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DIN VDE-Normen

Maschinen- und Betriebsmittelprüfungen nach DIN VDE

am 17.12.2014 um 10:00 Uhr

Jeder Unternehmer weiß: Nur eine rundum gesetztes-konforme Prüfung und Instandhaltung sämtlicher Anlagen und Betriebsmittel kann einen sicheren Arbeitsplatz gewährleisten! Aus diesem Grund spielen die jährlich wiederkehrenden Maschinen- und Betriebsmittelprüfungen nach DIN VDE-Normen auch eine entscheidende Rolle für den Arbeitsschutz eines Unternehmens.

vdeDoch welche Verordnungen bilden die gesetzliche Grundlage der DIN VDE? Was bedeutet die Abkürzung VDE und welche VDE-Richtlinien kommen in der Praxis häufig zum Einsatz? Dieser Artikel enthält die wichtigsten Informationen rund um VDE-Prüfungen!

Gesetzliche Grundlage für Maschinen- und Betriebsmittelprüfungen

Die Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV Vorschrift 3 → früher BGV A3) verpflichten den Unternehmer dazu, sämtliche elektrisch betriebene Anlagen und Betriebsmittel durch bzw. unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft auf ihren ordnungsgemäßen Zustand hin prüfen zu lassen. Wie, wie oft und in welchem Umfang die firmeneigenen Anlagen, Installationen, Maschinen und Geräte zu prüfen sind, muss laut §3 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach TRBS 1111 (Technische Regeln für Betriebssicherheit) ermittelt werden.

Die DIN VDE-Normen werden als Richtlinien für den korrekten Prüfungsablauf herangezogen. Welche der zahlreichen DIN VDE-Normen für die Kontrolle der firmeneigenen Maschine oder des Betriebsmittels anzuwenden ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung sowie aus der Art und aus den Eigenschaften des jeweiligen Prüfgegenstandes.

Wofür steht die Abkürzung „VDE“?

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik e. V. (kurz: VDE) ist eine internationale Experten-Plattform für Wissenschaft, Normung und Produktprüfung. Das Kerngeschäft des VDE bilden der fachübergreifende Wissenstransfer und Informationsaustausch rund um technische Neuerungen und Weiterentwicklungen auf den Gebieten Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Nanotechnik und Automation.

Als Teil des VDE ist die DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik im DIN und VDE) für die Entwicklung weltweit anerkannter Standards sowie Prüf- und Kontrollverfahren zuständig. Die DKE definiert VDE-Bestimmungen, die sich unter anderem mit den Themen „gefährliche Ströme“ und „gefährliche Spannungen“ beschäftigen. Das VDE-Vorschriftenwerk mit aktuell mehr als 3.500 DIN-VDE-Normen und Entwürfen wird in ehrenamtlicher Tätigkeit ebenfalls durch die Mitglieder der DKE erarbeitet.

Mit Hilfe der Normen-Bibliothek des VDE-Verlages ist es möglich, Zugriff auf sämtliche Richtlinien des VDE-Vorschriftenwerks, der VDE-Schriftenreihe und zu weiteren Fachbüchern des VDE zu erhalten.

DIN VDE-Normen in der Praxis

vde_0701_0702Beispiel 1: DIN VDE 0701/0702 – Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte
Zu den am häufigsten, angewandten Richtlinien zählen die DIN VDE 0701 und die DIN VDE 0702. Diese geben den Prüfungsablauf an ortsveränderlichen elektrischen Geräten nach Änderung oder Reparatur (VDE 0701) sowie die Wiederholungsprüfung an ortsveränderlichen elektrischen Geräten (VDE 0702) vor. Als „ortsveränderlich“ werden hierbei sämtliche Betriebsmittel betrachtet, die in gleicher Funktionsweise an verschiedenen Standorten zum Einsatz kommen können – von der Kaffeemaschine über den Bohrer bis hin zum Computer, Scanner und Staubsauger!

