die Übertragung mittels NFC-Technik eingebunden werden.

So breit aufgestellt könnten bald noch mehr Kunden vom Bezahlen per Smartphone überzeugt werden. Das bestehende Vertrauen zum Anbieter und die vorhandene Infrastruktur des Payback Netzwerkes machen die Nutzung auch für Shopbetreiber interessant und kostengünstig.

Andere Anbieter, wie das System Blue Code, setzen ebenfalls auf die Nutzung der bereits vorhandenen technischen Infrastruktur des Handels, um ihr System zu etablieren. Der Kunde kann nach Eingabe des Sicherheits-PINs auf der App Codes aufrufen, die zum Bezahlen an der Kasse mit dem üblichen Barcode Scanner eingelesen werden. Nur bezüglich der Software muss hier beim Händler und auf Kundenseite noch nachgerüstet werden.

Sicherheit beim mobilen Bezahlen

Da es bislang keine verbindlichen Regeln gibt, bleibt beim Mobile Payment häufig die Sicherheit auf der Strecke. Oft ist dem Verbraucher nicht klar, welche Daten dabei verarbeitet oder gar gespeichert werden. Bei bestimmten Kreditkarten, die mit NCF-Technik ausgerüstet sind, ist es beispielsweise möglich, Daten über getätigte Zahlungen und mehr mit Hilfe einer App auszulesen.

Als deutlich sicherer gilt das Bezahlen per Smartphone und mobilen Kartenlesegeräten oder Barcode Scanner als Empfangsgeräte für den Datenaustausch bei der Transaktion, da für jede einzelne Transaktion ein neuer Code generiert wird. Der Nachteil dabei: Für diesen Vorgang ist immer eine Datenverbindung zum Netzbetreiber notwendig. Dies kann in manchen Supermärkten und Einkaufszentren ein Problem darstellen.

Bald ISO Normen für das Mobile Payment

Aisci Barcodescanner

Vor dieser Frage stehen derzeit viele Shopbetreiber: Vorhandene Technik wie Barcode Scanner nutzen oder in neue Infrastruktur investieren? – Bild: pixabay, © PublicDomainPictures, CC0 Public Domain

Mittlerweile kümmert sich die Standardisierungsorganisation ISO darum, einheitliche Regelungen für das Mobile Payment zu entwickeln. Es werden nicht nur Normen für die technischen Spezifikationen festgelegt, sondern auch Standards für die Interoperabilität erarbeitet. Denn ist die Kompatibilität der verschiedenen Systeme untereinander gewährleistet, können Kosten eingespart werden. Die vorhandene Technik muss dann lediglich mit einer entsprechenden Software für das mobile Bezahlen fit gemacht werden.

Aber auch rechtliche Grundlagen und Mindestanforderungen zum Datenschutz und –Sicherheit werden bei den Regularien berücksichtigt. Bereits jetzt liegt ein Normentwurf vor, die endgültige Fassung soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Die Initiative SEMOPS (Secure Mobile Payment Service) hatte zuvor bereits europäisch einheitliche Standards angestrebt, ist bisher jedoch nicht mit endgültigen Ergebnissen an die Öffentlichkeit getreten.

 
 
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