Neue Servicemodelle gefragt

Seit Jahresbeginn zeigen die Auftragseingänge wieder steil bergauf, und auch jenseits der aktuellen Zahlen sind die mittel- und langfristigen Aussichten gut Die Kapazität „atmete“ dank flexibler Arbeitszeitmodelle und Kurzarbeit durch die gesamte Rezession mit, ohne dass die Unternehmen große Know-how-Verluste oder hohe Anlernkosten für neue Mitarbeiter zu verschmerzen hatten Eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Bain & Company zeigt, dass die kurzfristigen Ertragsaussichten gut sind und globale Trends Wachstumsperspektiven eröffnen, die gerade für den deutschen Maschinenbau vielversprechend sind Allerdings muss der Maschinen- und Anlagenbau auch einige Hausaufgaben erledigen, vor allem die Anpassung an neue Werkstofftrends, die globalere Arbeitsteilung der Branche und eine stärkere Service-Orientierung Wie in der Gesamtwirtschaft nimmt auch innerhalb der Maschinenbaubranche die internationale Arbeitsteilung immer weiter zu Im Anlagenbau ist das bereits heute zu spüren: Die Detailplanung, beispielsweise für die Rohrleitungen einer Chemieanlage, wird nicht mehr im Stammhaus des deutschen Anlagenbauers durchgeführt, sondern von Drittanbietern in Indien, China, Südafrika, Brasilien oder Portugal Darüber hinaus erscheinen im Großanlagenbau neue Wettbewerber im bauleistungsnahen Bereich auf der Spielfläche, vor allem aus Korea und China Dadurch verschärft sich der Kostendruck „von der Baustelle“ auf die europäischen Technologie- oder Systemanbieter, deren traditionelle Baupartner bei den Personalkosten oft nicht mehr wettbewerbsfähig sind Künftig wird sich die Wertschöpfung der gesamten Branche stärker über den Globus verteilen Neue Wettbewerbs- und Partnerschaftssituationen entstehen Für eine Zementanlage im Mittleren Osten kann dies heißen: Technologie aus Deutschland, Engineering aus Indien, Bauleistung aus China und Finanzierung aus Frankreich Automobilnahe Maschinen- und Anlagenbauer müssen sich der Verlagerung des automobilen Absatzes und der automobilen Produktionsstandorte nach Asien stellen, etwa durch lokale Partner oder Serviceorganisationen Innerhalb Europas wird die Standortverlagerung der Kunden von West nach Ost weitergehen Hier können die Wiederaufarbeitung gebrauchter Maschinen und die Anpassung von Anlagen interessante Geschäftsmöglichkeiten bieten „Neben den Themen Innovation und global Footprint sollte sich der deutsche Maschinenbau auch intensiv der Entwicklung neuer Servicemodelle widmen“, schätzt Dr Armin Schmiedeberg, Partner bei Bain & Company und Leiter der europäischen Praxisgruppe Industriegüter und –dienstleistungen, ein „Hier liegt die Zukunft des Maschinenbaus, mit noch immer weitgehend unausgeschöpften Potenzialen Die Margen im Servicegeschäft sind mit 21 Prozent viermal so hoch wie beim Bau neuer Anlagen Und dieses Geschäft bleibt auch in Krisenzeiten weitgehend erhalten “ www bain de bainmittel- und langfristigen Aussichten gut. Die Kapazität „atmete“ dank flexibler Arbeitszeitmodelle und Kurzarbeit durch die gesamte Rezession mit, ohne dass die Unternehmen große Know-how-Verluste oder hohe Anlernkosten für neue Mitarbeiter zu verschmerzen hatten.
Eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Bain & Company zeigt, dass die kurzfristigen Ertragsaussichten gut sind und globale Trends Wachstumsperspektiven eröffnen, die gerade für den deutschen Maschinenbau vielversprechend sind. Allerdings muss der Maschinen- und Anlagenbau auch einige Hausaufgaben erledigen, vor allem die Anpassung an neue Werkstofftrends, die globalere Arbeitsteilung der Branche und eine stärkere Service-Orientierung.
Wie in der Gesamtwirtschaft nimmt auch innerhalb der Maschinenbaubranche die internationale Arbeitsteilung immer weiter zu. Im Anlagenbau ist das bereits heute zu spüren: Die Detailplanung, beispielsweise für die Rohrleitungen einer Chemieanlage, wird nicht mehr im Stammhaus des deutschen Anlagenbauers durchgeführt, sondern von Drittanbietern in Indien, China, Südafrika, Brasilien oder Portugal. Darüber hinaus erscheinen im Großanlagenbau neue Wettbewerber im bauleistungsnahen Bereich auf der Spielfläche, vor allem aus Korea und China. Dadurch verschärft sich der Kostendruck „von der Baustelle“ auf die europäischen Technologie- oder Systemanbieter, deren traditionelle Baupartner bei den Personalkosten oft nicht mehr wettbewerbsfähig sind.
Künftig wird sich die Wertschöpfung der gesamten Branche stärker über den Globus verteilen. Neue Wettbewerbs- und Partnerschaftssituationen entstehen. Für eine Zementanlage im Mittleren Osten kann dies heißen: Technologie aus Deutschland, Engineering aus Indien, Bauleistung aus China und Finanzierung aus Frankreich. Automobilnahe Maschinen- und Anlagenbauer müssen sich der Verlagerung des automobilen Absatzes und der automobilen Produktionsstandorte nach Asien stellen, etwa durch lokale Partner oder Serviceorganisationen. Innerhalb Europas wird die Standortverlagerung der Kunden von West nach Ost weitergehen. Hier können die Wiederaufarbeitung gebrauchter Maschinen und die Anpassung von Anlagen interessante Geschäftsmöglichkeiten bieten.
„Neben den Themen Innovation und global Footprint sollte sich der deutsche Maschinenbau auch intensiv der Entwicklung neuer Servicemodelle widmen“, schätzt Dr. Armin Schmiedeberg, Partner bei Bain & Company und Leiter der europäischen Praxisgruppe Industriegüter und –dienstleistungen, ein. „Hier liegt die Zukunft des Maschinenbaus, mit noch immer weitgehend unausgeschöpften Potenzialen. Die Margen im Servicegeschäft sind mit 21 Prozent viermal so hoch wie beim Bau neuer Anlagen. Und dieses Geschäft bleibt auch in Krisenzeiten weitgehend erhalten.“

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