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Stillstandsgeschäft

Ausnahmezustand Turnaround

am 10.06.2014 um 08:00 Uhr

Verantwortung für die Koordination aller Main- und Subkontraktoren hinsichtlich Vorbereitung und Planung, Qualität, Termine und Arbeitssicherheit – so lautete der Auftrag für Bilfinger Maintenance Nord beim Stillstand der Raffinerie von Kuwait Petroleum Europoort in Rotterdam im Herbst 2013.

Großauftrag für Bilfinger Industrial Maintenance

Großauftrag für Bilfinger Industrial Maintenance: Die Raffinerie der Kuwait Petroleum Europoort in Rotterdam.

Ein Jahr nahmen die Planungen in Anspruch, die Umsetzung des Stillstands in der Raffinerie dauerte dann zwei Monate. Zeitweise waren bis zu 3.500 Arbeiter gleichzeitig im Einsatz. Neuland betraten die Bilfinger Experten in der Raffinerie nicht. Der Industriedienstleister ist seit 2006 Servicepartner von Kuwait Petroleum Europoort und hat dort bereits vier Stillstände umgesetzt. Als Managing Contractor war das Unternehmen in der Vergangenheit schon alleiniger Ansprechpartner des Kunden gewesen und hatte die Gesamtverantwortung getragen. Auch Rainer Gross, Bereichsleiter Turnaround bei Bilfinger Maintenance Nord und für das Projekt verantwortlich, kennt sich in den Anlagen sehr gut aus: „Für den Auftrag des Managing Contractors haben wir uns durch die Stillstände, die wir in den vergangenen Jahren für Kuwait Petroleum Europoort umsetzten, qualifiziert. Bislang waren es immer Teilabstellungen, diesmal wurde die Raffinerie erstmals komplett abgestellt.“

Er macht damit zwei aktuelle Trends im Stillstandsgeschäft deutlich. Unter den Aspekten des Produktionsausfalls und der Kosten ist es in der Regel günstiger, die gesamte Anlage herunter zu fahren und alle erforderlichen Arbeiten im Rahmen eines großen Stillstands durchzuführen.

Statt der bisher üblichen Teilabstellungen alle zwei Jahre soll deshalb die Raffinerie in Rotterdam nun etwa alle fünf Jahre komplett abgestellt werden. Der zweite Trend betrifft die Auswahl des Vertragspartners. Die möglichen Dienstleister für einen Stillstand werden heute von den Kunden lange vor einer Auftragsvergabe auditiert. Dazu werden auch Referenzen eingeholt.

Internationalisierung

Turnarounds der Bilfinger Industrial Services
Neben dem Stillstand bei Kuwait Petroleum Europoort führte Bilfinger 2013 weitere Turnarounds durch. Dabei war das Unternehmen auch noch in Österreich, in Tschechien für die Kunden Total Bitumen Deutschland, BASF, PCK Raffinerie Schwedt, Borealis sowie Ceska Rafinerska und Unipetrol tätig. Diese Turnarounds hatten ein Volumen von insgesamt rund 50 Mio. Euro. Die umfangreichsten Projekte waren die Stillstände in der Synthesegasanlage von BASF in Ludwigshafen, bei Borealis in Linz in Österreich sowie bei Kuwait Petroleum Europoort in Rotterdam in den Niederlanden.
Mehr über Internationalisierung bei Bilfinger Industrial Services erfahren Sie im Interview mit dem Executive President Division Industrial Maintenance und Vorstandsmitglied des WVIS Wirtschaftsverband Industrieservice WVIS, Gerald Pilotto

Wärmetauscher

Wärmetauscher: Bilfinger Experten koordinierten Öffnen, Reinigung, Inspektion, bei Bedarf Reparatur und Schließen.

Bilfinger entsandte 800 Mitarbeiter

Wo beim regelmäßigen Betrieb der gesamten Raffinerie 350 Mitarbeiter tätig sind, umfasste die Belegschaft allein für den Stillstand der Gesamtanlage 2.500 bis teilweise sogar 3.500 Mitarbeiter. Allein Bilfinger war mit 800 Personen vor Ort. Vertreten waren Mitarbeiter aus sechs Bilfinger Gesellschaften aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Slowakei. Neben den Aufgaben als Managing Contractor führte Bilfinger die Gewerke Gerüstbau, Isolierung, Korrosionsschutz, Begleitheizung und Rohrbau aus.

Im Vorfeld waren für die Planung der mechanischen Arbeiten und Rohrleitungen bis zu 80 Mitarbeiter tätig. Sie leisteten dafür rund 50.000 Arbeitsstunden. Management, Überwachung und Koordination von 18.000 Arbeitspaketen, Materialtransport, -lagerung und Steuerung wie auch den An- und Abtransport von Werkzeugen und erforderlichen Spezialfahrzeugen mussten sie disponieren. Zu den weiteren Aufgaben als Managing Contractor gehörte außerdem die Arbeitssicherheit. Alle Maßnahmen auf diesem besonders beachteten Gebiet galt es zu planen und mit dem Top-Management des Kunden abzustimmen. Darüber hinaus war das auf der Baustelle mit der Arbeitssicherheit betraute Team zu steuern. Das Ergebnis: ein LTI (Lost time injury) von Null, das heißt, es gab keinen meldepflichtigen Unfall.

Bilfinger vor Ort

Bilfinger vor Ort: Mitarbeiter aus mehreren europäischen Ländern wirkten als Managing Contractor und Service-Dienstleister.

Innerhalb von zwei Monaten musste dann Ende 2013 der Stillstand durchgeführt werden. Dabei wurden 80 Einzelprojekte umgesetzt und 15 weitere am Stillstand beteiligte Servicefirmen koordiniert. Für den Erfolg ausschlaggebend waren die sehr hohe technische Kompetenz und die breite Erfahrung der Bilfinger Experten in den wesentlichen Gewerken, die bei Großstillständen zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus profitierte das Unternehmen von dem internationalen Netzwerk von Bilfinger Gesellschaften, über das eine große Vielfalt an Gewerken und qualifizierten Ressourcen verfügbar ist und komplexe Projekte mit eigenen Mitarbeitern umgesetzt werden können. „Planung und Umsetzung eines Stillstands dieser Größenordnung erfordern immer den vollen Einsatz und die höchste Konzentration aller Beteiligten. Trotz aller Anstrengungen übt ein solches Projekt eine ganz besondere Faszination aus. Wenn wir die Anlagen nach erfolgreichem Abschluss aller Arbeiten wieder an den Kunden übergeben, herrscht bei uns bereits Vorfreude auf die nächste Herausforderung,“ so Gerald Pilotto, Executive President der Division Bilfinger Industrial Maintenance, in der auch das Turnaround Business angesiedelt ist.

Kontakt:
Bilfinger SE
Division Industrial Maintenance
www.bilfinger.com

 
 
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