Die Preisverleihung

Die Preisverleihung: Ingo Busch, Chefredakteur „Instandhaltung“, Martin Schwarz, Fraport AG, Dr. Thomas Flebbe, Fraport AG, Nico Schultze, SAG GmbH, Thomas Wodtcke, SAG GmbH, Dominik Beerboom, Bergische Universität Wuppertal, Alf Wilkens, Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbh, Eckhard Görtz, Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbh, Dr. Wilhelm Otten, Evonik Industries (v.li.)

Am Ende gab es in den drei Kategorien die folgenden Preisträger Am Ende gab es in den drei Kategorien die folgenden Preisträger.

Die Preisverleihung

Die Preisverleihung: Ingo Busch, Chefredakteur „Instandhaltung“, Martin Schwarz, Fraport AG, Dr. Thomas Flebbe, Fraport AG, Nico Schultze, SAG GmbH, Thomas Wodtcke, SAG GmbH, Dominik Beerboom, Bergische Universität Wuppertal, Alf Wilkens, Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbh, Eckhard Görtz, Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbh, Dr. Wilhelm Otten, Evonik Industries (v.li.)

Der Sieger in der Kategorie „Betriebliche Instandhaltung“.

Den Titel „Maintainer 2014 in der betrieblichen Instandhaltung“ errang die Fraport AG mit ihrem Projekt „Entwicklung, Einführung und Optimierung einer mobilen Lösung für einen durchgängigen Instandhaltungs- und Störfallprozess“.

So lang wie der Titel, so umfangreich und umfassend waren auch die Ziele des Airportbetreibers. Das Projekt geht auf Aktivitäten im Jahr 1998 in Auswertung der Brandkatastrophe am Flughafen Düsseldorf zurück. Der damals eingeführte, gesetzlich vorgeschriebene Nachweis der regelmäßigen Wartung sämtlicher sicherheitsrelevanter Komponenten, speziell der Brandschutzklappen, führte dann 2004 zur Implementierung einer einfachen mobilen Instandhaltungslösung auf Grundlage von SAP MAM. 2008 startete schließlich das Projekt „Produktwelten“. In dessen Rahmen wurde für jede Serviceleistung ein entsprechendes Serviceprodukt definiert. Dieses bestimmt sich aus den jeweiligen technischen Anforderungen unter Berücksichtigung der notwendigen Material- und Zeitaufwände.

Betriebliche Instandhaltung

Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide
Die Fraport AG gehört international zu den führenden Unternehmen im Airport-Business. Sie betreibt mit dem Flughafen Frankfurt eines der bedeutendsten Luftverkehrsdrehkreuze der Welt. Bei insgesamt ca. 500 Firmen und Institutionen arbeiten dort 78.000 Personen, davon sind 21.000 Beschäftigte allein bei Fraport tätig. Das macht den Frankfurter Flughafen zur größten Arbeitsstätte Deutschlands. Innerhalb der Fraport AG ist der Bereich Immobilien- und Facilitymanagement mit seinen etwa 1.200 Mitarbeitern verantwortlich für Betrieb und Unterhalt der Gebäude, technischen Anlagen der Infrastruktureinrichtung. Dazu gehören neben den beiden Terminals rund 400 Gebäude.
Tel.: 49 69 690-71234, Email: m.schwarz@fraport.de, www.fraport.de

Die Umsetzung der Anlageninstandhaltung auf Serviceprodukte war dann die Basis für die neue, nunmehr mobile Lösung, Dabei ging es um folgende Zielsetzungen:

  • Einführung einer rechtssicheren elektronischen Nachweisführung aller technischen Inspektionen und Wartungen
  • Einführung weitestgehend papierloser Prozesse bei der mobilen Wartung und Störfallbehebung
  • Sicherstellung einer termingerechten Jahreswartungsplanung zur Absicherung der gesetzlichen und herstellerbezogen Vorgaben und Fristen
  • Einführung einer Disposition des jeweiligen Bedarfs zu Ressourcen
  • Reduzierung des administrativen Aufwandes im Hinblick auf die Verbuchung von Stundenzetteln (Arbeitsstunden) und technischen Rückmeldungen
  • Sicherstellung einer hohen Datenqualität

Um all das zu erreichen, wurden im Rahmen des 2010 gestarteten Projektes zur Ablösung von SAP MAM schrittweise neue Funktionen auf der mobilen Lösung realisiert, getestet und ausgerollt. Die Erarbeitung der neuen mobilen Instandhaltungssoftware erfolgte gemeinsam mit der Firma Oxando.

