Bilfinger Sandstrahlarbeiten

Die Bilfinger Gesellschaft Bilfinger Salamis UK entwickelte eine nachhaltige und kostengünstige Alternative für Strahlarbeiten im Korrosionsschutz.

Reinigungsverfahren in der Industrie sind heute im Rahmen von Service- und Instandhaltungsarbeiten unerlässlich für die Zuverlässigkeit und den störungsfreien Betrieb von Produktionsanlagen. Aus diesem Grund werden für diese Aufgaben inzwischen hochqualifizierte Fachkräfte benötigt, die nicht von jedem Unternehmen in einer eigenen Instandhaltungsabteilung vorgehalten werden können. Industrieserviceunternehmen bieten der Industrie für diese Arbeiten Full-Service-Pakete an, die von der Projektplanung bis zur Entsorgung alle Gewerke umfassen können.

Die Reinigung industrieller Anlagen stellt dabei besondere Anforderungen an die Qualität und Sicherheit, die Einbindung in bestehende Prozesse sowie Produktionsabläufe. Angesichts dieses Anforderungsprofiles haben sich die Industrieserviceunternehmen zu Innovatoren entwickelt, die aus den unterschiedlichsten Projekten sowie aus einem breiten Praxiswissen Ideen schöpfen und diese zusammen mit Kunden oder in eigener Regie umsetzen.

Dabei kann es sich um Lösungsansätze handeln, die zu einer Umgestaltung von Anlagen und Prozessen führen, oder auch um die Entwicklung von Geräten und Materialien, mit deren Einsatz die Qualität der Reinigungsergebnisse vor allem aber die Sicherheit der Mitarbeiter verbessert werden können.

 

Remote-Lance-Workers, Lobbe Industrieservice

Bislang werden Aufgaben, bei denen Höchstdruck-Wasserstrahl-Technik eingesetzt wird, von manuellen Tätigkeiten dominiert. In der Industrie stößt diese Vorgehensweise zunehmend

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Risiken von Unfällen und Verle-tzungen minimiert: Der Remote Lance Worker (RLW) von Lobbe

auf Skepsis. Zu groß erscheint vielen Entscheidern mittlerweile das Risiko, das die „Pistolenarbeit“ trotz aller Sicherheitsmaßnahmen mit sich bringt. Lobbe hat mit der Entwicklung des „Remote Lance Workers“ (RLW) einen entscheidenden Schritt vollzogen, die Risiken von Unfällen und Verletzungen extrem zu minimieren.

Der RLW, ein fernbedienbarer kettengetriebener „Roboter“ mit beweglichem Ausleger, lässt sich vor allem dort einsetzen, wo handgeführte Hochdruckwasserwerkzeuge an ihre sicherheitsrelevanten Grenzen stoßen und die Sicherheit des Personals gefährdet ist. Er ist mit vier Stützbeinen ausgestattet, die im Bedarfsfall ausgefahren werden können und zur Stabilisierung dienen. Dadurch kann das Gerät die extrem hohen Rückstoßkräfte kompensieren, die bei Wasserstrahl-Arbeiten auftreten können.

Da das Gerät von außerhalb des Gefahrenbereiches gesteuert wird, sind zudem Anwendungen möglich, die manuell bislang nur mit aufwändigen Schutzmaßnahmen erfolgen konnten. Die Anpassungsfähigkeit des Roboters ist ein zusätzlicher Aspekt, da er sich mit verschiedenen Wasserwerkzeugen ausrüsten lässt. Lobbe hat in den vergangenen Monaten weitere automatisierte Geräte für die Wasserhochdruckreinigung entwickelt und wird diese Innovationen im Laufe des Jahres im Praxisbetrieb vorstellen.

 

Mobiler Hochdruckreinigungs-Manipulator der BUCHEN UmweltService

Bereits im Frühjahr 2011 wurde die Projektidee für den „Mobiler-Hochdruckreinigungs-Manipulator (MHM)“ geboren. Im Rahmen des Projektes wurden dann mobile praxistaugliche Mechanisierungs- bzw. Automatisierungs-Konzepte für die Reinigung von Anlagenteilen in Raffinerien und Chemischen Werken mit Wasserhochdruck entwickelt.

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BUCHEN UmweltService: MHM Mobiler-Hochdruckreinigungs-Manipulator im Einsatz.

Die Zentralfunktion Technik entwickelte in der Konzeptionsphase mehrere Konzeptideen. Unter anderem auch Lösungen mit Robotern. Schlussendlich fiel die gemeinsame Entscheidung für das Konzept „MHM“, auf Basis eines sog. Minibaggers der Leistungsklasse 2,8 t. Der Minibagger kann dank seiner wechselbaren Ausrüstung mit einem Düsenbalken oder einer Rotationsdüse ausgestattet werden.

