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Lünendonk-Studie 2015

Nach ernüchterndem Jahr 2014: Industrieservice-Branche will 2015 zulegen

am 18.08.2015 um 13:00 Uhr

Die 15 nach Inlandsumsatz führenden Industrieservice-Unternehmen (IS) in Deutschland verzeichnen zum wiederholten Mal ein geringeres Umsatzwachstum als im jeweils vorangegangenen Jahr. Nach durchschnittlich 2,3 Prozent im Jahr 2012 sowie 1,1 Prozent im Jahr 2013 wuchsen die IS-Anbieter 2014 um 0,4 Prozent.

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Industrieservices: Prognose für das Geschäftsjahr 2015: +3,6 Prozent
Bild: christian42 – Fotolia.com

Die Dienstleister erreichen damit auch ihre im Vorjahr gesteckten Wachstumsziele nicht. Für das Geschäftsjahr 2014 prognostizierten die Top 15 eine Steigerung des Inlandsgeschäftes von durchschnittlich 4,4 Prozent. Ursache für das geringe Wachstum sind auch gesunkene Akquisitionsaktivitäten. Lag der Anteil an anorganischem Wachstum 2013 noch bei 45,5 Prozent, ist er im Jahr 2014 auf 36,4 Prozent gesunken. Viele Dienstleister haben 2014 für interne Umstrukturierungsmaßnahmen und Konsolidierung genutzt. Für das laufende Jahr gehen die führenden IS-Unternehmen nun von 3,6 Prozent Wachstum aus.

Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk®-Liste und -Studie 2015 „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland 2014“. Das Ranking steht unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download zur Verfügung. Die umfassende Lünendonk®-Studie mit detaillierten Auswertungen und dem Blick auf Trends und Branchenthemen für die Zukunft erscheint im August.

Lünendonk®-Liste 2015 im Detail

Die Lünendonk®-Studie „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“ wird traditionell durch ein Ranking der 15 nach Inlandsumsatz größten Anbieter im Industrieservice-Segment ergänzt. Für die Aufnahme in die Lünendonk®-Liste sind folgende Kriterien zu erfüllen: Mehr als 50 Prozent des Inlandsumsatzes müssen mit klassischen Industrieservices, wie Diagnose, Inspektion, Instandsetzung oder Wartung, erbracht und mindestens zwei Drittel des Umsatzes mit externen Aufträgen generiert werden.

Branchenprimus Bilfinger behauptet Spitzenplatz

Bilfinger mit dem Segment Industrial bleibt wie in den Vorjahren auf Platz eins des Lünendonk®-Rankings. Aufgrund einer veränderten Zuordnung operativer Gesellschaften zu den einzelnen Geschäftsfeldern im Bilfinger-Konzern meldet das Unternehmen allerdings geringere Umsatzzahlen als in den Vorjahren. Die Umsätze für das Jahr 2013 wurden der neuen Segmentierung entsprechend angepasst und fallen daher im Vergleich zur Liste des Vorjahres um rund 50,0 Millionen Euro geringer aus. Dass sich das Segment Industrial trotz eines insgesamt schwierigen Jahres für den Bilfinger-Konzern positiv entwickelt hat, belegt das Umsatzwachstum von 3,2 Prozent auf 815,0 Millionen Euro.

Die beiden Industrieservice-Anbieter Xervon und Buchen treten erstmals als Remondis Maintenance & Services in der Liste auf. auf. Obwohl die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen 2014 im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind, rückt der Anbieter mit insgesamt 710,0 Millionen Euro auf Rang zwei vor.
Auf Platz drei folgt die Wisag, der Umsatz stieg auf 653,0 Millionen Euro (+1,2 %). Hierbei handelt es sich ausschließlich um Industrieservice-Umsätze. Leistungen mit Facility und Aviation Services sind nicht enthalten.

Voith vor richtungsweisendem Jahr

Position vier nimmt Voith Industrial Services ein. Nachdem das Unternehmen im vergangenen Herbst die DIW veräußert hat, steht aktuell die gesamte Geschäftseinheit zum Verkauf. Zu den Zahlen: Voith Industrial Services entwickelte sich 2014 konstant. Der Umsatz im Inland fiel nur marginal von 637,0 auf 635,0 Millionen Euro.

Neueinsteiger hinter den „Big Four“ der Industrieservice-Branche

Mit Kaefer Isoliertechnik aus Bremen steigt ein neues Unternehmen direkt auf Platz fünf ein. Der Abstand zu Voith beträgt allerdings 350,0 Millionen Euro. Kaefer erfüllt für 2014 erstmals die Aufnahmekriterien für die Lünendonk®-Liste. Mit 285,0 Millionen reiht sich das Unternehmen, das den Großteil seiner übrigen Umsätze im Ausland erzielt, knapp vor der Weber Unternehmensgruppe aus Pulheim (272,0 Mio. €) ein, die ebenfalls eine positive Umsatzentwicklung verzeichnen konnte. Der Vorsprung auf Kiel Industrial Services, Wesseling, ist signifikant. Knapp 185,0 und damit 0,9 Prozent weniger als 2013 erzielte der Dienstleister im Inland. Das erste „Verfolgerfeld“ der vier führenden Unternehmen schließt Hertel aus Leipzig mit einem konstanten Umsatz (121,0 Mio. €) ab.

