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Beides führt jedoch nicht nur zu höheren Anforderungen und schärferen Prüfungen von Flanschdichtungen, sondern auch zu starker Verunsicherung im Markt Beides führt jedoch nicht nur zu höheren Anforderungen und schärferen Prüfungen von Flanschdichtungen, sondern auch zu starker Verunsicherung im Markt.

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Ziel der TA Luft und damit der VDI 2290: sauberer Himmel über der deutschen Industrie.

Und diese wiederum zu teilweise skurrilen Folgen. Etwa dem Glauben, es gäbe eine VDI-2290-Zulassung, und man könne beim Technischen Handel eine Dichtung nach VDI 2290 erwerben.
Die VDI-Richtlinie 2290 „Emissionsminderung – Kennwerte für dichte Flanschverbindungen“ ist nicht nur, wie der Name schon sagt, eine Richtlinie des VDI. Die Richtlinie, verfasst von der VDI-Kommission „Reinhaltung der Luft“, knüpft an die rechtlich bindende Verordnung TA Luft an und wird nach ihrer Verabschiedung als Regel der Technik gelten. Sie ist aber weder eine Zulassung noch ein Zertifikat. Ihre Gültigkeit ist erstens geographisch beschränkt, nämlich auf Deutschland. Zweitens ist sie fachlich eingegrenzt, nämlich auf Rohrleitungen mit einem bestimmten Typ von Flanschverbindungen, und drittens rechtlich, nämlich auf Anlagen, die der TA Luft unterliegen.
Konkret: Die VDI 2290 regelt die Beurteilung der technischen Dichtheit von Flanschverbindungen, allerdings nur für die flüssigen und gasförmigen Medien, für die emissionsbegrenzende Anforderungen nach der TA Luft festgelegt sind. Sie gilt nur für Metallflansche und Flanschverbindungen in Rohrleitungen, an Apparaten und Armaturen aller Industriezweige, insbesondere der chemischen und petrochemischen Industrie, bis zu einer maximalen Betriebstemperatur von 400 °C. Sie ist aber nicht anwendbar für Rohr- oder Flanschverbindungen, die ohne Schrauben ausgeführt werden, oder für Kompaktflanschverbindungen ohne Dichtung oder mit Flüssigkeitsdichtung. Die VDI 2290 erläutert, wie und mit welchen Regelwerken eine Dichtverbindung nachzuweisen ist. Sie setzt Dichtheitsklassen fest und liefert die notwendigen Rahmenbedingungen für eine Flanschberechnung, wobei mindestens eine Dichtheitsklasse L0,01 gilt eine spezifische Leckagerate von 10-2 mg/ s * m. Zu den unbestrittenen Vorteilen der neuen Richtlinie gehört es, dass der Fokus nicht nur auf der jeweiligen Dichtung liegt, sondern ebenso auf der Montagequalität. So ist die Montage nach der neuen Regelung ebenfalls Teil des Qualitätssicherungssystems. Denn je höher die Leistung der Dichtung ist, desto anspruchsvoller wird auch die Montage.

Nützliche Hintergrundinformationen

Weiterbildung und Literatur
Zusätzliche infomationen können Interssenten bei folgenden Veranstaltungen einholen:

  • Seminar der Projektmanagement ISGATEC Akademie: Zukünftige Anforderungen an Flachdichtungen in Flanschverbindungen am 01.12.2011 Mannheim – www.isgatec.de
  • VDI Technikforum: Dichte Flanschverbindungen: Grundlagen, Berechnung, Qualitätssicherung und Montage nach VDI 2290 am 01. und 02. 12 2011 in Düsseldorf.  Leiter des Forums: Prof. Dr. Alexander Riedl, FH Münster – www.vdi-wissensforum.de

Zahlreiche neue und nützliche Informationen zur VDI 2290 bietet auch die Ausgabe 02/2011 vom VTH Verband Technische Handel herausgegeben Reihe „TOP-NEWS Technik“.
Im Oktober ist zudem noch ein Buch zum Thema erschienen: Alexander Riedl, Herausgeber: „Die neue VDI 2290 und ihre Grenzen, XVII Dichtungskolloquium  2011“, Vulkan Verlag ISBN  978-3-8027-2211-0, 69,00 €. www.oldenbourg-industrieverlag.de

