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Effizienzsteigerung

Wüstenfüchse

Wolfgang Becker, Joachim Dyrbusch am 06.09.2010 um 08:00 Uhr

KRAFTWERKSSCHULE e.V. und agiplan waren in einem nordafrikanischen Staat mit großen Wüstenterritorien an einem Großprojekt zur Leistungssteigerung von Kraftwerken beteiligt. Ein großer nordafrikanischer Stromerzeuger betreibt an mehr als zwanzig Standorten Dampf-, Gas- sowie Gas- und Dampf-Kraftwerke (GuD) und Meerwasserentsalzungsanlagen.

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Kraftwerk am Wüstenrand: Seine Leistungsfähigkeit bestimmt die Energie- und Wasserversorgung.

Als einer der größten Staaten des Kontinents besteht das nordafrikanische Land zu über 90 % aus Wüste. Der Großteil der Bevölkerung lebt in einem nur 50 km schmalen Streifen entlang der Mittelmeerküste. Seit jeher sind hier große Anstrengungen erforderlich, um Bevölkerung und Industrie mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen. Die Bereitstellung von Wasser und Elektrizität beruht dabei auf leistungsstarken Destillationsanlagen und Stromkraftwerken in Küstennähe.
Insbesondere die Energieerzeugungsanlagen müssen den Anforderungen, die sich aus der stark wachsenden Bevölkerungszahl ergeben, gerecht werden und den ehrgeizigen Entwicklungszielen der Politik standhalten. Das hat bestimmte Konsequenzen: Der Strom- und Süßwasserproduzent ist gezwungen, seine Anlagen auf hohem Leistungsniveau zu halten und die Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Das heißt, er muss permanent Möglichkeiten zur Optimierung der Abläufe im Produktionsalltag prüfen und entsprechend schnell agieren.

Es ging um höhere Verfügbarkeit und mehr Effizienz

Um diese Aufgaben lösen zu können, beauftragte das Unternehmen die Kraftwerksschule e.V. (KWS) mit der Analyse der acht wichtigsten Standorte und der Erarbeitung von Maßnahmenkatalogen zur Leistungssteigerung. Die Unternehmensziele lagen speziell in der Steigerung der Verfügbarkeit und der Effizienz bei der Elektrizitätserzeugung, in der Verbesserung der operativen Abläufe, in der Kostenreduzierung für Unterhaltung, Sicherheit, Umwelt und Personal sowie in Qualitätsverbesserungen. Im Fokus der Betrachtungen stand die dabei die Versorgungssicherheit. Sie wird bei diesem Stromerzeuger in hohem Maße von der an allen Standorten eingesetzten Unternehmenssoftware IFS bestimmt, insbesondere dem Modul ,Instandhaltung‘. Deshalb übernahm die Firma agiplan als Nachunternehmer der KWS das Projektmanagement sowie den Bereich EDV. Die Aufgabe bestand darin, fundierte Bewertungen durchzuführen sowie geeignete Maßnahmen für kurz- und mittelfristige Effizienzsteigerungen einzuleiten.
Die Unternehmenssoftware IFS unterstützt mit ihrem Modul Instandhaltung die Planung, Durchführung und Auswertung all dieser Prozesse sowie sämtliche damit zusammenhängenden Managementprozesse. Daher standen die Nutzung der IFS-Verfahren und Vorschläge zur Optimierung im Mittelpunkt. Die erste Erkenntnis des Teams bestand darin, dass es etlicher standortübergreifender Ad-hoc-Maßnahmen, so etwa der Beschaffung notwendiger PC und Drucker sowie dem konsequenten Einsatz einer Anti-Virus-Software, bedurfte, um die Voraussetzungen für eine effektive Nutzung der IFS-Software zu schaffen.

Es wurde die EDV-Unterstützung aller Arbeiten angestrebt

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GuD-Kraftwerk in Nordafrika: Die Kombination aus Gasturbinen- und Dampfkraftwerk bietet besonders hohe Wirkungsgrade bis 60 %, denn die Abwärme der Gasturbine wird zur Dampferzeugung genutzt.

