Die Konzernzentrale des TÜV Rheinland in Köln. Das Unternehmen hat 2019 einen Umsatzrekord eingefahren.

Der TÜV Rheinland hat 2019 einen Umsatzrekord erzielt - 2020 könnte aufgrund der Corona-Auswirkungen nicht so glänzend laufen. - Bild: TÜV Rheinland

| von Stefan Weinzierl

Der TÜV Rheinland ist im Geschäftsjahr 2019 weiter gewachsen: Der Umsatz des Prüfdienstleisters kletterte erstmals über die Zwei-Milliarden-Grenze und lag damit bei 2,085 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 87 Millionen Euro oder 4,4 Prozent. Das hat das Unternehmen jetzt bekannt gegeben.

Das Ergebnis (EBIT) lag mit 135,6 Millionen Euro etwas niedriger als im Jahr 2018 (137,5 Millionen Euro). Die EBIT-Rendite betrug im vergangenen Geschäftsjahr 6,5 Prozent. Gestiegen ist die Zahl der Beschäftigten weltweit: Sie erreichte im Jahresdurchschnitt 2019 genau 21.441 Angestellte - umgerechnet auf Vollzeitstellen. Das sind 991 oder 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Investitionsvolumen lag bei 70 Millionen Euro.

"Wir sind mit unserem Umsatzwachstum insgesamt zufrieden. In den vergangenen Jahren haben wir Umsatz und Ergebnis jeweils steigern können. Das ist auch für die kommenden Jahre nach Überwindung der Corona-Krise unser Ziel", so der Vorstandsvorsitzende der TÜV Rheinland AG Dr.-Ing. Michael Fübi bei Vorstellung der Bilanz.

TÜV Rheinland von Corona-Auswirkungen "negativ betroffen"

Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie zeigt sich Fübi nur mittelfristig zuversichtlich: Der TÜV Rheinland sei momentan von den Auswirkungen der Corona-Krise in verschiedenen Ländern negativ betroffen. Und zwar nicht mehr nur in dem Fall, wenn eine Leistungserbringung nicht möglich ist - beispielsweise bei der Durchführung von Präsenzseminaren in der Akademie in Deutschland oder bei der Fahrzeugprüfung in Spanien.

Inzwischen sind Kunden in nahezu allen Ländern und Branchen von den Folgen der Pandemie stark betroffen, so dass insgesamt ein Umsatzrückgang zu erwarten sei. In Deutschland nutzt das Unternehmen deshalb in einigen Bereichen das Instrument der Kurzarbeit.

Mittelfristig sieht sich der TÜV Rheinland sehr gut aufgestellt. Fübi: "Sicherheitsrelevante Prüfungen für einige Wochen auszusetzen ist nachvollziehbar und vertretbar. Dauerhaft auf die Prüfung von Industrieanlagen oder Kraftwerken, von Fahrzeugen, IT-Infrastruktur oder Aufzügen zu verzichten, geht nicht. Viele unserer Dienstleistungen sind relevant für unser Leben und unsere Wirtschaft. Daran ändert sich durch die jetzige Krise nichts."

Stellenwert von Sicherheit im Alltag wächst

Wie stark sich die Corona-Pandemie auf das Geschäft des Unternehmens im Jahr 2020 auswirken wird, lässt sich aktuell laut TÜV Rheinland noch nicht genau beziffern. Zwei für die Prüfer wichtige Trends seien aber absehbar. So wird die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft durch die aktuelle Pandemie international erheblich vorangetrieben. Unter anderem hat der TÜV Rheinland 2019 15 Millionen Euro in Zukunfts- und Digitalisierungsthemen investiert, insbesondere in die Umstellung auf One SAP on HANA, das größte IT-Projekt der vergangenen Jahrzehnte.

 

Erheblich waren auch die Investitionen in eine neue digitale Kundenplattform für Kunden im Geschäftsbereich Produkte. Der Bereich der beruflichen Qualifikationen, Fortbildungen und Seminare wird verstärkt in E-Learning-Kursen oder in der "virtuellen Akademie" von TÜV Rheinland abgewickelt. Für Audits und anstehende Prüfungen hat TÜV Rheinland, wo es möglich ist und in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden und Kunden, Remote-Audits entwickelt und führt diese durch. Der Grund für diese Maßnahmen: TÜV Rheinland geht davon aus, dass bestimmte Bereiche des Arbeitens und Wirtschaftens dauerhaft durch die Corona-Pandemie verändert werden, es kein Zurück zur alten "Normalität" gibt.

TÜV Rheinland

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