Seit 2013 ist dieses System nun produktiv im Einsatz. Aktuell werden 220 mobile Geräte Getac E100 und Motorola MC 75 im Bereich der Instandhaltung von internen Mitarbeitern und Fremdfirmen eingesetzt. Sämtliche Daten zu Instandhaltungsaufträgen stehen jetzt mobil zur Verfügung. Sie werden von den Technikern vor Ort abgerufen, bearbeitet und über WLAN/UMTS mit dem SAP-System synchronisiert.

Fraport AG

Fraport AG: Sämtlich Daten zur Instandhaltung stehen jetzt mobil zur Verfügung

Dabei lassen sich alle sicherheitsrelevanten Anlagen und Komponenten sowie Ausrüstungen über einen an ihnen angebrachten RFID-Tag eindeutig zuordnen. Das trägt zu einer sehr hohen Rechtssicherheit bei der Nachweisführung bei.

Die in diesem Projekt abgeschlossene Standardisierung der Instandhaltungsprozesse senkte auch den administrativen Aufwand, insbesondere bei der Nachbearbeitung der Rückmeldungen und der Leistungsabrechnung. Insgesamt wurden allein im Jahr 2013 mithilfe der mobilen Instandhaltungslösung ca. 440.000 Instandhaltungsaufträge und 220.000 Störtickets abgewickelt. Die mobile Lösung wurde von den Endanwendern schnell akzeptiert. Dazu trug auch die Umsetzung eines umfangreichen Kommunikationskonzeptes bei. Diese sah neben Newslettern, Workshops, und intensiven Schulungen auch einen so genannten „Marktplatz“ vor. Dort wurden den Endanwendern die Geräte und ihre einzelnen Funktionen konkret und praxisnah präsentiert.

Der Sieger in der Kategorie „Dienstleister“.

iNA

iNA, das Projekt von SAG und der Bergischen Universität Wuppertal: RCM-Grafiken zeigen Bedeutung und Zustand der Betriebsmittel.

Das Projekt, das sich in dieser Kategorie durchsetzte, trägt den schönen Namen iNA – das steht für Informationsdienst für Netze und Anlagen.

Dieses von der SAG GmbH in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität Wuppertal erarbeitete System ist ein Hilfsmittel für Unternehmen der Energieversorgung. Es bietet die kostengünstige Möglichkeit, eine wissenschaftlich fundierte, realitätsgerechte, personenneutrale und valide Zustandsbewertung von Betriebsmitteln in Strom- und Gasnetzen durchzuführen. Diese dient dann als valide Entscheidungsgrundlage sowohl für das Asset Management als auch für den Netzbetrieb.

Eine Kombination von objektiver Sichtkontrolle und einfacher Messverfahren ist hier der Schlüssel dazu, den Anteil subjektiver Faktoren bei der Zustandsbewertung zu senken. Zu diesen Messverfahren, die allesamt ohne Freischaltung von Anlagen einsetzbar sind, zählen etwa die akustische Detektion von Teilentladungen, Erdschleifen- und Thermografie-Messungen. Die abgelesenen und gemessenen Daten werden mithilfe einheitlicher Inspektionschecklisten für Anlagen des Strom- und Gasnetzes ausgewertet. In diesen Listen sind alle betriebsrelevanten Inspektionspunkte mit einem vierstufigen Klassifizierungsschema für die Bewertung definiert.

Dienstleister

SAG GmbH und Bergische Universität Wuppertal
Die SAG Deutschland gehört zu den führenden herstellerunabhängigen Service- und Systemlieferanten für Strom-, Gas-, Wasser und Telekommunikationsnetze sowie für Anlagen rund um die Erzeugung, Bereitstellung und Anwendung von Energie und Medien.
Die Bergische Universität Wuppertal ist eine moderne und junge Hochschule im Herzen Nordrhein-Westfalens. Sie bietet auf unterschiedlichen Feldern internationale Spitzenforschung.
SAG: Tel.: 0231 725 48812, Email: cegit@sag.eu, www.cegit.eu
Bergische Universität Wuppertal: Tel.: 0202 4393025,
Email: beerboom@uni-wuppertal.de, www.evt.uni-wuppertal.de

Um das Instandhaltungspersonal bei der visuellen Bewertung der Inspektionspunkte zu unterstützen, wurden umfassende Schadens- und Bilderkataloge entwickelt. Diese Referenzkataloge beinhalteten, neben allgemeinen Informationen zum Stand der Technik wie Gesetze und Normen, kurze, prägnante Mängelbeschreibungen der jeweiligen Inspektionspunkte. Das hilft bei der Einordnung in die verschiedenen Schadensklassen. Feldtests haben gezeigt, dass sich die Streubreite der Bewertungen auf diese Weise deutlich reduzieren lässt.

