Zukunftsmarkt Russland – Entwicklungen und Perspektiven

Diese Herangehen hat seine Wurzeln noch in der Zeit der Sowjetunion Eine solche Strategie bedeutet, dass die Wartung auf der Grundlage von Kalenderperioden, beispielsweise einmal pro Monat, geplant wird, ohne dabei den realen technischen Zustand der Ausrüstungen zu berücksichtigen Die weite Verbreitung dieser Praktik erklärt sich insbesondere aus den in Jahrzehnten gewachsenen Organisationsstrukturen und Vorschriftenwerken Zudem verlangen die Inspektions- und Aufsichtsbehörden das Vorhandensein von Plänen der planmäßigen vorbeugenden Instandhaltung für Ausrüstungen, die ihrer Aufsicht unterliegen mithilfe betriebseigener Instandhaltungsabteilungen umgesetzt. Diese Herangehen hat seine Wurzeln noch in der Zeit der Sowjetunion. Eine solche Strategie bedeutet, dass die Wartung auf der Grundlage von Kalenderperioden, beispielsweise einmal pro Monat, geplant wird, ohne dabei den realen technischen Zustand der Ausrüstungen zu berücksichtigen. Die weite Verbreitung dieser Praktik erklärt sich insbesondere aus den in Jahrzehnten gewachsenen Organisationsstrukturen und Vorschriftenwerken. Zudem verlangen die Inspektions- und Aufsichtsbehörden das Vorhandensein von Plänen der planmäßigen vorbeugenden Instandhaltung für Ausrüstungen, die ihrer Aufsicht unterliegen.

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Russland: Gewinnt der Zug jetzt wieder an Fahrt?

Spezialisierte Instandhaltungsorganisationen werden in der Regel nur dann hinzugezogen, wenn die auszuführenden Arbeiten speziell qualifiziertes Personal für Arbeiten an teuren oder lizenzierten Ausrüstungen erfordern. Der Herstellerservice wird in der Regel nur für neue Ausrüstungen während der Gewährleistungsperiode in Anspruch genommen.

Hersteller und Dienstleister spielen noch keine wichtige Rolle

Den erhöhten Anforderungen an die Qualität der Instandhaltungen unter den Bedingungen des Mangels an Instandhaltungspersonal versuchen die Unternehmen, durch Einsatz von Ausrüstungen und Methoden der technischen Diagnostik gerecht zu werden. Infolgedessen lässt sich in letzter Zeit eine Tendenz zur zustandsabhängigen Instandhaltung beobachten. In einigen Regionen sind bereits Unternehmen erfolgreich tätig, die sich auf die Inspektion von Produktionsanlagen spezialisiert haben und Aufträge nicht nur in der Anlagendiagnostik, sondern bei Bedarf auch bei der Ausführung komplexer Arbeiten an den Anlagen vor Ort übernehmen.

Im vergangenen Jahrzehnt ließ sich auch in Russland eine Tendenz zur Ausgliederung des Instandhaltungspersonals in eigenständige Unternehmen beobachten. Meist erfolgt das nach folgendem Schema: Es wird ein spezialisiertes Unternehmen zur Instandhaltung der Produktionsanlagen gegründet, das in der Regel eine 100%-ige Tochter des OEM ist. Damit sind die Eigentümer von OEM und Tochtergesellschaft dieselben. Zwischen ,Mutter’ und ,Tochter’ wird eine Reihe von Verträgen geschlossen, die ihre Zusammenarbeit regeln. Damit wird der notwendige Arbeitsumfang nicht externen Dienstleistern, sondern der Tochtergesellschaft übertragen. Derzeit gehen viele russische Unternehmen denselben Weg, den vor ihnen bereits die westlichen Firmen beschritten haben. Es gibt eine Tendenz zur Schaffung spezialisierter Instandhaltungsorganisationen, in den Unternehmen wird zunehmen nach Anlagenzustand instand gehalten, und mit zunehmendem Einsatz von Ausrüstungen zur Anlagendiagnostik steigt auch die Zahl der Anwendungen von IPSS (Instandhaltungsplanungs- und -steuerungssystemen).

Moderne Geräte und Methoden werden zunehmend genutzt

Der russische Markt für Instandhaltungsdienstleistungen beginnt sich erst zu entwickeln. Die Auftragsumfänge sind

Russische Industrie: Hoher Modernisierungsbedarf bedeutet auch Aufträge für Instandhaltungsdienstleister.

Russische Industrie: Hoher Modernisierungsbedarf bedeutet auch Aufträge für Instandhaltungsdienstleister.

noch gering und die Firmen, die auf diesem Markt tätig sind, befinden sich noch in der Anlaufphase. Die weitere Entwicklung wird offensichtlich zu einer Aufgabenteilung zwischen dem Management der eigentlichen Produktionsprozesse und der Führung der zur Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit der Ausrüstungen notwendigen Abläufe. Der organisatorische Aufbau der Instandhaltungsstrukturen wird entsprechend den Notwendigkeiten des Services erfolgen. Die konkreten Entscheidungen, die dabei zu treffen sind, werden sich jedoch an den speziellen Bedingungen des jeweiligen Unternehmens orientieren. Darüber hinaus lässt sich absehen, dass infolge des hohen Verschleißes der Produktionsanlagen in Russland sogar unter den Bedingungen der Wirtschaftskrise die Eigentümer der Unternehmen gezwungen sein werden, sich aktiver um die Anlagenmodernisierung zu bemühen. Dabei ist zu beachten, dass moderne Ausrüstungen als technisch komplexe Produkte von den Herstellern wie auch den Anwendern ein hohes wissenschaftlichtechnisches Potenzial verlangen. Da die russischen Unternehmen in diesem Bereich bisher noch über geringe Möglichkeiten verfügen, sind die produzierenden Unternehmen in beträchtlichem Umfang auf Anlagenimporte angewiesen. Damit ist aber auch zu erwarten, dass ausländische und nicht zuletzt deutsche Instandhaltungsdienstleister eine immer wichtigere Rolle auf dem russischen Markt spielen werden.

Sergey Leonow