eu.bac.Cert – ein neues Zertifkat für Energieeffizienz

Deshalb zertifiziert die European Building Automation and Controls Association, eu bac, die Energieffizienz von Klimareglern Wohn- und Gewerbebauten verursachen in Europa über 40 % des Primärenergieverbrauchs Produkte und Systeme zur Haus- und Gebäudeautomation spielen deshalb für die Senkung des Energieverbrauches eine wichtige Rolle Sie stellen sozusagen das Gehirn dar, welches in Wohn- und Gewerbegebäuden gleich bleibend komfortable Bedingungen schafft und dabei die Energiezufuhr so regelt, dass diese Bedingungen mit möglichst geringem Verbrauch erreicht werden verursachen in Europa über 40 % des Primärenergieverbrauchs. Produkte und Systeme zur Haus- und Gebäudeautomation spielen deshalb für die Senkung des Energieverbrauches eine wichtige Rolle. Sie stellen sozusagen das Gehirn dar, welches in Wohn- und Gewerbegebäuden gleich bleibend komfortable Bedingungen schafft und dabei die Energiezufuhr so regelt, dass diese Bedingungen mit möglichst geringem Verbrauch erreicht werden.

centraline

Klimatisierung: Um Energie effizient einzusetzen, bedarf es mehr als nur pragmatischer Lösungen.

Die Europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) und die nationalen Umsetzungen dieser Richtlinie beschreiben Maßnahmen, die im Rahmen der Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls für die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden ergriffen werden müssen. Diese Richtlinien verlangen einen Nachweis der Energieeffizienz durch Tests und Zertifizierungen. Um die Standardisierung, die Testabläufe und die Zertifizierung auf möglichst transparente und gerechte Weise voranzutreiben, war ein europaweites System zur Qualitätssicherung für den Bereich der Haus- und Gebäudeautomation vonnöten. Als Reaktion auf die Anforderungen der EPBD und die Nachfrage von Seiten der Kunden nach energieeffizienteren Gebäuden haben die international führenden Anbieter von Gebäudeautomation die European Building Automation and Controls Association, kurz eu.bac, gegründet.
Der Verband eu.bac hat vor kurzem sein Europäisches Zertifizierungsprogramm eu.bacCert für Produkte der Gebäudeautomation präsentiert. Der Verband geht dabei davon aus, dass der Primärenergieverbrauch von Gebäuden alleine durch optimierte Gebäudetechnik um bis zu 25 % gesenkt werden kann. Hier setzt der Verband mit seiner Zertifizierung an. Er bietet dem Markt den Nachweis, dass die Energieeffizienz zertifizierter Produkte von unabhängigen Prüfinstituten bestätigt wurde und über die Grenzen der einzelnen Länder hinweg gewährleistet wird.
Die erste Version des Zertifizierungsprogramms befasst sich mit Einzelraumreglern, die einen großen Anteil des Energieverbrauchs in Gebäuden regeln. Das Programm deckt dabei Einzelraumregler mit folgenden Anwendungen ab:

  • Radiatorheizungen,
  • Ventilatorkonvektoren zum Heizen oder Kühlen,
  • Kühldecken,
  • Elektroheizungen.

Wie verhält sich nun die eu.bac-Zertifizierung zu den europäischen Standards, und wie wird Konformität mit diesen gewährleistet?
Die Europäische Union hat das europäische Normungskomitee CEN damit beauftragt, Normen rund um die EPBD zu formulieren, um die Kalkulationsverfahren zur Verbesserung von Energieeinsparungen zu standardisieren. Das CEN hat daraufhin eine Reihe von Normen vorbereitet, wie die EN 15232, die die Auswirkungen der Gebäudeautomations- und Regelungssysteme auf die Energieeffizienz definiert, oder die EN 15500, die Produktstandards mit Energieeffizienzkriterien umfasst.
Die eu.bac-Zertifizierung (eu.bacCert) basiert auf diesen europäischen Normen. Für Einzelraumregler dient also die europäische Norm EN 15500 als Referenz. Einzelne Länder haben die eu.bac-Zertifizierung bereits als Anforderung in ihre nationale Gesetzgebung aufgenommen.So dürfen in  Frankreich öffentliche Ausschreibungen nur Einzelraumregler spezifizieren, welche die Anforderungen der Richtlinie RT2005 (Réglementation Thermique pour les bâtiments neufs) erfüllen, die ihrerseits eine eu.bac-Zertifizierung für Einzelraumregler vorschreibt. Wenn ein Gerät nach eu.bac zertifiziert werden soll, ist eine Reihe von Zertifizierungsregeln zu beachten.

Bereits zertifiziert

Der Serval- Regler

Serval

Serval mit eu.bacCert: Der Regler von CentraLine deckt die Anwendungen Radiatorheizung, Ventilatorkonvektor mit Heizen und Kühlen, Kühldecken, elektrische Nachheizung und Fußbodenheizung ab.

