Der modernisierte Greifer-Portalkran der HeidelbergCement AG in Lengfurt stellt auch die künftige Entladung der anlandenden Schiffe sicher.

Der erfolgreiche Tausch der Hubwerksgetriebe am Greifer-Portalkran stellt auch die künftige Entladung der anlandenden Schiffe sicher. (Bild: SEW)

Mit neuen Antrieben fit für die Zukunft

Die alten Hubwerksgetriebe vor dem Retrofit.
Die alten Hubwerksgetriebe vor dem Retrofit. (Bild: SEW)

Portalkrane werden in nahezu allen Industriezweigen zum Umschlag verschiedenster Güter eingesetzt – so auch in der Zementindustrie. Für einen zuverlässigen Betrieb der Krane spielt die Antriebstechnik eine Schlüsselrolle. Bei HeidelbergCement in Lengfurt wurden zwei Hubwerksgetriebe nach Erreichen der theoretischen Nutzungsdauer ausgetauscht. Mit den neuen Antrieben von SEW-Eurodrive stellt HeidelbergCement den Betrieb der Krananlage für weitere Jahre sicher.

Im laufenden Betrieb unterliegen Kranhubwerke fortwährendem Verschleiß sowie voranschreitender Materialermüdung. Die Restnutzungsdauer der Hubwerke nimmt hierdurch kontinuierlich ab. Ein über die projektierte Nutzungsdauer hinausgehender Betrieb birgt nicht vertretbare Sicherheitsrisiken. Der Gesetzgeber sieht daher vor, dass Hubwerke nach Ablauf der theoretischen Nutzungsdauer stillgelegt oder generalüberholt werden müssen. Die Ermittlung der Restnutzungsdauer oder SWP (Safe Work Period) ist daher integraler Bestanteil, um den sicheren Betrieb der Krananlage zu gewährleisten. Sie wird im Rahmen der jährlich stattfindenden Sachverständigenprüfung durchgeführt. Grundlage hierfür ist die Unfallverhütungsvorschrift 54 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Mit einer zu Ende gehenden Restnutzungsdauer des Kranhubwerks sah sich HeidelbergCement am Standort Lengfurt konfrontiert. Der betroffene 8,5 Tonnen Greifer-Portalkran sorgt hier für eine Entladung der anlandenden Schiffe, die das Werk mit Zuschlagstoffen wie Sand oder Kies versorgen. Die Schiffsanbindung erfolgt über den Main, der im unterfränkischen Lengfurt am Standort von HeidelbergCement vorbeiführt. Eine geplante Revision an einer Schifffahrtsschleuse, während der der Schiffsverkehr ausgesetzt werden musste, sollte genutzt werden, um die notwendigen Modernisierungsarbeiten am Greifer-Kran durchzuführen.

In Rekordzeit geplant und umgesetzt

Die beiden neuen Hubwerksgetriebe vom Typ X4FCC140/HC des Portalkrans der HeidelbergCement in Lengfurt
Das Hubwerk mit den beiden neuen Getrieben vom Typ X4FCC140/HC im Hintergrund. (Bild: SEW)

Um die zeitliche Herausforderung zu meistern, die sich aus dem engen Zeitfenster der Schleusen-Revision ergab, musste HeidelbergCement den Austausch des Hubwerks unter Hochdruck vorantreiben. Mit SEW-Eurodrive stand hierbei ein Partner zur Seite, der flexibel auf Anfragen dieser Art reagieren kann. Neben profundem Applikations-Know-How kann der Antriebsspezialist zudem auf ein umfangreiches Antriebstechnik-Portfolio mit hoher Wertschöpfungstiefe zurückgreifen. Kurze Reaktionszeiten sind daher ein Merkmal, das SEW-Eurodrive auszeichnet. So vergingen im Fall von HeidelbergCement zwischen Angebotslegung mit Maßaufnahme und Zeichnungserstellung, sowie der Auslieferung der Getriebe nur rund zehn Wochen.

