Wenn ein Kompressor so aussieht, dann hat er auf den Baustellen der Baugrund Süd nichts mehr zu suchen - dann wird er technisch und optisch aufgearbeitet. In Handarbeit.

Wenn ein Kompressor so aussieht, dann hat er auf den Baustellen der Baugrund Süd nichts mehr zu suchen - dann wird er technisch und optisch aufgearbeitet. In Handarbeit. - Bild: Baugrund Süd

| von Ulrike Preuß

"Mit rostigen Maschinen auf der Baustelle aufschlagen, das geht gar nicht!" Rudi Geray findet sehr deutliche Worte, wenn es um das Erscheinungsbild des unternehmenseigenen Fuhrparks geht. Als technischer Leiter bei der Baugrund Süd Gesellschaft für Geothermie mbH ist er dafür verantwortlich, dass Bohrwerkzeuge sowie Kompressoren einwandfrei funktionieren – und tadellos aussehen.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bad Wurzach führt Bohrungen für Erdsonden und Brunnenanlagen an derzeit 34 Baustellen durch. "15 Erdwärmebohrungen sind dabei, die anderen Bohranlagen führen Brunnenbohrungen und Baugrunderkundungen durch", sagt Geray, und führt aus: "Ich brauche nicht in jedem Fall einen Kompressor. Nur wenn wir mit dem Düsterlohhammer (niederfrequenter Rammhammer, Anm.d.Red.) nicht mehr weiterkommen, kommt der Immlochhammer zum Einsatz." Um Sprit zu sparen – die leistungsstarken Kompressoren verbrauchen etwa 60 bis 80 Liter pro Stunde –, werde der Luftbohrer nur bei Bedarf eingesetzt. Aber der Verdichter müsse in jedem Fall bereitstehen.

Nach kurzer Zeit in saumäßigem Zustand

"Auf den Baustellen kann es immer mal zu technischen Ausfällen kommen", sagt Geray. "Daher sind wir darauf angewiesen, ständig funktionstüchtige Kompressoren bereitstellen zu können." So machte sich das Unternehmen selbst an die Revision eines alten Verdichters. "Die Gebrauchtmaschinen laufen meist einwandfrei – oft haben sie nur etwa 8.000 bis 10.000 Betriebsstunden hinter sich. Das ist überhaupt kein Problem."

Problematisch sei eher der Rost auf dem Metallgehäuse: Nach nur drei Jahren auf den Baustellen sähen die aus "wie d‘ Sau", wie Geray in breitem Schwäbisch betont. Schwierige Bedingungen, wie Wind, Wetter, Erde und Feuchtigkeit, setzten den Maschinen massiv zu. "Um für eine bessere Optik zu sorgen, hatten wir zunächst versucht, einen alten Kompressor lackieren zu lassen, damit er nicht nur funktioniert, sondern auch gut aussieht", sagt Geray. Das sei aber nur eine halbe Sache, die auf Dauer nichts bringe. Der Rost finde seinen Weg.

Rost runter, Farbe doppelt und dreifach drauf

"Also haben wir einen XRVS 476 Baujahr 2008 in der Werkstatt komplett zerlegt. Wir haben alle Teile von Hand entrostet, geschliffen, zweimal grundiert und vorlackiert. Auch neue Bleche, die hinzukamen, haben wir von Hand vorlackiert." Die Entrostung funktioniere nur in Handarbeit, erklärt der technische Leiter. Die Teile sandzustrahlen, funktioniere technisch nicht einwandfrei, weil Sand zwischen die komplexen Bauteile geraten und anschließend nicht mehr zu 100 % entfernt werden könne.

"Im Zuge der Revision haben wir außerdem die Achsen überholt, Bremsbeläge und Handbremszüge erneuert. Dann haben wir die ganze Maschine wieder zusammengeschraubt und im Anschluss komplett lackieren lassen." Jetzt sehe der Kompressor aus, als käme er frisch vom Lager.

Schritt für Schritt - So arbeiten die Profis Kompressoren auf:

Kosten rechnen sich

Die gesamte Instandsetzung kostete Baugrund Süd etwa 14.000 Euro plus die Arbeitszeit. Für den XRVS 466 Baujahr 2006, der als nächster in der Werkstatt seiner Aufarbeitung harrt, veranschlagt Geray etwa 30.000 Euro – inklusive Anschaffungspreis und Komplett-Lackierung. Den Kompressor selbst haben die Wurzacher günstig von ihrer Niederlassung in Frankreich gekauft.

Dazu muss man wissen, dass auch die gebrauchten Kompressoren mit wenigen Betriebsstunden nicht billig zu haben sind. „Die 476er kosten auf dem freien Markt schon zwischen 80.000 und 120.000 Euro“, überschlägt Geray. Da rechneten sich die Übernahme aus Frankreich und die Aufarbeitung. "Man sieht ihnen in der Regel auch schon kurze Einsatzzeiten an – sie sind aber voll funktionstüchtig."

Auf den Baustellen in Deutschland, Frankreich oder Dänemark laufen die Kompressoren jeweils maximal 1000 Stunden im Jahr. Die regelmäßige Aufarbeitung der zuverlässigen Maschinen lohne also auf jeden Fall, da sie in der Regel noch eine lange Lebenszeit vor sich haben.

Kompressoren-Fuhrpark wird komplett überarbeitet

Da Baugrund Süd zu Corona-Zeiten die für die Revision nötigen Kapazitäten hatte und damit gute Erfahrungen gemacht hat, will das Unternehmen jetzt den gesamten Fuhrpark erneuern. Vorwiegend sind das Atlas-Copco-Baukompressoren der Serien XRVS 336, 466, 476 und X28. "Nichts ist teurer, als wenn ich nicht arbeiten kann", betont Geray. "Daher stellen wir sicher, dass wir immer genug funktionierende Kompressoren auf dem Hof haben, die auch einwandfrei aussehen". Denn die Kunden erwarteten heute nicht nur Zuverlässigkeit und "Tipptopp-Arbeit", sondern auch Sauberkeit und ein professionelles Erscheinungsbild. "Als bautechnisches Unternehmen ist das vielleicht besonders wichtig, damit deutlich wird, dass Pfusch bei uns keine Chance hat!"

Atlas Copco

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