Die Praxistests und die Stillstandeinsätze auf den Waschplätzen hat der MHM bis heute störungsfrei und mit vollster Zufriedenheit der Kunden, sowie des Personals/der Bediener erfolgreich gemeistert.Aufgrund dieser und weiterer Vorteile wird der Mobile-Hochdruckreinigungs-Manipulator heute stets in die gesamte Arbeitsplanung eingebunden.

Gemeinsam mit den Anwendern vor Ort wurde die Leistungsfähigkeit dieser Maschine kontinuierlich weiter entwickelt. So wurde etwa der Schwenkmotor durch einen Drehmotor ersetzt, der nunmehr eine endlose Drehung um 360° ermöglicht.

Des Weiteren ist die Buchen UmweltService GmbH bestrebt, weiterhin mechanisierte bzw. automatisierte Reinigungslösungen zu entwickeln. Ziel ist es, die Arbeitssicherheit und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern, sowie dem Kunden die sichersten und effizientesten Reinigungslösungen anzubieten.

 

Strahlmittel-Lösung der Bilfinger Salamis UK

Metall rostet, daran gibt es nichts zu rütteln. Aber mit der entsprechenden Beschichtung kann man die Korrosion von Tragwerkskonstruktionen oder Bohrinseln deutlich verlangsamen. Allerdings muss die Beschichtung regelmäßig entfernt und durch eine neue ersetzt werden. Zum Abstrahlen von Metall­oberflächen ist Granatsand praktisch unverzichtbar. Die weltweiten Vorräte des Rohstoffs sind endlich, und die Nachfrage steigt. Hinzu kommen durch den langen Transport hohe Logistikkosten und Umweltbelastungen. Schließlich muss der anfallende Sandabfall nach dem Abstrahleinsatz gesammelt und aus Gründen des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit recycelt werden. Die Bilfinger Gesellschaft Bilfinger Salamis UK entwickelte deshalb eine nachhaltige und kostengünstige Alternative für Strahlarbeiten im Korrosionsschutz.

In Zusammenarbeit mit einem englischen Hersteller für Strahlmittel entwickelten sie eine 50:50 Mischung aus zerriebenem recycelten Glas mit spezifischen Eigenschaften und besonders reiner granulierter Hochofenschlacke als Alternative zum Granatsand. Bei Prüfungen und vergleichenden Versuchen erzielten die Experten hervorragende Ergebnisse.

LeuchtturmprojekteWVIS-Leuchtturmprojekt

Textesammlung des WVIS

Der WVIS Wirtschaftsverband für Industrieservice hat unter dem Thema „Leuchtturmprojekte im Industrieservice“ eine Textsammlung veröffentlicht, die geeignete Projekte der Mitgliedsunternehmen als Best-Practices hervorhebt. Dabei wird vor allem dokumentiert, dass Dienstleistungen, Know-how und Kundenorientierung für die Industrie in Deutschland einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bieten.
Aus der Reihe der Leuchtturmprojekte sind besonders das neue Strahlverfahren der Bilfinger Salamis UK, der Lance-Remote-Worker der Lobbe Industrieservice GmbH & Co. KG sowie der Mobile-Hochdruckreinigungs-Manipulator der BUCHEN UmweltService GmbH zu nennen, die in diesem Beitrag vorgestellt werden. Alle Leuchtturmprojekte stehen im Internet auf der Homepage des WVIS zum kostenlosen Download zur Verfügung unter
www.wvis.eu

Das neue Strahlmittel hat den Namen Bilfinger Grit und weist gegenüber dem Granatsand wesentliche Vorteile auf. So wird bei der Oberflächenreinigung im Vergleich zu herkömmlichen Strahlmitteln um bis zu 20 Prozent weniger Material verbraucht. Zudem ist der Preis deutlich niedriger als der für Granatsand. In wirtschaftlicher Hinsicht ist das neue Strahlmittel damit sehr interessant.

Darüber hinaus ist Bilfinger Grit umweltfreundlich, da die beiden Ausgangsstoffe als Nebenprodukt normaler Fertigungsprozesse in England in praktisch unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Die langen Transportwege entfallen und das neue Produkt leistet so auch einen Beitrag zur CO2-Reduktion und zum Klimaschutz. Das künstliche Strahlmittel schont zudem die natürlichen Vorräte von Granatsand.

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