Blick in die Zukunft: Mathias Mayer (l.) und Andreas Rieker (r.) haben "Predictive Maintenance" entwickelt und können damit Verschleiß schon vor dem Auftreten in Produktionsanlagen vorhersehen.

Blick in die Zukunft: Mathias Mayer (li.) und Andreas Rieker haben "Predictive Maintenance" entwickelt und können damit Verschleiß schon vor dem Auftreten in Produktionsanlagen vorhersehen. - Bild: Audi

| von Stefan Weinzierl

Das konzernweite Vorreiterprojekt wird aktuell im Karosseriebau am Standort Neckarsulm getestet, wie der Autobauer jetzt mitteilte. "Predictive Maintenance", also die vorausschauende Instandhaltung, erkennt dort möglichen Verschleiß an einer Füge-Anlage, die verschiedene Karosseriebauteile zusammennietet. "In den Stanznietsystemen werden zwischen 600.000 und 1,2 Millionen Niete mit Druckluft durch einen Kunststoffschlauch getrieben. Bei dieser Technik wird der Stanzniet mit bis zu 20 Metern pro Sekunde durch den Schlauch befördert. Dadurch entstehen Verschleißspuren innerhalb des Schlauchs", sagt Andreas Rieker, Instandhaltungsplaner am Audi-Standort Neckarsulm.

Um den idealen Zeitpunkt für den Austausch der Schläuche zu bestimmen, haben die Audianer über eine Million Daten, sogenannte Big Data, gesammelt und ausgewertet. Plötzlich auftretende Anlagenausfälle können damit weitestgehend ausgeschlossen und anfallende Wartungsarbeiten in der produktionsfreien Zeit durchgeführt werden. "Unser Ziel ist es, den Verschleiß und auftretende Probleme zu erkennen, bevor sie entstehen. Wir werfen sozusagen einen Blick in die Zukunft – mithilfe von Daten, Algorithmen und Messwerten", meint Mathias Mayer vom Tech Hub Data Driven Production am Audi-Standort Neckarsulm.

Die Prozesse werden von den Mitarbeitern außerdem standardisiert, um mehrere Anlagen und Maschinen mit Datenbanken zu verbinden. In naher Zukunft sollen auch andere Prozessdaten ausgelesen und interpretiert werden.

Das erleichtert die Arbeit der Instandhalter und fördert eine effizientere Produktion. "Predictive Maintenance" soll nach einer erfolgreichen Pilotphase in die Serienproduktion gehen und auch an anderen Anlagen und in anderen Bereichen eingesetzt werden.

Weitere Unterstützung erhalten die Instandhalter im Neckarsulmer Karosseriebau von der App "iMaintenance". Dahinter verbirgt sich eine Wissensdatenbank mit rund 5.000 Seiten Material, klaren Maßnahmen zur Fehlerbehebung und Handlungsempfehlungen. Zeigt eine Maschine einen Fehlercode an, kann der Audianer diesen einfach auf einem Tablet eingeben und erhält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was bei der Instandhaltung zu tun ist. Die App "iMaintenance" ist Teil des Gemeinschaftsprojekts "Mobile Integrated Maintenance" von den Audi-Standorten Ingolstadt und Neckarsulm. Es umfasst noch weitere innovative Projekte, wie die App "Audi Mobile Instandhaltung".

Audi AG

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