Anzeige

 
Anzeige

Effizienzstrategie Gebäude

VDMA: Alter Wein in neuen Schläuchen

am 11.01.2016 um 08:00 Uhr

Das Bundeskabinett hat am 18. November 2015 die Energieeffizienzstrategie Gebäude verabschiedet. Das Strategiepapier zeigt unter Berücksichtigung bestehender Restriktionen für die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien mit Hilfe verschiedener Szenarien auf,

normankrauss - Fotolia

Als wichtigen Baustein der Energiewende im Gebäudebestand sieht das VDMA-Forum Gebäudetechnik die Maßnahmen der Weiterentwicklung und des Ausbaus der Energieberatung.
Bild: normankrauss – Fotolia.com

wie ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 erreicht werden kann.
„Die Energieeffizienzstrategie Gebäude ist alter Wein in neuen Schläuchen“, so Peter Hug, Sprecher des VDMA-Forum Gebäudetechnik. Die Maßnahmen, die bislang schon offensichtlich keinen richtigen Schwung in die Sanierungstätigkeit bringen konnten, sollen – wie auch immer – weiterentwickelt werden. Die zündende neue Idee ist nach wie vor nicht da.
Das Forum Gebäudetechnik begrüßt aber, dass die Energieeffizienzstrategie Gebäude nicht nur in einen nationalen Gesamtprozess für Energieeffizienz eingebettet ist, sondern auch mit Entwicklungen auf EU-Ebene zu korrespondieren versucht. Wichtig ist dabei sicherzustellen, dass die Ziele des Energiekonzeptes machbar, bezahlbar, wirtschaftlich, zuverlässig, langlebig und nutzerfreundlich sind.
Das Forum Gebäudetechnik begrüßt weiterhin, dass die Energieeffizienzstrategie Gebäude einerseits versucht, eine ausreichende Planungssicherheit bis 2050 zu geben, andererseits aber flexibel genug zu sein scheint, um auf neue technische Entwicklungen und Herausforderungen reagieren zu können. Maßgeblich bei der Umsetzung der Strategie bis 2050 ist das Fortbestehen des technologieoffenen Ansatzes. Hier wäre das Modell der steuerlichen Förderung allerdings deutlich besser geeignet als die angedachten Konzepte, da es sich als Anreizsystem noch am ehesten technologieneutral und mit guter Anreizwirkung gestalten ließe. „Wir fordern grundsätzlich nach wie vor die Einführung einer allgemeinen degressiven Abschreibung, zumindest aber eine steuerliche Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen in Gebäuden, um die Sanierung im Bestand zu steigern“, so Hug.
Als wichtigen Baustein der Energiewende im Gebäudebestand sieht das VDMA-Forum Gebäudetechnik die Maßnahmen der Weiterentwicklung und des Ausbaus der Energieberatung im Wohngebäude- und Nichtwohngebäudebereich an. Mit Blick auf die Aufgabenstellung ist es von zentraler Bedeutung, dass Berater die zur Verfügung stehenden Technologien kennen und über Anwendungsmöglichkeiten sowie deren Effizienzpotenziale und Interdependenzen informiert sind. Die Informationsmaßnahmen zu Wirtschaftlichkeitsberechnungen insbesondere auf Basis einer Lebenszykluskostenbetrachtung erhöhen nicht nur die Transparenz und Wirksamkeit der Energieberatung, sondern können dazu beitragen, dass diese Investitionen letztendlich auch getätigt werden.
Weniger zielführend im Sinne einer Erhöhung der Sanierungsrate findet das Forum Gebäudetechnik die erneute Auflistung von vielen wenig konkreten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, die bereits im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) und im Koalitionsvertrag aufgeführt sind. Wie wir schon beim NAPE festgestellt haben, führt ein Mangel an wenig konkreten Zusagen und Umsetzungswegen ohne Zeitplan zu einem immer größer werdenden Attentismus bei den Investoren.

Haben Sie noch Fragen? Dr. Peter Hug beantwortet sie gerne.

Dr. Peter Hug, Forum Gebäudetechnik im VDMA e.V.
Lyoner Straße 18, 60528 Frankfurt
Tel. (069) 6603-1240
Fax (069) 6603-2240
peter.hug@vdma.org

 
 
Anzeige