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Scheuersaugmaschinen im Trainigszentrum der Polizei

Reinigungsplan für die Schießanlage

am 24.05.2017 um 09:42 Uhr

Im Regionalen Trainingszentrum der Dortmunder Polizei wird scharf geschossen – und zwar eine Million Mal pro Jahr. Täglich erfolgt dabei eine Nassreinigung der vier Bahnen mit Scheuersaugmaschinen, um auch die letzten Spuren der gefährlichen Treibladungsreste zu beseitigen: Zwei Volltreffer der Reinigungstechnik.

Absolviert wird das individuelle Schießtraining, das für maximal  vier Polizisten ausgelegt ist und verpflichtend immer von Einsatztrainern durchgeführt wird, auf insgesamt vier Schießanlagen: Zwei 25-m- und zwei 15-m-Bahnen.

Polizei Dortmund Schießtraining

Bei der Dortmunder Polizei geht es um Zielsicherheit – nicht nur beim Schießtraining, sondern auch bei der Nutzung der vorhandenen Mittel. – Bild: Kärcher

Untergebracht sind diese unter einem Dach – in einer der komplett umgebauten Riesenhalle. “Alle Abläufe hier sind bis ins Detail geplant und werden minutiös dokumentiert und überwacht”, so Hauptkommissar Karsten Dunkel, als Schießstättenbetreiber-Verantwortlicher zuständig für die Themen Sicherheit.

Der fugenlose, schallabsorbierende Boden besteht aus dreifach geschichtetem Polyurethan und einem rutschfesten und verschleißfreien Oberflächenfinish, das die Nassreinigung ermöglicht. Dieser elastische Boden bietet höchsten Schutz auch bei niedrigem Beschusswinkel und schluckt” sämtliche Geschosse oder Geschossteile bis 7 000 Joule.

“Auch wenn die Polizei NRW mit schadstoffarmer Munition schießt und Blei schon lange durch Projektile aus Messing ersetzt wurde, haben wir es in modernen Schießstätten nach wie vor mit Gefahrenstoffen zu tun, die gezielte sicherheits- wie arbeitsschutztechnische Maßnahmen auf den Plan rufen”, so Hauptkommissar Dunkel.

Zum einen gilt es, das Gesundheitsrisiko durch Schmauch, die gasförmigen Rückstände des Mündungsfeuers bzw. der Treibladung der Munitionspatrone, zu minimieren. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, sind sämtliche Schießbahnen mit einer leistungsstarken Kolbenstromverdrängungslüftung versehen.
Thema Nummer zwei sind die Treibladungsreste, die als unverbrannte Rückstände aus der abgefeuerten Waffe herausgeschleudert werden und sich als feiner, gelblicher Staub am Boden ablagern – immer da, wo der Schütze gerade steht. Konkret handelt es sich hierbei um Mikrozellulosepulver, das rund 10 Prozent der eigentlichen Treibladung ausmacht und aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung explosiv ist. “Ohne die gezielte Beseitigung dieser Gefahrenstoffe riskiert jeder Betreiber, dass ihm sein Schießstand irgendwann um die Ohren fliegt, weshalb hier höchste Aufmerksamkeit gefordert ist”, schätzt Hauptkommisar Dunkel ein.

Ausgeklügelter Reinigungsplan

Kaercher B40

Besonders einfach: Sämtliche Grundfunktionen können bequem vom Cockpit aus über den “Easy-Operation-Schalter” aktiviert werden. – Bild: Kärcher

Gekontert werden diese Herausforderungen in Dortmund mit einem ausgeklügelten Reinigungsplan. Er wird exakt eingehalten und präzise dokumentiert, sodass nichts dem Zufall überlassen bleibt. Die tägliche Routine beinhaltet das regelmäßige Einsammeln der Patronenhülsen, die dem Messing-Recycling zugeführt werden. Verantwortlich hierfür sind die Mitarbeiter des hauseigenen Technik-Teams – alles ausgebildete Handwerker, die sich um den laufenden Betrieb der Anlage kümmern.

Wie penibel hier vorgegangen wird, zeigt sich daran, dass die Schießstand-Techniker die Hülsen in voller Montur, sprich mit Masken und Handschuhen, einsammeln. Um die Treibladungsreste zu beseitigen, werden die Böden der Schießbahnen in der Regel zweimal täglich – immer nach rund 1 000 Schuss – mit einem explosionsgeschützten Sauger abgesaugt. Dies geschieht als Zwischenreinigung in der Mittagspause und noch einmal am Ende des Tages.

Reinigungsmaschinen

Neben der Aufsitzmaschine B 90, die mit einer Flächenleistung von 2 475 m2/h, einer Arbeitsbreite von 65 cm und einem Frisch- bzw. Schmutzwassertank von jeweils 90 Litern Fassungsvermögen aufwartet, wird auch das kleinere Schwestermodell, eine B 40, eingesetzt. Die Nachläufermaschine verfügt über 40 Liter große Tanks, eine Arbeitsbreite von 51 cm und eine entsprechend kleinere Flächenleistung von 1 650 m2/h.

In Funktionalität und Technik ähneln sich Aufsitz- und Nachläufermaschine. Sie arbeiten nach denselben Prinzipien und sind beide mit dem leicht verständlichen „Easy-Operation-Schalter“ ausgerüstet, über den sich alle Grundfunktionen bequem und sicher aufrufen lassen. Beide Geräte werden auch von wartungsfreien Batterien angetrieben und verfügen über einen Scheuerkopf mit Scheibentechnik. Als großes Plus empfinden die Dortmunder das automatische “Dose-System” von Kärcher, bei dem Reinigungs- bzw. Pflegemittel dem Frischwasser in 0,5-%-Schritten exakt zudosiert werden können.

Das “Grande Finale” der täglichen Unterhaltsreinigung bildet die allabendliche Nassreinigung der Anlage mit professionellen Scheuersaugmaschinen. Hierbei werden auch die letzten Überbleibsel der Treibladungsreste rückstandslos beseitigt – und das binnen kürzester Zeit. Nach einer Ausschreibung, bei der nach Leistungsmerkmalen sowie nach Wirtschaftlichkeit inkl. Folgekosten entschieden wurde, kamen zwei Maschinen aus dem gewerblichen Professional-Segment von Kärcher zum Zuge. Neben der Aufsitzmaschine B 90 wurde auch das kleinere Schwestermodell, eine B 40, als Ergänzung gekauft.

Fährt sich wie Autoscooter

“Unser Arbeitspferd bei der täglichen Nassreinigung ist eindeutig die große B 90,” so Daniel Schwarz, einer der Schießstandtechniker, die sich zwischen den Dienstschichten um die Instandhaltung der Anlage kümmern – und dabei mit der Aufsitz-Scheuersaugmaschine unterwegs sind. “Die überaus wendige Maschine fährt sich wie ein Autoscooter, was sie bei uns richtig populär macht”, berichtet Schwarz mit einem Lächeln. Wichtig findet er auch, dass die große Maschine nur einmal eingerüstet werden muss, um ganz ohne Nachladen der Batterien oder Befüllen bzw. Entleeren der Tanks, alle vier Schießbahnen in einem Rutsch im knapp bemessenen Zeitfenster von 20 bis 21 h zu reinigen.

Martin Wendland, Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH

 
 
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