SGT-800-Industriegasturbine von Siemens

Eine SGT-800-Industriegasturbine von Siemens mit einer Leistung von 57 Megawatt wird im BASF-Kraftwerk Schwarzheide für niedrige Brennstoffkosten und CO2-Emissionen sorgen. - Bild: Siemens

| von Stefan Weinzierl

Das Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk der BASF in Schwarzheide ging 1994 in Betrieb. Kern der Anlage sind zwei Industriegasturbinen eines anderen Herstellers sowie zwei Industriedampfturbinen von Siemens. Neben Strom liefert die Anlage vor allem den für die Produktionsanlagen des Standortes benötigten Prozessdampf.

Im Rahmen der Kraftwerksmodernisierung wird Siemens eine der beiden bestehenden Industriegasturbinen durch eine SGT-800-Gasturbine mit einer Leistung von 57 Megawatt (MW) ersetzen. Durch den höheren Wirkungsgrad der neuen Gasturbine wird für die Produktion der gleichen Strommenge weniger Erdgas benötigt. Dadurch sinken Brennstoffkosten und CO2-Emissionen.

"Die Einpassung der neuen Gasturbine in die bestehende Anlage und die übrigen notwendigen Umbaumaßnahmen erfordern eine komplexe individuelle Planung und hohe Engineering-Kompetenzen", sagt Thorbjörn Fors, CEO der Business Unit Service Distributed Generation and Oil & Gas bei Siemens Gas and Power.

Für die Siestart-Lösung liefert Fluence Energy, ein Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und AES, ein Batteriespeichersystem. Dieses stellt sicher, dass das Kraftwerk jederzeit unabhängig von einer externen Stromversorgung gestartet werden kann. Diese sogenannte Schwarzstartfähigkeit erlaubt es BASF jederzeit das Kraftwerk anfahren und dadurch Strom und Prozessdampf produzieren zu können.

Stromerzeuger sind heute mehr als je zuvor auf eine maximale Verfügbarkeit ihrer Kraftwerke angewiesen. Neben der Notwendigkeit der Schwarzstartfähigkeit müssen sie schnell auf eine schwankende Stromnachfrage reagieren können. Notfalls müssen sie auch auf einen Inselbetrieb umstellen können, um eine unabhängige Stromversorgung sicherzustellen.

Während moderne GuD-Anlagen bereits hohe Lastwechsel in nur wenigen Minuten bewältigen können, erfordern schwankende Einspeisungen erneuerbarer Energien und unvorhergesehene Ereignisse noch kürzere Reaktionszeiten. Diese Bedingungen zu erfüllen und gleichzeitig Emissionen und Kosten zu reduzieren, ist eine große Herausforderung. Siestart-Hybridlösungen können als Absicherung für eine sofortige Stromversorgung auf Knopfdruck dienen und helfen so dabei, die Zuverlässigkeit der Stromversorgung signifikant zu verbessern.

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