Für die Flugzeug-Familie Airbus A350 (im Bild das MSN1 FlightLab) kommen künftig flugfertige Teile aus dem 3D-Drucker.

Für die Flugzeug-Familie Airbus A350 (im Bild das MSN1 FlightLab) kommen künftig flugfertige Teile aus dem 3D-Drucker. - Bild: Airbus

Das Unternehmen Materialise hat jetzt bekannt gegeben, dass es von Airbus die Qualifizierung für die Herstellung flugfertiger Teile mit Lasersintertechnologie erhalten haben. Das dazu von EOS hergestellte Material ist ein schwer entflammbares Polyamid (PA 2241 FR). Mit dieser Entwicklung sind Materialise und EOS die ersten Zulieferer, die von Airbus für die Herstellung von lasergesinterten Teilen unter der Prozessspezifikation AIPS 03-07-022 qualifiziert wurden. Materialise bietet jetzt zwei von Airbus genehmigte 3D-Drucktechnologien für flugbereite Bauteile an.

Die Qualifikation gilt Airbus-weit und ist ein wichtiger Meilenstein für die breitere Einführung von Polymer-3D-Druck in der Luft- und Raumfahrt. PA 2241 FR bietet Airbus und seinen Zulieferern eine kostengünstige Ergänzung zum ursprünglich validierten 3D-Druckmaterial Ultem 9085, das ebenfalls bei Materialise verwendet wird.

Mit der Qualifizierung von Lasersintern erweitert Airbus die Verwendungsmöglichkeiten von additiver Fertigung um die weltweit zweithäufigste 3D-Drucktechnologie. Neben dem Material PA 2241 FR umfasst die Qualifizierung auch die jeweiligen Verfahren für den 3D-Druck des Materials auf EOS-Systemen. Materialise wird dementsprechend EOS-Systeme einschließlich der EOS P 770 zur Herstellung von PA-2241-FR-Bauteilen für Airbus einsetzen.

Das Polymer von EOS wird in den Lasersinter-Anlagen von Materialise für Airbus verarbeitet.
Das Polymer von EOS wird in den Lasersinter-Anlagen von Materialise für Airbus verarbeitet.- Bild: Materialise

EOS PA 2241 FR, das neu qualifizierte Material, ist ein schwer entflammbares Material auf Polyamid12-Basis, das für die Verarbeitung in Lasersintersystemen verwendet wird. Aufgrund seiner hohen Wiederverwendungsrate ermöglicht PA 2241 FR eine kostengünstige Produktion bei gleichzeitiger Einhaltung der strengen Qualitätsstandards für flugbereite Teile. Zu den typischen Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt gehören Luftkanäle und Halterungen im Flugzeuginnenraum. Das Material eignet sich für Bauteile, die Anforderungen bezüglich Feuer, Rauch und Toxizität ohne zusätzlichen Einsatz einer Grundierung oder Deckbeschichtung erfüllen müssen.

Die Qualifizierung ist ein wichtiger Meilenstein für den Einsatz von 3D-Druck mit Polymerwerkstoffen bei Airbus. Die Zusammenarbeit mit Materialise begann vor Jahren, als die FDM-Technologie für das A350-System eingeführt wurde. Mit der neuen Fertigungstechnologie werden die Einsatzmöglichkeiten von 3D-Druck für Verkehrsflugzeuge als auch für Produkte anderer Airbus-Abteilungen erweitert.

Materialise druckt derzeit rund 100 verschiedene Teilenummern für den Airbus A350, insgesamt schätzungsweise 26,000 Teile pro Jahr im gesamten A350-Ökosystem. Darüber hinaus wird das Unternehmen Teile für andere Airbus-Flugzeugplattformen liefern, darunter den A320, A330 und A340. Dabei spielt die industrielle 3D-Drucktechnologie von EOS jetzt und in Zukunft eine zentrale Rolle.

Bearbeitet von Stefan Weinzierl

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