Themen, Trends und Events auf der EUROMAINTENANCE 2010 in Verona

EUROMAINTENANCE Conference and Exhibition, der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung des europäischen Dachverbandes EFNMS Die EUROMAINTENANCE hat sich in den 20 Jahren ihres Bestehens zu einer Institution, zu einer wichtigen Drehscheibe für Informationen und zum Treffpunkt für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Instandhalter entwickelt Mit der Zeit veränderte sich der Kreis der Teilnehmer allerdings beträchtlich Inzwischen stammt eine nicht geringe Anzahl der Vortragenden und auch der Besucher aus China, Nord- oder Südamerika, den Golfstaaten oder Australien Jahren ihres Bestehens zu einer Institution, zu einer wichtigen Drehscheibe für Informationen und zum Treffpunkt für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Instandhalter entwickelt. Mit der Zeit veränderte sich der Kreis der Teilnehmer allerdings beträchtlich. Inzwischen stammt eine nicht geringe Anzahl der Vortragenden und auch der Besucher aus China, Nord- oder Südamerika, den Golfstaaten oder Australien.

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Instandhaltung weltweit gemeinsam: Das Executive Committee der in Verona offiziell geründeten GFMAM besteht aus (v.l.) Nezar Shammasi GSMP (Sekretär), John Hardwick, AM Council, Vizepräsident, Timothy Goshert, SMRP, Schatzmeister, Hans Klemme-Wolff, EFNMS, Präsident, Lobato de Campos, ABRAMAN.

Dieser Umstand wirkt sich insgesamt sehr positiv aus, denn insbesondere aus der angloamerikanischen Welt werden neue Impulse eingebracht, etwa bei der Betrachtungsweise des Verhältnisses von Asset Management und Instandhaltung.
Um dieser Entwicklung einen neuen und stabilen Rahmen zu geben, wurde in diesem Jahr auf der EUROMAINTANCE das Global Forum on Maintenance and Asset Management GFMAM gegründet. Die Mitgliederorganisationen ABRAMAN, Brasilien, AMC, Australien, EFNMS, Europa, FIM, Südamerika, GSMP, Arabische Golfregion und SMRP, USA, unterzeichneten in Verona feierlich das Abkommen zur Gründung der GFMAM als Körperschaft nach Schweizer Recht.
Als Aufgabe und Vision formulierten die Gründungsmitglider der GFMAM, eine weltweite Gemeinschaft von Organisationen zu sein und die Führung im Bereich des Asset Management und der Instandhaltung zu übernehmen („To be a worldwide community of organizations providing leadership for asset management & maintenance communities”).
Die Gründung einer solchen weltweiten Organisation ist zweifellos ein Schritt nach vorn, was aber nicht bedeutet, dass in Europa bereits alle Probleme gelöst wären und der globale Aspekt in den Fokus rückt.
Welche großen Aufgaben auch auf unserem kleinen Kontinent noch zu lösen sind, illustrierte die Initiative zweier Organisationen im Rahmen des ,Global Forum on Maintenance and Asset Management‘ in Verona: Das britische ,Institute of Asset Management’ (IAM) und das ,Australian Asset Management Council’ (AM Council) schlossen ein Abkommen zur Zusammenarbeit mit dem Ziel, die internationale Anerkennung und Vergleichbarkeit der Qualifikationen im sich dynamisch entwickelnden Bereich des Asset Management zu verbessern.

Maintenance in Europe

logo efnms_thumbnailEFNMS und EUROMAINTENANCE
EFNMS (European Federation of National Maintenance Societies) wurde 1970 als Dachverband der europäischen Instandhaltungsverbände gegründet und hat ihren Sitz in Belgien. Derzeit gehören der EFNMS 22 europäische Verbände an, Deutschland ist durch  die GFIN Gesellschaft für Instandhaltung vertreten. Zu den Aufgaben der EFNMS zählen:

  • Koordinierung der Beziehungen zwischen den europäischen nationalen Instandhaltungsverbänden und Pflege von Kontakten zu solchen Verbänden weltweit.
  • Erfassung und Verbreitung von Informationen zu modernen Mangement-Methoden, und Instandhaltungstechnologien.
  • Unterstützung bei der Verleihung von Preisen und Auszeichnungen im Bereich der Instandhaltung.
  • Erarbeitung von Entwürfen zur Normung im Bereich der Instandhaltung.

Die EFNMS ist Träger der alle zwei Jahre stattfindenden  Euromaintenance-Konferen. Die nächste ist für 2012 in Belgrad geplant. Seit 2010 gibt die EFNMS die Fachzeitschrift ,maintworld’ in englischer Sprache heraus.
www.efnms.org

Dabei geht es darum, Unternehmen die Auswahl geeigneter Mitarbeiter und Partner zu erleichtern, es den Instandhaltungs-Experten einfacher zu machen, Arbeitsplätze zu finden und die Mobilität von Mitarbeitern zwischen verschiedenen Regionen zu erhöhen. Praktisch bedeutet das die Implementierung eines Prozesses zur Bewertung  und zum Vergleich von Qualifikationen, in den führende Organisationen des Asset Management weltweit einbezogen werden.

