Anzeige

 
Anzeige

Prüfung nach DGUV

Sicher im Job dank elektrischer Prüfungen nach DGUV

am 09.01.2015 um 09:00 Uhr

Ob in der Produktionsfirma, in der industriellen Verarbeitung oder in der Auto-Werkstatt von nebenan: Schon längst haben elektrisch betriebene Maschinen, Werkzeuge und Hilfsmittel in nahezu jedem Unternehmen Einzug gehalten. Strom fließt an allen Ecken und Enden, was für die Kollegen in vielen Berufsfeldern eine enorme Arbeitserleichterung bedeutet.
dguv_vorschrift3

Doch wo Elektrizität zum Arbeitsmittel wird, muss auch sichergestellt sein, dass sie zu keiner Zeit eine Gefahr für den Menschen darstellen kann. Aus diesem Grund sind beim Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln eine Reihe gesetzlicher Vorschriften zu brachten.

Die Gefahrenquelle Elektrizität ist nicht zu unterschätzen

Defekte elektrische Geräte und Leitungen sind eine der häufigsten Brandursachen in Deutschland. Schwelbrände durch Kabelbrüche oder Kabelquetschungen, überlastete Leitungen, veraltete und unzureichend geprüfte Maschinen, eine falsche Bedienung und Funkenbildung können fatale Folgen haben. Aus der Brandstatistik des Institutes für Schadensverhütung und Schadensforschung (IFS) geht hervor, dass im Jahr 2013 ganze 33% aller gemeldeten Brände, bei welchen eine Ursachenermittlung durchgeführt wurde, auf den Faktor Elektrizität zurückzuführen sind. In der IFS-Gesamtstatistik (Erfassung der Jahre 2002-2013) liegt Elektrizität ebenfalls mit 33% an der Spitze der Brandverursacher.

Doch auch die Gefahr eines Stromschlags ist beim Umgang mit Elektrizität immer gegeben. Daher ist es zum Schutz der Kollegen unabdingbar, für eine ausreichende Schulung und Unterweisung zu sorgen sowie sämtliche elektrisch betriebene Anlagen regelmäßig warten und prüfen zu lassen. Eine deutliche Kennzeichnung mit entsprechenden Warnschildern, Prüfplaketten und Sicherheitshinweisen beugt Arbeitsunfällen und gesundheitlichen Schäden ebenfalls vor.

Übrigens: Wer seinen Prüfpflichten für elektrisch betriebenes Inventar als Unternehmer nicht nachkommt, ist im Falle eines Versicherungsschadens haftbar und muss zum Teil tief in die Tasche greifen! Denn nur, wenn eine ordnungsgemäße Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV und TRBS sowie eine regelmäßige und fristgerechte elektrische Prüfung nach DGUV nachgewiesen werden kann, übernehmen die Berufsgenossenschaften die entstandenen Kosten im Schadensfall.

Die Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV und TRBS

Laut Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) steht jeder Unternehmer schon bei der Anschaffung einer Maschine oder eines elektrischen Gerätes in der Pflicht, eine so genannte Gefährdungsbeurteilung für den neu geschaffenen Arbeitsplatz durchzuführen. Hierbei werden die Gefahren des Arbeitsbereiches unter Berücksichtigung der Arbeitsstoffe, Arbeitsmittel und des Arbeitsverfahrens untersucht. Weiterhin werden Maßnahmen festgelegt, die das eingeschätzte Gefahrenpotenzial am Arbeitsplatz eindämmen sollen. Wie eine Gefährdungsbeurteilung im Einzelnen zu realisieren ist, erfahren Sie in den TRBS 1111.

Im Anschluss an die Gefährdungsbeurteilung werden mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse konkrete Arbeitsanweisungen zur Schulung der Mitarbeiter verfasst. Die Ergebnisse dienen überdies dazu, die wiederkehrende Prüfung der verwendeten Arbeitsmittel (im Detail: deren Prüfart, Prüfumfang und Prüffrist) zu definieren. Dies gilt vor allem auch für sämtliche elektrische Anlagen und Betriebsmittel, die während des Arbeitsvorgangs zum Einsatz kommen.

Die regelmäßige elektrische Prüfung gemäß DGUV

Schon lange unterstützt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Unternehmen mit ihren umfangreichen Regeln und Vorschriften dabei, sichere und gesunde Arbeitsplätze zu schaffen. Als der Spitzenverband im Rahmen einer Fusion zwischen dem Bundesverband der Unfallkassen (BKU) und dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) ins Leben gerufen wurde, kam es im Jahr 2007 zu Überschneidungen in den verschiedenen Regelwerken. Das Resultat: Zahlreiche Normen und Richtlinien, die unter den Kürzeln BGV, BGR und GUV zu finden waren, verkomplizierten eine gesetzeskonforme Arbeitsplatzgestaltung für den Unternehmer. Diese Kürzel gehören heute der Vergangenheit an!

Seit dem 01.05.2014 herrscht mit dem Inkrafttreten des neuen DGUV-Regelwerkes eine einheitliche Systematik innerhalb der unterschiedlichen Schriften. Vier Kategorien und ein neues Nummernsystem sorgen für Übersichtlichkeit. So gibt es nun:

  • DGUV-Vorschriften → Nummerierung ab 1
  • DGUV-Regeln → Nummerierung ab 100
  • DGUV-Informationen → Nummerierung ab 200
  • DGUV-Grundsätze → Nummerierung ab 300

Für die regelmäßige Kontrolle elektrischer Maschinen und Gerätschaften tritt die DGUV Vorschrift 3 (→ früher BGV A3) in Kraft. Sie besagt, dass elektrisch betriebene Anlagen und Betriebsmittel nach Ablauf der festgelegten dguv_pruefungPrüffrist von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft auf ihren ordnungsgemäßen Zustand hin zu prüfen sind.

Der konkrete Ablauf einer Prüfung gemäß DGUV Vorschrift 3 ist abhängig von der Art und der Eigenschaften des Prüfgegenstandes. In den entsprechenden DIN VDE-Normen, die innerhalb der Vorschrift als gültige Richtlinien herangezogen werden, finden Sie weitere Informationen zu den spezifischen Prüfungsabläufen.

Die aktuelle Transferliste des DGUV-Regelwerkes verschafft zudem einen Überblick über alle transferierten DGUV-Vorschriften, DGUV-Regeln, DGUV-Informationen und DGUV–Grundsätze.

Aber keine Sorge: Wer bisher zur Kennzeichnung nach einer Prüfung seines Inventars Prüfplaketten mit „alten“ Kürzeln verwendet hat, ist noch immer auf der sicheren Seite. Sämtliche Schriften der Berufsgenossenschaften und der öffentlichen Unfallversicherungsträger behalten nach wie vor ihre Gültigkeit und wurden inhaltlich nicht verändert. Da bisher noch keine Übergangsfristen bekannt sind, ist es auch weiterhin zulässig, den Prüfbericht und den Prüfgegenstand nach einer erfolgreichen elektrischen Prüfung beispielsweise mit eine Plakette „Geprüft nach BGV A3“ zu versehen.

Es empfiehlt sich jedoch, sämtliche elektrisch betriebene Maschinen, Werkzeuge und Hilfsmittel nach der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung stets gemäß neuestem DGUV-Regelwerk zu kennzeichnen. So sorgen Sie nicht nur für optimale Sicherheit im Betrieb sondern suggerieren zusätzlich Kompetenz und Aktualität in allen Bereichen.

 
 
Anzeige