Als nächstes wurde die vollständige Begleitung von all jenen Instandhaltungsaufträgen im IFS-System angeregt, deren Bearbeitung durch fehlendes Material nicht sofort durchgeführt werden kann. Eine weitere Empfehlung lautete, die Vielzahl von kleinen Inspektionen und vorbeugenden Instandhaltungsmaßnahmen ebenso EDV-unterstützt durchzuführen wie C-Inspektionen von Gas-Turbinen oder andere große Maßnahmen. Denn schließlich profitiert das Unternehmen erst bei vollständiger EDV-Abdeckung aller Arbeiten von der rechnergestützten Instandhaltung.
Bezüglich mittel- und langfristig sinnvoller Empfehlungen wurden übergeordnete Aufgabenstellungen benannt, und zwar:

  • Intensives Systemtraining für Nutzer und Management,
  • Erweiterung der Systemanwendungsbasis (Stammdaten für GuD-Anlagen, erweiterte Ersatzteildatenbank),
  • Verfolgung von Ersatzteilbestellungen im System,
  • Einführung von Kennzahlen zur Kontrolle und Steuerung der IFS-Nutzung.

Der Bestandsaufnahme und Formulierung von Ad-hoc-Aktivitäten folgten Vorschläge für Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Nutzung sowie die Erteilung separater Handlungsempfehlungen für jedes Kraftwerk, die das Team bezüglich des bedarfs an Zeit und Investitionsmitteln qualitativ bewertete. Den so erarbeiteten Katalog setzt das Unternehmen selbst um, die externen Berater brauchen somit nicht mehr in die weitere Steuerung eizugreifen. Um im Alltag die Durchführung und Wirksamkeit der Maßnahmen besser überwachen und beurteilen zu können, wurde zudem ein System von Kennzahlen, so genannten Key Performance Indicators‚ eigens für den Bereich IFS/Instandhaltung eingeführt. Im Ergebnis ist zu erwarten, dass sich an den Standorten sehr bald höhere Produktivität bei geringerem Aufwand, schnelle Kostenreduzierung und ein besserer Qualifikationsstand des Personals ergeben. Dies wiederum führt zu einer erheblich verbesserten Wirtschaftlichkeit.
Künftig ist die Eingabe aller Instandhaltungsmaßnahmen ins System verbindlich vorgeschrieben. Das optimiert die Datenqualität von der Planung über die Durchführung bis hin zur Dokumentation nachhaltig, da nur so sämtliche Vorgänge für das Controlling schnell und stets aktuell nachvollziehbar sind.
Die Umsetzung der Maßnahmen wird zum Quantensprung bei der Qualität der Instandhaltungsmaßnahmen und aller diesbezüglichen Datenbestände führen. Gleichzeitig versprechen sie eine drastische Reduzierung der Handlingkosten; kurzum: höhere Versorgungssicherheit, größere Handlungsspielräume und bessere Wirtschaftlichkeit.

Kontakt: Kraftwerksschule e.V, Tel.:  0201 8489132, Email: wolfgang.becker@kraftwerksschule.de, www.kraftwerksschule.de

Die Software

IFS Applications

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IFS: Generierung eines Instandhaltungsauftrags.

IFS entwickelt, vertreibt und implementiert als Anbieter komponentenbasierter Software die IFS Applications. Dies ist eine voll integrierte, erweiterte ERP-Lösung, die auf SOA-Technologie aufbaut und sich unter anderem für das Management und die Optimierung von Instandhaltungsprozessen eignet. Durch die Nutzung offener Standards können Anwender unter anderem aus der Branche Energie & Versorgungswirtschaft auch Technologien anderer Anbieter einbinden, um so die kostengünstigste Gesamtlösung zu erreichen. Ein Eckpfeiler sind Lösungen für Kraftwerke, um dort maximale Verfügbarkeit und Sicherheit zu erreichen und Kosten des Asset Lifecycle Managements und des laufenden Betriebs zu senken.
www.ifsworld.com/de

 
 
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