Die beiden neuen Hubwerksgetriebe vom Typ X4FCC140/HC haben jeweils ein dauerfestes Nenndrehmoment von 22.000 Nm. Sie sind damit ausreichend groß bemessen, um den sicheren Betrieb des Krans auch in Zukunft zu gewährleisten.

  • Für die Adaption an die bestehenden Anschlussmaße im Maschinenhaus wurde unter jedem der beiden Getriebe eine Stahlplatte angebracht. Eine aufwändige Anpassung der bestehenden Konstruktion entfiel damit.
  • Neben den Adapterplatten waren auch die an- und abtriebsseitigen Kupplungen Bestandteil des SEW-Lieferumfangs.
  • Die Verbindung zwischen Hubwerksmotor und Getriebe wurde mit drehelastischen Bolzenkupplungen realisiert, während für die Anbindung an die beiden Seiltrommeln Tonnenkupplungen zum Einsatz kamen.

Alle für das Retrofit erforderlichen Antriebskomponenten wurde somit von SEW-Eurodrive zentral projektiert und bereitgestellt. Auf diese Weise entfiel der für den Betreiber sonst übliche Abstimmungsaufwand zwischen verschiedenen Lieferanten und die hierdurch bedingten Schnittstellenprobleme. Neben Auslegung und Lieferung der neuen Antriebskomponenten hat SEW zudem beim Ausbau der alten Antriebe sowie beim Einbau und der Inbetriebnahme unterstützt. Erfahrene Monteure stellen sicher, dass die Antriebe präzise ausgerichtet sind und es zu keinen Fluchtungsfehlern kommt.

Vom Komponententausch bis zur Anlagenmodernisierung

Der Greifer-Portalkran ist mit den neuen Hubwerksgetrieben nun wieder in der Lage die Materialversorgung des Werks Lengfurt sicherzustellen. Die zügige Umsetzung des Retrofits wurde durch eine enge Zusammenarbeit zwischen HeidelbergCement und SEW-Eurodrive sichergestellt. Bereits in der Retrofit-Planungsphase wurden hierfür die Weichen gestellt: Die kurzfristige Vor-Ort-Maßaufnahme durch SEW sowie die Projektierung der neunen Antrieb inklusive Zeichnungserstellung waren entscheidend dafür, frühzeitig die passende Antriebslösung für HeidelbergCement zu finden. Weiterhin haben die kurze Lieferzeit sowie die Montageunterstützung vor Ort mit zu einer pünktlichen Modernisierung der Antriebe beigetragen. Mit dem Service Retrofit kann SEW-Eurodrive immer die spezifischen Anforderungen seiner Kunden erfüllen– Egal ob der Austausch einzelner Antriebstechnikkomponenten (Komponenten-Retrofit) oder die Modernisierung von kompletten Maschinen und Anlagen (System-Retrofit) gefragt sind.

 

Hubwerksgetriebe mit vergrößertem Achsabstand

Die beiden neuen Getriebe des Greifer-Portalkrans basieren auf der speziell für Hubwerke entwickelten Applikationsbaureihe X..e/HC. Typisch für Hubwerksanordnungen ist der Einsatz von Parallelwellen-Getrieben, bei der Seiltrommel und Motor auf der gleichen Getriebeseite angeordnet sind. Da der Achsabstand zwischen An- und Abtriebswelle bei kompakten Universalgetrieben hierfür häufig nicht ausreicht, müssen diese, in Bezug auf das Drehmoment, überdimensioniert werden. Die Applikationsbaureihe X..e/HC setzt hier an und ermöglicht durch den vergrößerten Achsabstand eine zum Drehmomentbedarf passende Getriebeauswahl: Überdimensionierung aus Platzgründen gehört damit der Vergangenheit an. Die optimierte Gehäusegestaltung des Getriebes resultiert zudem in einer Gewichtseinsparung gegenüber den gängigen Universalgetrieben. Mit einem Nenndrehmomentbereich von 12,8 bis 175 kNm ist die Baureihe X..e/HC in 15 Baugrößen verfügbar.

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