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Prof. Dr. Alexander Riedl, FH Münster: „Konsequenz der VDI 2290 ist, dass auch der Technische Handel verstärkt dichtungstechnisches Wissen aufbauen muss, da künftig viele Dichtungstypen nicht mehr eingesetzt werden können. Letztlich erfordert die VDI 2290 umfassende Beratungskompetenz des Technischen Handels, die aber größtenteils erst aufgebaut werden muss.“

Wie notwendig eine solche Regelung ist, zeigt etwa eine Ausarbeitung eines großen deutschen Chemiestandorts, bei dem nach Auslösung eines Umweltalarms 474 Armaturen geprüft wurden. Es zeigte sich, dass 80 % der gefundenen Leckagefälle aus falsch montierten Dichtungen resultierten. Deshalb läuft es auf die Forderung hinaus, dass in Anlehnung an die Ausbildung zum qualifizierten Rohrleitungsschweißer auch eine Ausbildung zum qualifizierten Dichtungsmonteur zur Ausführung der Montage von Flanschdichtungen nach TA Luft vorausgesetzt wird.

Viele sind beteiligt, einer ist verantwortlich
Wenn es nun um die Praxis geht, also den Bau einer neuen Anlage mit TA Luft-konformen Dichtungen oder den Austausch alter Dichtungen im Revisionsfall, sind viele Partner beteiligt. Nur einer jedoch ist zuständig und verantwortlich: nämlich der Anlagenbetreiber.
Die ersten Fragen beim Beratungsgespräch mit dem Technischen Handel müssen daher lauten: Trifft die VDI 2290 auf diese Anwendung überhaupt zu? Gelten hier die Forderungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes? Wenn ja, ist es zunächst einmal die Aufgabe des Anlagenbetreibers, die Auslegung gemäß VDI 2290 vorzunehmen und die Dichtheit und Standfestigkeit nachzuweisen. Aufgabe der Dichtungshersteller ist es, dafür alle notwendigen Berechnungskennwerte zur Verfügung zu stellen. Premium-Hersteller, die sich durch qualifizierte Beratung auszeichnen, stellen über den Technischen Handel mit der Dichtung selbst alle notwendigen Berechnungskennwerte zur Verfügung, die erforderlich sind, um die Auslegung zu berechnen.
Als Konfektionär ist der Technische Handel selbst Hersteller und damit zuständig für die Dokumentation der Kennwerte. Daneben können Anlagenbetreiber auch auf die Datenbank der Fachhochschule Münster, Fachbereich Physikalische Technik, Forschungsbereich Dichtungstechnik zugreifen. Auf Basis dieser Daten ist die Dichtung auszulegen – inklusive beispielsweise der empfohlenen Drehmomente für die Flanschverschraubung. Damit gehören auch die Monteure der Flanschdichtungen zu den Beteiligten, die für die Funktionalität der Dichtung entscheidend Verantwortung tragen.

Kontakt:

VTH Verband Technischer Handel e.V.
Tel.: 0211 445322
Email: info@vth-verband.de
www.vth-verband.de
www.tectop-vth.at

Weiterführende Informationen zum Webcode 6218:

Nützliche Hintergrundinformationen

Weiterbildung und Literatur

Zusätzliche infomationen können Interssenten bei folgenden

Veranstaltungen einholen:

Seminar der Projektmanagement ISGATEC Akademie: Zukünftige Anforderungen an Flachdichtungen in Flanschverbindungen am 01.12.2011 Mannheim

www.isgatec.de

VDI Technikforum: Dichte Flanschverbindungen: Grundlagen, Berechnung, Qualitätssicherung und Montage nach VDI 2290 am 01. und 02. 12 2011 in Düsseldorf.

Leiter des Forums: Prof. Dr. Alexander Riedl, FH Münster.

www.vdi-wissensforum.de

Zahlreiche neue und nützliche Informationen zur VDI 2290 bietet auch die Ausgabe 02/2011 vom VTH Verband Technische Handel herausgegeben Reihe „TOP-NEWS Technik“.

Im Oktober ist zudem noch ein Buch zum Thema erschienen: Alexander Riedl, Herausgeber: „Die neue VDI 2290 und ihre Grenzen, XVII Dichtungskolloquium 2011“, Vulkan Verlag ISBN 978-3-8027-2211-0, 69,00 €.

www.oldenbourg-industrieverlag.de