Um der Gefahr einer Staubexplosion vorzubeugen, setzt das Axalta-Werk in Wuppertal einen speziellen Sauger ein.

Um der Gefahr einer Staubexplosion vorzubeugen, setzt das Axalta-Werk in Wuppertal einen speziellen Sauger ein. - Bild: Ruwac

| von Stefan Weinzierl

Farbwechsel von Anlagen sind in der Lackierindustrie an der Tagesordnung. In der Autoserienlackproduktion und insbesondere bei der Pigmentverarbeitung stellen sie eine besondere Herausforderung dar, weil die Qualitätsanforderungen in diesem Ex-Bereich hoch und die Pigmente nachhaltig farbstark sind. Das Axalta-Werk in Wuppertal nutzt für die Farbwechsel in der Elektrotauchlack-Produktion einen speziellen Sauger, der den Explosionsschutz gewährleistet.

Industriesauger im Einsatz

Statistisch gesehen ist jedes zweite Auto in Europa mit mindestens einer Lackschicht von Axalta unterwegs. Rund 2.000 der insgesamt 14.000 Mitarbeiter sind an der Anlage in Wuppertal beschäftigt und produzieren jährlich etwa 90.000 Tonnen Flüssiglacke und Beschichtungen – darunter die AquaEC-Elektrotauchlacke. Außerdem befindet sich am Standort das europäische Technologiezentrum für Automobilserienlacke.

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Ein entscheidender Prozessschritt bei der Elektrotauchlackproduktion ist die Zugabe der Pigmente, also der farbgebenden Inhaltsstoffe. Bei Axalta werden sie in sogenannten Big Bags an die Anlage geliefert und in eine flüssige Dispersionsvorlage eingestreut. Nach Beendigung der Einstreuphase verrührt ein High-Speed-Rührwerk das Pigment mit den Flüssigstoffen. Anschließend fördert eine Transferpumpe die Dispersion in einen Pufferbehälter, wo sie für den nächsten Prozessschritt bereitgehalten wird. 

Um flexibel zu bleiben, erledigt Axalta diese Aufgabe – das Entleeren der Big Bags und Vordosieren der Pigmente – manuell. Die entsprechende Station befindet sich auf einer Empore oberhalb der eigentlichen Produktion: So kann man die Schwerkraft für das Ab- und Umfüllen nutzen. 

Explosionsschutz-Richtlinie ATEX

Der Begriff ATEX (von franz. Atmosphères Explosibles – explosionsgefährdete Bereiche) steht für zwei Explosionsschutz-Richtlinien der EU, nämlich die ATEX-Produktrichtlinie 2014/34/EU und die ATEX-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG.

Die Produktrichtlinie legt dabei die Regeln fest, nach denen Produkte, die in Ex-Bereichen eingesetzt werden, in Verkehr gebracht werden dürfen. Die Betriebsrichtlinie dagegen enthält die Anforderungen an Gesundheits- und Gefährdungschutz sowie die Anforderungen an die Sicherheit an der Anlage. Sie legt auch die Benennung explosionsgefährdeter Bereiche fest.

Bei einer Ex-Gefährdung durch Gas, Dampf oder Nebel sind das

  • Zone 0: (Gefahr ständig / lange / häufig vorhanden)
  • Zone 1 (Gefahr normalerweise nur gelegentlich vorhanden)
  • Zone 2 (Gefahr normalerweise nicht oder nur kurzzeitig vorhanden)

Bei einer Explosionsgefährdung durch Staub:

  • Zone 20 (Gefahr ständig / lange / häufig vorhanden)
  • Zone 21 (Gefahr normalerweise nur gelegentlich vorhanden)
  • Zone 22 (Gefahr normalerweise nicht oder nur kurzzeitig vorhanden)

Sicherheit: Explosionsschutz durch Sauger

Auf der Empore ist ein Ruwac-Sauger vom Typ DS 1220 M installiert. Er wird für ganz normale Reinigungsarbeiten eingesetzt, aber auch zur Innenreinigung der Förderanlage, die  nach jedem Produktwechsel sehr gründlich von Rückständen wie Stäuben befreit werden muss. 

Die Lacke sind zwar überwiegend wasserbasiert und damit nicht entzündlich. Aber die pulverförmigen, zum Teil organischen Pigmente können explosionsfähig sein. Deshalb entspricht der Sauger den Ex-Anforderungen der Apex Zone 22. Mit Zubehör wie verschiedenen Saugorganen und Düsen ausgestattet, ist er auch für die Innenreinigung von Komponenten sowie auf den Einsatz bei Instandhaltungsarbeiten geeignet. 

Zu den entscheidenden Kriterien bei der Anschaffung des elektrischen Saugers gehörten laut Betreiber die von Grund auf Ex-Schutz-gerechte Konstruktion sowie eine komfortable Bedienung. Ein Differenzdruckmanometer zeigt beim saugen einen anstehenden Filterwechsel an, der aber aufgrund der großen Filterfläche von 1,2 m2 und der hohen Schmutzaufnahmekapazität nur selten nötig ist. 

Außerdem entscheidend ist für Axalta die Zuverlässigkeit: Die Reinigung der Förderanlagen bei jedem Farbwechsel von Rückständen und Stäuben ist zwingend erforderlich. Deshalb zählen die Robustheit und der Vor-Ort-Service als wichtige und sinnvolle Pluspunkte. Für den Fall, dass der Sauger tatsächlich einmal ausfallen sollte und der Service nicht sofort reagieren kann, hat Axalta aber vorgesorgt: Ein baugleicher Industriesauger befindet sich in Standby-Position. 

Ruwac

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