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18. Aachener Dienstleistungsforum

Smart Services – Neue Geschäftsmodelle für den Mittelstand?

am 09.10.2014 um 08:00 Uhr

Obwohl digitale Technologien bereits seit Jahrzehenten erfolgreich in unserem Alltag eingesetzt werden, sind die vollen Potenziale noch längst nicht ausgeschöpft. Die sich mit hoher Dynamik entwickelnden Lösungen im Bereich der mobilen Endgeräte aber auch der Sensorik, der Netzinfrastruktur und die generell zur Verfügung stehenden, 18. Aachener Dienstleistungsforumstetig wachsenden Rechen- und Speicherkapazitäten stellen die Befähiger für eine tiefgreifende Veränderung der Wirtschaft dar. Die erst kürzlich von der Bundesregierung veröffentlichte digitale Agenda macht deutlich, welches Potenzial in der Digitalisierung gesehen wird.

Wie gerade mittelständische produzierende Unternehmen diesen Entwicklungen begegnen können, wird auf dem 18. Aachener Dienstleistungsforum am 25. und 26. März 2015 diskutiert.

In einigen Branchen wie der Unterhaltungsbranche oder im Handel demonstrieren schon heute digitale Vorreiterunternehmen wie Google, Apple oder Amazon welche disruptive Kraft der Digitalisierung innewohnt. Sie diktieren ganzen Märkten die Regeln neu, indem sie digitale Kontrollpunkte besetzt haben. Die fortschreitende technologische Entwicklung ermöglicht es, die bislang vornehmlich in der digitalen Welt des Internets erbrachten Dienste auch in unseren Alltag in der realen Welt zu integrieren. Ein Unternehmen wie Uber ist ein aktuelles Beispiel für diesen Trend hin zu sogenannten Smart Services. Die reine Vermittlungsdienstleistung von Fahrten zwischen Privatpersonen wird durch die Nutzung von Echtzeit-GPS-Daten von Smart Phones, die von Uber ausgewertet werden, ergänzt. Hierdurch ist eine Zuordnung in Echtzeit von freien Fahrzeugkapazitäten und zu befördernden Personen möglich.

Auf diese Weise kann eine große Menge von privaten Fahrern koordiniert werden und so zur Gefahr für die klassischen Akteure im Markt für Personenbeförderung werden, wie die Reaktionen der Taxibranche zeigen, die ihren Lebensunterhalt in Gefahr sieht. Das Beispiel des Unternehmens Uber zeigt, dass durch eine innovative Neuordnung der bestehenden Leistungserstellung und der zur Verfügung stehenden Ressourcen, katalysiert durch digitale Technologien, eine neue Art von Servicegeschäftsmodellen entsteht. Diese datenbasierten Dienstleistungen werden erst dadurch möglich, dass nahezu in jedem Gegenstand kostengünstige Sensorik integriert und an das Internet angeschlossen werden kann.

Andere Geschäftsmodelle aus dem Bereich der Smart Services zeichnen sich durch die kundenzentrierte Leistungserbringung und verfügbarkeitsbasierte Erlössysteme aus. Unter dem Stichwort „X as a Service“ in etwa verbergen sich Geschäftsmodelle, die nicht mehr den Verkauf von Produkten zum Ziel haben, sondern die dem Kunden bedarfsgerecht das Produkt zur Verfügung stellen. Der Kunde zahlt letztlich nur für die temporäre Nutzung. Solche Modelle sind heute vorwiegend aus der Softwarebranche bekannt. Hier können ebenfalls die Digitalisierung und Vernetzung physischer und virtueller Systeme als Befähiger dieser Geschäftsmodelle für Produkte aus unserem Alltag angesehen werden.

Die beschriebenen Entwicklungen sind bislang weitestgehend an der produzierenden Industrie vorbei gegangen. Dieser wird aber eine Entwicklung ähnlich der Branchen Unterhaltung und Handel prognostiziert.

Genau wie durch Uber die Daten des GPS-Sensors eines Smart Phones genutzt werden, um daraus eine Dienstleistung anzubieten, könnten beispielsweise Sensordaten aus Werkzeugmaschinen für datenbasierte Services genutzt werden, die eine Optimierung der Betriebsparameter der Maschinen zum Ziel haben. Auf diese Weise könnte ein externer Dienstleister, der die Daten sammelt und auswertet, in der Lage sein, die Maschinen besser zu kennen als der Hersteller dieser.

Die technologischen Potenziale sind insbesondere in der mittelständischen, produzierenden Industrie noch kaum in erfolgreiche Geschäftsmodelle transferiert. Durch Datenbasierte Dienste ergeben sich jedoch erhebliche Möglichkeiten sowohl für die Leistungserstellung als auch für neuartige, kundenzentrierter Lösungen und verfügbarkeitsbasierte Erlösmodelle.

Weitere Informationen finden Sie hier und unter www.dienstleistungsforum.de

 
 
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