Erster einheitlicher Standard für Lebenszykluskosten

Association Schweiz haben im Rahmen der gemeinsamen Richtlinie GEFMA / IFMA 220 ein Excel-basiertes Rechenmodell erstellt. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von der Hochschule für Wirtschaft und Recht HWR Berlin. “Wir wollten mit der neuen Richtlinie nicht nur die erforderlichen theoretischen Grundlagen zusammentragen, sondern auch einen möglichst hohen praktischen Nutzwert bieten”, begründet Prof. Dr. Andrea Pelzeter von der HWR Berlin die Entscheidung, die Tabellenkalkulation zum Bestandteil der Richtlinie zu machen. Die Excel-Tabelle beinhalte zudem zur besseren Anschaulichkeit reelle Daten einer anonymisierten Immobilie.

Hintergrund ist: Für die Akteure auf den Immobilienmärkten wird es immer wichtiger, die Lebenszykluskosten von Immobilien in ihre Investitionsentscheidungen einzubeziehen. “Vor allem für das Thema Nachhaltigkeit spielen die Lebenszykluskosten eine bedeutende Rolle”, sagt Wilfried Schmahl, Vorstand GEFMA und Geschäftsführer bei der STRABAG Property and Facility Services. Zusätzliche Investitionen beispielsweise in mehr Energieeffizienz müssten sich rechnen. Die Richtlinie 220 und das Rechenmodell böten hier Unterstützung für Eigentümer, Investoren, Entwickler beziehungsweise deren Dienstleister wie Asset, Property und Facility Manager. Ein wichtiger Aspekt ist die Transparenz: “Bislang hat jeder Marktteilnehmer für sich und mit seinem eigenen Modell die Lebenszykluskosten ermittelt”, so Schmahl. Der Vergleich der Lebenszykluskosten zweier Immobilien sei so nur selten möglich gewesen, da die Annahmen und zugrundeliegenden Rechenwege teilweise sehr unterschiedlich waren. “Häufig wurden buchstäblich Äpfel mit Birnen verglichen”, sagt Schmahl.

Um das Rechenmodell möglichst praxisnah zu gestalten, haben GEFMA, IFMA Schweiz und HWR bei den Marktakteuren in Deutschland und der Schweiz die relevanten Stellschrauben für die Berechnung der Lebenszykluskosten erhoben. “Die Praktiker stimmen darin überein, dass Lebenszykluskosten nur über einen Zeitraum von maximal 30 Jahren gerechnet werden sollten”, so Pelzeter. Wichtig sei außerdem, dass die Berechnung auf der so sogenannten Kapitalwertmethode basiere. Dabei werden die Barwerte aller Zahlungen summiert, die im Lebenszyklus fällig werden. “Der Barwert zeigt an, welcher Betrag heute angelegt werden müsste, um bei einer bestimmten Verzinsung alle Ausgaben im betrachteten Zeitraum tätigen zu können”, sagt Pelzeter. Beide Empfehlungen sind in das Rechenmodell und die Richtlinie eingeflossen.

Bezugsmöglichkeiten:

GEFMA / IFMA 220-1
“Lebenszykluskostenrechnung im FM; Einführung und Grundlagen”
Ausgabe 2010-09
Umfang: 31 Seiten
Preis: 32,00 Euro zzgl. gesetzlicher USt (kostenlos für GEFMA Mitglieder)

GEFMA / IFMA 220-2
“Lebenszykluskostenrechnung im FM; Anwendungsbeispiel”
Entwurf 2010-09
Umfang: 21 Seiten (Anhang B als Excel-Tabelle, ca. 100 Seiten)
Preis: 48,00 Euro zzgl. gesetzlicher USt (kostenlos für GEFMA Mitglieder)

www.gefma.de