Der grobe Ablauf einer Prüfung nach DIN VDE 0701/0702 gestaltet sich wie folgt:

Nachdem im Rahmen einer Sichtprüfung das Gehäuse, die Anschlüsse und das Kabel des Prüfgegenstandes auf Gebrauchsspuren, Verschmutzungen und Beschädigungen untersucht wurden, ist die jeweilige Schutzklasse zu ermitteln. Die Schutzklasse des Betriebsmittels bestimmt das weitere Vorgehen der Prüfung nach DIN VDE 0701 und DIN VDE 0702. Ihre sorgfältige Ermittlung dient somit der Sicherheit aller an der Prüfung beteiligter Personen.

Im Anschluss an eine Funktionsprobe des Gerätes, werden verschiedene Messungen vorgenommen. Nach dem Abgleich mit den vorgeschriebenen Grenzwerten, die aus der DIN VDE 0701/0702 hervorgehen, werden die Messergebnisse in einem Prüfbericht dokumentiert. Abschließend versieht man optimaler Weise den Prüfbericht sowie das geprüfte Betriebsmittel mit einer Plakette nach DIN VDE 0701/0702. Der Prüfbericht sollte für eine rechtssichere Dokumentation nun mindestens bis zur nächsten Geräteprüfung archiviert werden. Die Prüfplakette am Prüfgegenstand weist für alle Mitarbeiter deutlich aus, wann die Geräteprüfung durchgeführt wurde und zu welchem Zeitpunkt die nächste Prüfung nach DIN VDE 0701/0702 erfolgen muss.

vde_0100Beispiel 2: DIN VDE 0100 – Errichten und Prüfen von Niederspannungsanlagen
Eine weitere, oft verwendete Norm ist die DIN VDE 0100 sowie deren zahlreiche Folgenormen. Die DIN VDE 0100-Richtlinienserie wird zum Errichten und Prüfen von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 Volt herangezogen. Der grundlegende Ablauf der Prüfung ist dem der DIN VDE 0701/0702 sehr ähnlich:

 

  • Sichtprüfung
  • Funktionsprobe
  • Messungen
  • Ergebnisauswertung
  • Dokumentation

Allerdings sind für die normgerechte Ausführung dieser Prüfung natürlich differenzierte Regeln zu beachten. Der VDE-Verlag bietet für die richtige Umsetzung sämtlicher DIN VDE-Richtlinien daher viele umfangreiche Fachbücher auf der Basis der aktuellen Gesetzeslage an.

DIN VDE-geprüfte Maschinen und Geräte sind SICHERE Maschinen und Geräte

Die gesetzlich vorgeschriebenen Maschinen- und Betriebsmittelprüfungen nach DIN VDE-Normen leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz aller Beschäftigten. Mit der Einhaltung der DGUV Vorschrift 3 und der Prüfung gemäß DIN VDE beugen Sie elektrisch bedingten Arbeitsunfällen sowie der Entstehung von Bränden aufgrund elektronischer Mängel vor.

Weiterhin gewährleisten Sie mit der normgerechten Dokumentation und Durchführung von Maschinen- und Betriebsmittelprüfungen den Gebäudeversicherungsschutz der Firma. Denn im Falle eines Versicherungsschadens stehen Sie als Unternehmer natürlich in der Beweispflicht. Missachtet der Betrieb die Bestimmungen der DGUV Vorschrift 3 und zieht dies Unfälle nach sich, bei denen z. B. Menschen zu Schaden kommen, können die Berufsgenossenschaften sämtliche Kosten in Form von Regressforderungen an den Unternehmer geltend machen.

Nur wer alle elektrischen Anlagen und Geräte ordnungsgemäß und fristgerecht nach DGUV Vorschrift 3 und DIN VDE warten und prüfen lässt, ist haftungsfrei und somit immer auf der sicheren Seite!

 
 
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