VTH Predictive Maintenance

Der Verband Technischer Handel (VTH) hat ein Whitepaper zum Thema Predictive Maintenance erstellt. - Grafik: VTH

| von Stefan Weinzierl
Aktualisiert am: 24. Mai. 2019

Was ist Predictive Maintenance?

Bild: stock.adobe.com/ tashatuvango

Predictive Maintenance (PM, deutsch: Vorausschauende Wartung) ist eine Instandhaltungsstrategie. Mit PM-Techniken wird der Zustand von Geräten während des Betriebes überwacht, um festzulegen, wann sie gewartet werden müssen. Predictive Maintenance soll zu Kosteneinsparungen gegenüber routinemäßigen, intervall- oder zeitbasierten vorbeugenden Wartungsarbeiten führen, da Arbeiten nur im Bedarfsfall ausgeführt werden. Daher wird PM als zustandsbasierte Instandhaltung betrachtet.

Zwar setzen sich die meisten Unternehmen hinsichtlich der technologischen Möglichkeiten bereits intensiv mit vorausschauender Wartung auseinander. Aber andere Fragestellungen, insbesondere das genaue Verständnis der Kundenbedürfnisse in den Unternehmen und die daran orientierte klare Formulierung eines Geschäftsmodells, sind bislang in der Literatur und Fachwelt kaum diskutiert worden.

Predictive Maintenance eröffnet Möglichkeiten

Mit seinem Whitepaper zeigt der VTH nun erstmals auf, welche Möglichkeiten Predictive Maintenance der Industrie abseits der rein technologischen Betrachtung eröffnet. Im Fokus des kostenlosen Download-Angebots auf www.vth-verband.de stehen die Chancen neuer Geschäfts- und Kooperationsmodelle.

Zunächst geht es in dem 13-seitigen Papier um eine Definition von Predictive Maintenance und wie sich dieses Wartungsmodell von der konventionellen Wartung bei Maschinen unterscheidet. Danach beschäftigt sich die Fachinformation mit der betrieblichen Praxis. Welche Geschäftsmodelle haben sich hier bis heute herausgebildet? Wie hat der Technische Handel die ‚Service-Revolution‘ angenommen und welche Angebote macht der Großfachhandel im deutschsprachigen Europa?

Vorgestellt werden in diesem Kontext auch ‚Overall Equipment Effectiveness‘ (OEE, Gesamtanlageneffektivität) und ‚Condition Monitoring‘ (Anlagenzustandsüberwachung). Experteninterviews runden die Publikation ab: Professor Michael Schenk, Leiter des Instituts für Logistik und Materialflusstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) Magdeburg, sieht für die Technischen Händler vor allem die Chance, noch stärker individualisierte Leistungen anzubieten.

Insbesondere in der digitalisierten und vernetzten Produktion im Sinne von Industrie 4.0 liege es nah, vor allem Ersatzteile einer Maschine bedarfsgerecht bereitzustellen, zum Beispiel unterstützt durch neue Technologien wie den 3D-Druck.

Anlagenverfügbarkeit steigern

Thomas Vierhaus, geschäftsführendes Vorstandsmitglied im VTH, betont, dass es der Industrie gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, Kostendruck und Effizienz darum gehe müsse, die Verfügbarkeit der Anlagen zu steigern, sie zu optimieren und die Anlagensicherheit zu erhöhen. Sich hier einzubringen, greife weit über die klassische Funktion des Handels als Warenlieferant hinaus. Hier seien die Technischen Händler gefragt, ihr Leistungsspektrum zu erweitern – was viele bereits tun. Die VTH-Mitglieder sähen sich zunehmend als Technische Dienstleister und umfassende Problemlöser mit vielfältigen kundenindividuellen Serviceangeboten. In dieser Rolle bräuchten sie auch die Konkurrenz der großen Internetriesen wie Amazon oder Alibaba nicht zu fürchten.

VTH

Hier geht es zum Whitepaper 'Predictive Maintenance'

Folgen Sie diesem Link und Sie können das Whitepaper 'Predictive Maintenance' des VTH herunterladen:

www.vth-verband.de/fachinformationen/predictive-maintenance/