In Schaltschränken und an Anlagen ändert sich sowohl in der Planungs- und Bauphase sowie während des Betriebs ständig etwas. Entsprechend muss die Anlagenkennzeichnung ständig angepasst werden. Das kann mit mobilen Geräten vor Ort geschehen.

In Schaltschränken und an Anlagen ändert sich sowohl in der Planungs- und Bauphase sowie während des Betriebs ständig etwas. Entsprechend muss die Anlagenkennzeichnung ständig angepasst werden. Das kann mit mobilen Geräten vor Ort geschehen. - Bild: Vescon Installation GmbH

| von Dr. Helmuth Bischoff, PrintoLUX

Die Situation ist allen Anlagenbauern bekannt: Kurzfristige Planänderungen hinsichtlich der technischen Features erfordern den schnellen Wechsel entsprechender Kennzeichnungen. Auch bei Instandhaltungsarbeiten besteht häufig der Bedarf, rasch über Ersatzschilder zu verfügen. Die Anlagenkennzeichnung ist also nicht vollständig planbar, sondern erfordert bisweilen ein kaum vorhersehbares Reagieren und die spontane Verfügbarkeit von Kennzeichen zur Ersatz- und Nachbeschilderung.

Eigentlich keine große Sache sollte man meinen. Da besagte Änderungen an den Anlagen aber in mehreren Schritten stattfinden, entsteht der Bedarf an Ersatzkennzeichen immer wieder neu. Im Vorhinein weiß niemand, welche Schilder mit welchen Inhalten auszutauschen sind, was die Option verschließt, vor Projektbeginn einen Koffer mit Ersatzkennzeichen zu packen und mit auf die Baustelle zu nehmen.

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Anlagenkennzeichnung als vertrackter Prozess

Bisher begegnet man dem skizzierten Problem wie folgt: Die benötigten Kennzeichen werden bei der heimischen Werkstatt oder bei einem Dienstleister nachbestellt. Eine Alternative dazu stellt die Herstellung der Kennzeichen oder eines Teils davon auf der Baustelle dar. Beide Varianten haben Tücken.

Zum Aufwand von 'Nachbestellungen' bei der heimischen Werkstatt sagt Bodo Ullmann als Baustellenleiter des Schaltschrank-Herstellers Vescon Installation: "Vor allem hinsichtlich der Nachbeschilderungen gibt es oft Komplikationen, die nicht abzurechnen sind und zu Lasten unserer Bilanz hingenommen werden müssen."

Laut dem Experten entwickelt sich die Angelegenheit meist folgendermaßen: Nach Auslieferung des Schrankes werden am E-Plan vom Kunden kurzfristig und mehrfach Änderungen vorgenommen. Damit verbindet sich auf der Baustelle die Nachrüstung und Nachbeschilderung der Schaltschränke. "Wenn das in Zusammenarbeit mit der heimischen Werkstatt geleistet werden muss, bedeutet dies immer einen großen Aufwand", sagt Ullmann.

An einem Industrieroboter werden durchschnittlich 200 Kennzeichen verbaut. Wenn hier kurzfristig und Ersatzschilder auf dem Wege der Dienstleistung bestellt werden müssen, ist der Aufwand groß.
An einem Industrieroboter werden durchschnittlich 200 Kennzeichen verbaut. Wenn hier kurzfristig und Ersatzschilder auf dem Wege der Dienstleistung bestellt werden müssen, ist der Aufwand groß. - Bild: PrintoLUX GmbH

Die dann erforderlichen Abstimmungsprozesse verursachten nicht nur einen erheblichen Zeitverlust, sondern führten auch zu Bruchstellen, an denen sich gerne Fehler einschleichen. "Wenn in der Klemmleiste zum Beispiel die laufenden Nummern geändert werden und aus der Werkstatt die Kennzeichnungen mit den Ziffern fünf und sechs kommen sollen, hat man dort wegen zweier läppischer Schildchen nicht gleich Zeit, den Auftrag auszuführen", sagt der Baustellenleiter. Der Auftrag wird dann zunächst auf die Seite gelegt, und wenn es zur Ausführung kommt, erhält man auf der Baustelle nicht selten Kennzeichen mit den Nummern sechs und sieben geliefert.

"Der Aufwand steigert sich erheblich, wenn die Änderungen an der Anlage in mehreren Schritten vorgenommen werden, was oft der Fall ist", erklärt Ullmann. "Dann heißt es: hier noch ein stärkerer Motor, da noch der nachträgliche Einbau einer Motorbremse und so weiter." Das bedeute eine sehr holprige und langwierige Kommunikation mit der Werkstatt.

Diesbezüglich lässt sich auch nur in geringem Maße Vorsorge treffen. "Wir führen zwar ein kleines Sortiment an bedruckten Standardschildern mit, das reicht aber nur für einen Bruchteil dessen, was an Ersatzbeschilderung benötigt wird. Den wirklichen Bedarf auf der Baustelle kann man nicht antizipieren. Man müsste ein viel zu großes Sortiment mitführen, um den tatsächliche Bedarf zu decken und hätte dabei auch einen sehr großen Posten an unnötig hergestellten Kennzeichen."

Nicht weniger kompliziert zeigt sich die Situation, wenn die auf der Baustelle benötigten Ersatzkennzeichen bei externen Dienstleistern bestellt werden. Da gestaltet sich das häppchenweise Bestellen noch aufwendiger und kostspieliger.