Ebert Hera Esser mit größtem Umsatzzugewinn

Auch aufgrund der Übernahme der Esser Anlagentechnik erzielt die neu firmierende Ebert Hera Esser Holding 11,6 Prozent mehr Umsatz im Inland als 2013. Durch den Umsatzanstieg von 86,0 auf 96,0 Millionen Euro rückt der Dienstleister aus Baden-Baden auf Rang neun vor (2013: Platz 11). Dies liegt auch daran, dass Lobbe und InfraServ Knapsack ihre Umsätze nicht in der Form steigern konnten. Während Lobbe um 0,7 Prozent auf 95,6 Millionen Euro wuchs, reduzierte sich der Umsatz des im Chemiepark Hürth ansässigen Dienstleisters aufgrund einer Portfoliobereinigung um 5,4 Prozent von 99,9 auf 94,5 Millionen Euro.

GMR aus Wesseling zweiter Neueinsteiger

Die Gesellschaft für Montage und Regeltechnik (GMR) aus Wesseling ist der zweite Neueinsteiger in die Lünendonk®-Liste. Der Dienstleister ist Teil der Griesemann-Gruppe, die neben Industrieservices auch Engineering- und Technologieberatungsleistungen anbietet. Letztere werden in der entsprechenden Lünendonk®-Liste separat ausgewiesen. Die Segmentumsätze aus dem Geschäftsfeld Industrieservices in Höhe von 48,4 Millionen Euro bringen der GMR Platz zwölf im Industrieservice-Ranking ein. Diesen Platz hatte im vergangenen Jahr noch Piepenbrock Instandhaltung inne. Die Segmentumsätze des Osnabrücker Unternehmens sanken von 50,6 auf 48,0 Millionen Euro (-5,1%). Die Lünendonk®-Liste beschließen – ebenfalls mit mittleren zweistelligen Millionenumsätzen – Stork Technical Services, Regensburg, mit 44,3 und das in Nürnberg ansässige Baumüller Reparaturwerk mit 40,0 Millionen Euro. Die Umsatzzahlen von Baumüller enthalten – anders als in den Vorjahren – die Umsätze der Schwestergesellschaft Baumüller Anlagen-Systemtechnik. Der Umsatzrückgang resultiert aus einem Markteinbruch eines Kunden aus der Textilwirtschaft im asiatischen Raum. Die S.I.S.-Gruppe ist wegen der Neueinsteiger nicht mehr im Ranking vertreten.

IS-Dienstleister stellen Weichen für die Zukunft

Insgesamt verbuchten jeweils sieben Dienstleister der Top 15 einen Umsatzzugewinn respektive Umsatzrückgang, ein IS-Anbieter hielt den Umsatz auf konstantem Niveau. „Das Fazit für 2014 fällt ambivalent aus“, bilanziert Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk. „Einige Firmenmeldungen haben hohe Wellen auch über die Branche hinaus geschlagen. Das niedrige Umsatzwachstum der Top 15 ist vor allem damit zu erklären, dass sich zahlreiche Dienstleister strukturell und organisatorisch mit sich beschäftigt haben, um Portfolio und Mitarbeiter auf komplexere Kundenanforderungen einzustellen – bei anderen stehen derartige Veränderungen unmittelbar bevor.“

Parallel dazu befasst sich die Industrieservice-Branche vor allem mit dem Fachkräftemangel und den weiterhin offenen Fragen im Zuge der Energiewende. „Die geplanten Maßnahmen und zahlreichen Diskussionen um Stromtrassen und Speicher verunsichern aktuell die Kunden der Industriedienstleister“, sagt Sebastian Schramm, Junior Consultant bei Lünendonk. Die Mehrheit der IS-Anbieter befürchtet ausbleibende Investitionen und bewertet die Energiewende aktuell eher als Risiko denn als Chance für Branche und die Dienstleister selbst. „An dieser Stelle warten die Unternehmen auf Entscheidungen aus Bund und Ländern, die Planungssicherheit für alle Seiten bringen würden. Theoretisch böten sich die Dienstleister als Know-how-Partner für Energiemanagement und -effizienz an.“

Studienbezug

Der aktuellen Lünendonk®-Studie liegen Zahlen, Daten und Fakten von 42 in Deutschland tätigen Industrieservice-Unternehmen zugrunde – darunter die 15 führenden. Sie wird im August 2015 als PDF-Datei zum Preis von 1.600,- Euro (exklusive Mehrwertsteuer, inklusive Versand) erhältlich sein.
Die Lünendonk®-Studien gehören als Teil des Leistungsportfolios der Lünendonk GmbH zum „Strategic Data Research“ (SDR). In Verbindung mit den Leistungen in den Portfolio-Elementen „Strategic Roadmap Requirements“ (SRR) und „Strategic Transformation Services“ (STS) ist Lünendonk in der Lage, ihre Beratungskunden von der Entwicklung der strategischen Fragen über die Gewinnung und Analyse der erforderlichen Informationen bis hin zur Aktivierung der Ergebnisse im operativen Tagesgeschäft zu unterstützen.

 
 
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