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Persönliche Schutzausrüstung

Der richtige Umgang mit Atem-, Augen-, Kopf- und Gehörschutz

am 03.05.2016 um 17:16 Uhr

Im Jahr 2011 zahlten in Deutschland die Berufsgenossenschaften für 42.000 Menschen, die bei der Arbeit Hörschäden erlitten hatten, Renten und Heilmaßnahmen. Lärm ist die Hauptursache für Berufskrankheiten, aber auch die Augen, die Atemwege und der gesamte Kopfbereich sind gefährdet. Viele der Folgen ließen sich durch entsprechende Schutzkleidung vermeiden.

4 Punkt Schutzhelm

4 Punkt Schutzhelm
Bild: kaiserkraft.de

Wieso der persönliche Schutz so wichtig ist

Die persönliche Schutzausrüstung des Kopfes besteht aus Atem-, Augen-, Kopf- und Gehörschutz. Besonders im Handwerk und auf Baustellen sind die Gefahren groß, da dort Maschinen Lärm erzeugen, Staub- und Gase auftreten und oft mit schweren Gegenständen hantiert wird. Obwohl moderne Maschinen weniger Lärm emittieren und durch Absaugvorrichtungen die Staub- und Schadstoffkonzentration in der Luft gesenkt wird, sind ein Verzicht auf Schutzbrillen, Atemschutz, Gehörschutz und Schutzhelm nicht möglich.

Ein Teil des Lärms ist unvermeidbar und die Konzentration den Schadstoffen lässt sich oft nur unzureichend senken. Augen und Kopf sind in Normalbetrieb meist wenig gefährdet, aber unvorhersehbare und unvermeidliche Ereignisse führen zu schweren Schäden, die sich durch das Tragen einer Schutzausrüstung vermeiden lassen.

Typische Beispiele sind:

– Lärm, der durch den Kontakt von Werkzeug und Material auftritt. (Hämmern, Sägen, Bohren).
– Staub beim Schneiden von Fliesen, Dämpfe beim Schweißen.
– Splitter- und Funkenflug beim Arbeiten mit der Flex.
– Herabstürzende Gegenstände oder Lasten, die beim Verladen schwingen.

Typische Fehler beim Selbstschutz

Drei Fehler kommen besonders häufig vor:

1. Da Lärm und Schadstoffe nicht sofort zu gesundheitlichen Problemen führen, vernachlässigen viele Handwerker den Gehör- und Atemschutz.
2. Wenn nur kurz etwas zu erledigen ist, wird häufig auf das Anlegen der Schutzausrüstung verzichtet.
3. Eine unzureichende und für den Zweck ungeeignete Ausrüstung kommt zum Einsatz.

Zu 1: Die Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK) gibt die höchst zulässige Konzentration von Rauch, Staub und Aerosolen in der Luft an. Ab 80 dB sollte Gehörschutz getragen werden, ab 85 dB ist dieser Pflicht. Gute Aufklärung, Arbeitsplatzverordnungen und Kontrollen helfen dafür zu sorgen, dass die Schutzausrüstung getragen wird.

Zu 2: Typische Szenarien sind, das Blech, an dem in aller Eile noch schnell etwas abgeflext werden soll. Für die kurze Arbeit mag keiner eine Schutzbrille aufsetzen. Aber Eile führt zu Unaufmerksamkeit und erhöht das Unfallrisiko. Hier hilft nur, eine eiserne Regel einzuführen: Maschinen dürfen erst nach Anlegen der Schutzkleidung angeschaltet werden.

Einen geeigneten Schutz einsetzen

Der Schutz muss zum Gefahrenpotenzial des Arbeitsplatzes passen. Atemschutz gibt es in verschiedenen Schutzklassen (FFP1, FFP2, FFP3). Welche die Richtige ist, hängt von der Art der Belastung und von der Überschreitung der MAK ab. FFP1 schützt beispielsweise nur vor ungiftigen Stäuben, die das Bindegewebe nicht verändern und deren Konzentration höchstens das vierfache der MAK beträgt.

Beim Gehörschutz ist die Dämmwirkung (SNR-Wert) wichtig. Beispiel: Am Arbeitsplatz herrschen 105 dB, der SNR-Wert muss mindestens 25 dB betragen, damit nur höchstens 80 dB auf das Gehör einwirken.

Schutzbrillen für den allgemeinen Gebrauch müssen der EN 166 entsprechen, für Schweißarbeiten ist eine Brille nach EN 169 erforderlich. Für den Dauereinsatz sind nur Brillen der Güteklasse 1 geeignet. Eine Schutzbrille der Klasse 3 darf nur kurzzeitig getragen werden, da sie die Sehschärfe beeinträchtigt.

Helme müssen der EN 397 entsprechen. Sollte es für den Arbeitsplatz keine Helmpflicht geben, aber die Gefahr bestehen mit dem Kopf anzustoßen reichen Anstoßkappen nach der EN 812.

Folgen, wenn der Schutz nicht beachtet wird

Betrieben drohen Bußgelder und unter Umständen müssen sie für die Kosten, die ein Unfall oder eine Erkrankung verursacht aufkommen. Sie sind verpflichtet, für einen sicheren Arbeitsplatz zu sorgen. Arbeitnehmer riskieren den Versicherungsschutz durch die Berufsgenossenschaft, denn auch sie stehen in der Pflicht sich vor vermeidbaren Schäden zu bewahren.

Fazit: Die persönliche Schutzausrüstung dürfen weder Betriebe noch Arbeitnehmer vernachlässigen. Sie dient dem Schutz der Gesundheit und verhindert hohe Folgekosten durch Krankheit und Frührenten.

Nadine Huber

 
 
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