Diverse Maschinen nötig

So stellt sich die Frage, warum man nicht gleich dafür sorgt, dass auf der Baustelle geeignetes Gerät für die Anlagenkennzeichnung vorhanden ist, mit dem die benötigten Kennzeichen hergestellt werden können. Die Antwort: Die Vielzahl benötigter Kennzeichnungstypen und Materialien würde das Mitführen mehrerer Herstellungssysteme auf die Baustelle erfordern.

Man müsste auf den Baustellen also mit einem Nebeneinander von Plottern, Gravurmaschinen, Thermotransferdruckern, Laserdruckern und unterschiedlicher Software für die Kennzeichnung arbeiten. Mehr Raumbedarf sowie ein erheblicher Dispositions-, Transport- und Wartungsaufwand rücken diese Option ins Abseits.

Oft behilft man sich in der Praxis mit Kompromisslösungen: Es werden beispielsweise kleinere Thermotransferdrucker mit an die Anlage genommen, um den Teil der Ersatzkennzeichnung direkt herzustellen, der mit Etiketten zu bewerkstelligen ist. Daneben sieht man auf manchen Baustellen auch kleinere Geräte zum Bedrucken von Schildern aus Metall.

Auf diese Weise kann vor Ort zumindest ein gewisser Teil des Bedarfs hergestellt werden. Den Rest der Anlagenkennzeichnung besorgen dann heimische Werkstätten und Dienstleister. Für die komplette Herstellung von Ersatzkennzeichen auf den Baustellen des Anlagenbaus fehlte bisher aber ein taugliches Gerät.

Das FB-20/400-Stone von PrintoLUX als Beispiel für ein gerät zur mobilen Anlagenkennzeichnung
Das FB-20/400-Stone von PrintoLUX als Beispiel für ein gerät zur mobilen Anlagenkennzeichnung. - Bild: PrintoLUX

Dies zu ändern, versprechen mobile Digitaldruck-System. Eines davon wird von PrintoLUX aus Frankenthal hergestellt. Laut Hersteller sollen Anwender mit dem System 'FB-20/400-Stone' in der Lage sein, alle innerhalb und außerhalb von Schaltschränken auf Baustellen eingesetzten Schildmaterialien zu bedrucken.

Das Gerät erinnert in seiner geschlossenen Form an einen Trolley. Weiterhin verweist der Spezialist für Anlagenkennzeichnung auf ein "robustes Gehäuse und die gut gepufferte Innenlagerung des Gerätes", was den Transport einfach machen soll. Die Druckfläche wird bis maximal 210 x 320 Millimeter angegeben, womit "viele herstellerunabhängige Materialien und unterschiedlichste Formate" zu bedrucken seien. Der Einsatz einer einzigen Software reiche aus, um auf der Baustelle alle benötigten Kennzeichen herstellen zu können.

Tipps zur Montage von Kennzeichen

Leistungsfähige Kleber als kostengünstige Alternative zum Nieten: Das Herstellen von industrieller Kennzeichen ist eine Sache. Eine andere ist ihre Montage. Auch dazu braucht es Zeit und Arbeit. Erhebliche Einsparungen sind in diesem Zusammenhang dann zu erzielen, wenn man aufmerksam prüft, welche Anteile der eingesetzten Kennzeichen mit Kleber montiert werden können, anstatt das zeitaufwendige Nieten weiter zu praktizieren, weil man es "schon immer so gemacht" hat.
Es gibt inzwischen leistungsstarke Kleber, die einen Großteil der bei Kennzeichnungsmontagen gestellten Anforderungen hinsichtlich der Haftfestigkeit erfüllen. Trotzdem behalten Pflichtenhefte zur Kennzeichnungsmontage in vielen Fällen das Nieten als alternativlos bei. Experten schätzen, dass durch Kleben anstatt Schrauben oder Nieten etwa zwei Drittel an Montagekosten einzusparen seien.

Vor Ort drucken spart Geld

Welche Einsparungen sich mit einem mobilen Kennzeichnungssystem auf der Baustelle erzielen lassen, beziffert Torsten Roll, Geschäftsführer der Vescon Installation: "Wenn man direkt an der Baustelle mit einem einzigen Herstellungsverfahren die erforderliche Nachbeschilderung für innerhalb und auch außerhalb des Schaltschrankes herstellen kann – Schilder für Klemmen ebenso wie für außerhalb liegende Kabel oder andere Betriebsmittel – dann liegt das Einsparpotenzial bei 80 Prozent gegenüber den Kosten, die anfallen, wenn alles in der Werkstatt nachzufordern ist", sagt er und liefert ein Zahlenbeispiel: "Bei angenommenen 2.000 Euro Zusatzkosten für eine mehrstufige Nachbeschilderung mittels Werkstatt-Einsatz reduzieren sich die Kosten durch mobiles Nachkennzeichnen um 1.600 Euro auf 400 Euro."

Dieses hohe Einsparpotenzial lasse sich aber nur dann voll ausschöpfen, wenn man auf der Baustelle nicht drei oder vier unterschiedliche Geräte brauche, um die erforderliche Nacharbeit bei der Anlagenkennzeichnung vornehmen zu können, sondern nur ein einziges Gerät, das auch einfach zu bedienen ist.

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