Im Rahmen des eu.bac-Zertifizierungsprozesses wird die tatsächliche Regelgenauigkeit gemessen, dokumentiert und durch eine unabhängige Prüfstelle zertifiziert. CentraLine ließ den Einzelraumregler Serval unter der Lizenznummer 20855 zertifizieren.
Die Tests ergaben: Der Regler übertrifft die Genauigkeitsanforderungen der Norm um 400 % und bietet so eine deutlich höhere Energieeffizienz als gefordert. Außerdem spart er, auch als Einzelgerät, zusätzlich Energie ein, etwa durch automatische Sollwertabsenkung, wenn sich keine Personen im Raum befinden, oder durch Schließen der Ventile bei offenem Fenster.
Wird der Serval-Regler zusammen mit Anlagenreglern in einem CentraLine-System eingesetzt, sendet er Anforderungssignale an die Vorregelung des Hydraulikkreislaufs, an den er angeschlossen ist. Auf diese Weise kann eine ganze Etage abgeschaltet werden, wenn keiner der Räume genutzt wird. Die Vorregelungen geben die berechneten Anforderungen an die Regler der Wärme- und Kälteerzeuger weiter, so dass nur genau so viel Heiz- oder Kühlenergie produziert wird, wie für den Erhalt der festgelegten Raumbedingungen nötig ist.
Der Regler lässt sich auch in Fremdsysteme integrieren, etwa in das Reservierungssystem eines Hotels. Dort wird dann die Regelung für einen Raum beispielsweise erst dann aktiviert, wenn eine Buchung vorliegt. Am Anreisetag schaltet der Regler in den Standby-Modus. Checkt der Gast ein,  wird der Komfort-Modus aktiviert. Checkt er aus und liegt keine Anschlussreservierung vor, bleibt die Temperatur auf Minimalwert.

Produkttests, durchgeführt von einem zugelassenen Prüfunternehmen, stellen sicher, dass das getestete Produkt mindestens dem Standard entspricht. Die europäischen Standards verlangen eine bestimmte Regelgenauigkeit, um eine bessere Energieeffizienz zu gewährleisten. eu.bac geht noch einen Schritt weiter und verlangt für Raumregler eine 30 % höhere Regelgenauigkeit als die entsprechende europäische Norm EN 15500.

Nicht nur das Produkt, sondern auch die Fertigung wird zertifiziert

Zertifizierungsverfahren

Europaweit geregelt: das Zertifizierungsverfahren

Neben den Produkttests sind noch Audits der Produktionsstandorte zu durchlaufen. Diese sollen  sicherstellen, dass die Produktionsstätte in der Lage ist, für das getestete Produkt eine reproduzierbare Qualität zu gewährleisten. In der Regel besteht der Hersteller diese Kontrolle nur, wenn er über ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) verfügt, welches mindestens die Standards von EN-ISO 9001 erfüllt.
Nach bestandenen Produkttests und Werksaudits stellt schließlich eine anerkannte Zertifizierungsstelle für das Produkt ein Zertifikat mit Lizenznummer aus. Entsprechende Produkte tragen das eu.bac-Zertifizierungszeichen, das eu.bacCert, und demonstrieren auf diese Weise, dass Energieeffizienz und Qualität im vorgeschriebenen Bereich liegen.
Wie können nun eu.bac-zertifizierte Geräte zur Energieeffizienz eines Gebäudes beitragen? Je höher die Regelgenauigkeit ist, desto besser kann ein bestimmter Sollwert gehalten werden. Wenn man berücksichtigt, dass eine um 1°C niedrigere Raumtemperatur bis zu 6 % Heizenergie einspart, dann kann eine Regelabweichung von 1,5 K für den Betreiber des Gebäudes zu einem Anstieg des Energieverbrauchs um bis zu 9 % führen. Da eu.bac eine 30 % höhere Regelgenauigkeit verlangt als die europäische Norm, übertreffen eu.bac-zertifizierte Geräte in der Regel die Energieeffizienzanforderungen.
Der wird dieser Zertifizierungsprozess nun künftig weiter geführt?
Derzeit zertifiziert eu.bac ausschließlich Einzelraumregler. Dieser Fokus erklärt sich durch die Tatsache, dass bei Gewerbebauten mit Einzelraumreglern im Vergleich zu Gebäuden ohne Einzelraumregelung ein sehr hohes Einsparpotenzial von bis zu 30 % möglich ist.
Allerdings spielen auch noch eine ganze Reihe anderer Faktoren eine Rolle, wenn es um die Energieeffizienz eines Gebäudes geht. Einmal abgesehen von den Rahmenbedingungen eines Gebäudes wie etwa der Isolierung, lassen sich in bestehenden Gewerbebauten mit optimierter Mess- und Regeltechnik in den Bereichen Heizung, Lüftung und Warmwasser ein erheblicher Anstieg der Energieeffizienz um bis zu 25 % erreichen. eu.bac plant daher als nächsten Schritt die Einführung eines Zertifizierungsprogramms auch für witterungsgeführte Regler. Das dabei erwartete  Einsparungspotenzial liegt bei bis zu 25 % im Vergleich zu Systemen ohne witterungsgeführte Regelung. Dabei ist natürlich zu beachten, dass sich die Einsparungen durch witterungsgeführte Regelung und durch Raumregelung nicht addieren. Das von eu.bac geschätzte Einsparpotential für eine Kombination beider Lösungen liegt daher bei 32 %.
Nach dem Stand der derzeitigen Planung soll das erweiterte Zertifizierungsprogramm witterungsgeführte Festapplikationsregler abdecken. Im Nicht-Wohnbau werden jedoch häufig frei programmierbare oder konfigurierbare Regler eingesetzt. Ob und wie das Zertifizierungsprogramm auch für diese Geräte greifen kann, ist noch offen. Planer von gewerblich genutzten Gebäuden können jedoch grundsätzlich davon ausgehen, dass zusätzliche Energieeinsparungen möglich sind, wenn eine Interaktion zwischen einem eu.bac-zertifizierten Raumregler und den witterungsgeführten Anlagenreglern stattfindet, welche für die Produktion von Heiz- und Kühlenergie verantwortlich sind.

Michael Rader
Product Marketing Manager

CentraLine c/o Honeywell GmbH
0 70 31 637-456
Mail : info-d@centraline.com
www.centraline.com
www.eubacCert.eu