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Der Computer als Werkzeug des Instandhalters: Predictive Maintenance bedeutet mehr als herkömmliche Instandhaltungsplanung. Bild: industrieblick - Fotolia.com

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Der Computer als Werkzeug des Instandhalters: Predictive Maintenance bedeutet mehr als herkömmliche Instandhaltungsplanung.
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Bauteile erst dann reparieren, wenn ein Störfall bereits eingetreten ist – das war gestern. Heute ermöglichen Sensortechnik und intelligente Datenanalyse eine vorausschauende Wartung von Produktionsmaschinen. Dank der digitalen Vernetzung und der Kommunikation der Maschinen, der Werkstücke und der Komponenten in der Industrie-4.0-Umgebung können Betreiber von Maschinen und Anlagen Zustandsdaten von Maschinenkomponenten laufend erfassen, mit Informationen aus Drittsystemen (zum Beispiel ERP oder CRM) kombinieren und analysieren, um den optimalen Wartungszeitpunkt vorherzusagen. Durch Predictive Maintenance, kurz PM, werden drohende Ausfälle frühzeitig erkannt, Prozesse beschleunigt und Produktionsstillstände vermieden – so die Erwartung.

„Predictive Maintenance ist aktuell die meistdiskutierte und -hinterfragte Maintenance-Repair-Overhaul-Strategie“, sagt Peter-Michael Synek, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbands Fluidtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA). Dass die auf PM ruhenden Hoffnungen berechtigt sind, belegt eine aktuelle Studie des Weltwirtschaftsforums und des Beratungsunternehmens Accenture: Die Einsparungen bei geplanten Reparaturen belaufen sich danach auf zwölf Prozent. Wartungskosten sinken um fast 30 Prozent. Ungeplante Stillstände gehen der Studie zufolge um 70 Prozent zurück. „Predictive Maintenance ist ein wichtiger Baustein in einer Industrie-4.0-Umgebung“, erklärt Synek.

„Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Predictive Maintenance organisieren wir erstmals auf der kommenden Hannover Messe einen eigenen Ausstellungsbereich mit integriertem Gemeinschaftsstand für dieses spannende Thema. Die Fläche liegt im Norden der Halle 17, direkt am Haupteingang Nord“, sagt Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter bei der Deutschen Messe AG. „Dort werden konkrete Lösungsbeispiele für Predictive-Maintenance-Anwendungen gezeigt.“

Neben der Sonderschau „Predictive Maintenance 4.0“ mit ihren Showcases und Live-Demos werden auch Guided Tours angeboten. Auf den Firmenständen erfahren die Teilnehmer, wie Maschinendaten laufend erfasst, verarbeitet und analysiert werden, um den Betreibern Informationen über den Zustand des Bauteils, des Systems oder der Maschine zu geben.

Bessere Produktionsplanung, längere Laufzeit der Maschinen, Vermeidung von ungeplanten Stillständen – auch eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC sieht darin die drei wichtigsten Gründe für PM. Bereits im Jahr 2014 hatte ein Viertel der von IDC befragten Fertigungsunternehmen eine vorausschauende Wartung mittels Echtzeit-Daten im Einsatz, zum Teil in Pilotprojekten. Die Marktforscher erwarten deshalb „ein dynamisches Marktumfeld im Bereich der vorausschauenden Wartung auf Basis von Echtzeitdaten“.

Nicht nur der Automatisierungstechnik eröffnet sich ein Milliardenmarkt. Auch internationale IT-Größen wie SAS, SAP, IBM oder Bosch Software Innovations sind äußerst aktiv, um die wachsende Nachfrage nach PM-Lösungen zu befriedigen. Der VDMA sieht zudem deutsche Anlagen- und Maschinenbauer sowie deren Zulieferer in einer Schlüsselrolle bei PM.

Bereits auf der Hannover Messe 2015 griffen der Pneumatik-Spezialist Aventics, die Schaeffler Gruppe oder die Telematik-Plattform Openmatics, eine Tochter der ZF Friedrichshafen, den Trend auf. Bosch Rexroth veranschaulichte mit einem eigenen Industrie-4.0-Demonstrator plastisch, wie sich Condition Monitoring mit prädiktiver Instandhaltung in den Gesamtprozess integrieren lässt. Condition Monitoring (CMS) – in der Industrie 4.0 reicht das nun aber nicht mehr aus. Immer mehr Unternehmen kombinieren CMS mit Analyse-Tools für eine vorausschauende Wartung.

Kontakt: Deutsche Messe, www.hannovermesse.de