Englischsprachige Anbieter werden noch 2010 erfasst

IAM und AM Council haben eine Erprobungsphase von Konzept und Methodik der Zusammenarbeit vereinbart bis zum Jahresende vereinbart. Während dieser Zeit werden führende Anbieter entsprechender Qualifikationen wie Universitäten, Ausbildungs-Dienstleister und Berufsverbände aus Australien, Europa, Asien, Nordamerika und Südafrika erfasst. Eine Expertengruppe vergleicht und bewertet die von diesen Organisationen angebotenen Qualifikationen, um  Machbarkeit und Nutzen des vorgesehenen Prozesses zu erproben.
Interessant ist dabei allerdings, dass es derartige Bestrebungen zur Vereinheitlichung von Qualifikationen und ihren Bezeichnungen auch im Europäischen Rahmen der EFNMS gibt. Bisher waren diese aber offensichtlich von nicht allzu großem Erfolg gekrönt.
Wenn nun zwei englischsprachige Organisationen – und zwar nicht unbedeutende, wie IAM und AMC – sich dieser Aufgabe widmen, so hat das besondere Bedeutung. Denn Englisch ist nun einmal die Sprache, in der eine solche Vereinheitlichung erfolgen wird. Die Probleme mit den Master- und Bachelor-Titeln in der deutschen Bildungslandschaft lassen erahnen, dass eine Verstärkung der Bemühungen aus dem anglophonen Raum nicht nur auf eine sprachliche, sondern auch auf die inhaltliche Angleichung der Aus- und Weiterbildungsstrukturen und der Lizenzierungen zielt. Und wenn nun noch die Amerikaner hinzu kommen…?

Kampagne

5496 03_thumbnailGesunde Arbeitsplätze
Die gesamteuropäische Kampagne ,Gesunde Arbeitsplätze‘ befasst sich in den Jahren 2010 und 2011 mit dem Thema ,Sichere Instandhaltung‘. Eine der wichtigsten Aktivitäten zur Unterstützung der europäischen Kampagne ist der europäische Wettbewerb für gute praktische Lösungen. Mit dem Wettbewerb sollen Beispiele guter praktischer Lösungen im Bereich der sicheren Instandhaltung bekannt gemacht werden.
Weitere Highlights sind zwei europäische Wochen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, im Oktober 2010 und im Oktober 2011. Dabei handelt es sich um jährliche Veranstaltungen zur Förderung von mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
Einzelpersonen und Organisationen aller Größen können an diesen Veranstaltungen teilnehmen oder eigene Veranstaltungen  wie Sicherheitsdemonstrationen, Schulungsveranstaltungen, Seminare  und Workshop organisieren.
http://osha.europa.eu/de/campaigns/hw2010/maintenance

GFMAM Logo 2_thumbnailSicherlich ist vor diesem Hintergrund die aktuelle Information, dass sich die deutschen Instandhaltungsverbände endlich auf eine Zusammenarbeit in der Dachorganisation FOKUS geeinigt haben, eine gute Nachricht.
Ein weiterer Themenschwerpunkt in Verona war der Arbeitsschutz, insbesondere weil die europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) ihre aktuelle Kampagne für gesunde Arbeitsplätze auf die Instandhaltung fokussiert hat.
In weiteren Vorträgen und Diskusionen ging es dann um folgende Themen:

  • Strategien des Asset Management in Zeiten der Wirtschaftskrise.
  • Nachhaltigkeit, Effizienz – die Implementierung von Instandhaltungstechnologien für nachhaltiges Wachstum.
  • Instandhaltungsmanagement.
  • Innovationen in der Instandhaltung in einer neuen Ära von Professionalität und Innovation.
  • Neue Technologien – die Entwicklung neuer Technologien der Instandhaltung für mehr Wettbewerbsfähigkeit industrieller Unternehmen.

Da es im Rahmen eines Übersichtsbeitrages nicht möglich ist, auf jedes dieser wichtigen Themen auch nur einigermaßen umfassend einzugehen, werden wir in den nächsten Ausgaben des Fachmagazins ,Instandhaltung‘ einige der interessanten Berichte und Erkenntnisse separat vorstellen.
Der ,Nobelpreis‘ der Maintenance-Community, der von der Salvetti Foundation gestiftete Euromaintenance Incentive Award, ging in diesem Jahr an den Belgier Erwin Bovyn. Der bei SPE-Luminus Ghent tätige Instandhaltungsmanager wurde bereits 2009 für seine Verdienste um die Instandhaltung in seinem Heimatland zum Maintenance Manager des Jahres gekürt.

Ingo Busch