Für das Asset-Management wird eine priorisierte Liste mit einem handlungsorientierten Zustandsindex ermittelt. Diese Liste basiert auf den wissenschaftlich fundierten Bewertungsmodellen und Systematiken zur Gewichtung einzelner Inspektionspunkte und deren Bedeutung für den Anlagenzustand sowie der Wichtigkeit des Betriebsmittels im Gesamtsystem unter Berücksichtigung qualitativer Wichtigkeitskriterien und/oder probabilistischer Zuverlässigkeitsanalysen.
Die iNA Systematiken wurden unter anderem bei den Stadtwerken Iserlohn intensiv getestet.

Der Sieger in der Kategorie „Innovationen“.

Pipe Lifter

Pipe Lifter: Die pfiffige Lösung von Dow Deutschland in Stade und Thyssen Krupp Xervon zum Anheben von Rohrleitungen.

Die pfiffigste Idee unter den für den Innovationspreis eingereichten Projekten bezieht sich auf einen kurzen, aber wichtigen Abstand: Den zwischen einer angehobenen Rohrleitung und ihrer Auflage. Die Notwendigkeit, industrielle Rohrleitungen auch mittlerer oder großer Nennweiten anzuheben, ergibt sich bei der Wartung, etwa von Chemieanlagen. Zwischen Rohrleitung und Auflage sammelt sich nämlich mit der Zeit Staub, der zusammen mit der Feuchtigkeit und den in der Luft einer Chemieanlage enthaltenen Gasen korrosiv wirken kann – und das häufig auch tut.

Wie aber lässt sich die Rohrleitung so weit anheben, dass die Auflageflächen gesäubert und vor Korrosion geschützt werden können? Bisher wurden dazu Mobilkräne oder individuell entwickelte Hebemechanismen eingesetzt. Die Nachteile solcher Vorgehensweisen liegen auf der Hand: Solche Lösungen beinhalten Sicherheitsrisiken bei allen Arbeitsschritten, also beim Anheben und Sichern der Rohrleitung, der Arbeit am Auflagepunkt und beim Korrosionsschutz. Die Kosten sind schwer kalkulierbar, aber ganz sicher unverhältnismäßig hoch, ebenso wie die Belastung der Ausrüstungen.

Innovationen

Dow Deutschland, Werk Stade
Dow in Deutschland ist Teil von The Dow Chemical Company und zählt zu den zehn größten US-amerikanischen Unternehmen in Deutschland. Das Werk Stade ist einer der bedeutendsten und größten Industriebetriebe in Niedersachsen. 1.500 eigene Mitarbeiter und einige hundert Angehörige von Vertragsfirmen stellen jährlich rund drei Millionen Tonnen Grund- und Spezialitätenchemikalien her – insgesamt eine Palette von 22 Produkten und Produktfamilien.
Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH, Tel.: 0414 6913267,
Email: awilkens@dow.com, www.dow.com

Um diese Situation zu verbessern, wurde bei Dow Deutschland in Stade in Zusammenarbeit mit Thyssen Krupp Xervon der Pipe Lifter entwickelt, ein Mechanismus, mit dem sich Rohrleitungen sicher und schonend anheben lassen. Diese inzwischen unter DE102008015392A1 patentierte Lösung bietet sicheres Arbeiten in beengten Bereichen, deutliche Reduzierung der Unfallgefahr, der Rüstzeit und der Gesamtkosten. Zudem ist sie auch anwendbar bei zerstörungsfreier Werkstoffprüfung oder Installation von Reibschutzbandagen an den neuralgischen Auflagepunkten. Durch Einsatz des Pipe Lifters wurden inzwischen Einsparungen in Höhe von 120.000.- € pro Jahr am Standort Stade erzielt. Mithilfe des Hebewerkzeuges gelang es, mehrere Tausend suspect areas zu eliminieren und damit potenzielle Leckagen zu vermeiden.