Die Kernthesen der Lünendonk-Studie über Instandhaltungsdienstleister

Das interne und externe Marktvolumen für industrielle Instandhaltung in Deutschland summiert sich auf über 120 Mrd Euro: Zu dieser Einschätzung gelangt die Studie ,Führende Unternehmen für industrielle Instandhaltung in Deutschland‘, welche die Unternehmensberatung Lünendonk im Oktober 2009 veröffentlichte Marktvolumen für industrielle Instandhaltung in Deutschland summiert sich auf über 120 Mrd. Euro: Zu dieser Einschätzung gelangt die Studie ,Führende Unternehmen für industrielle Instandhaltung in Deutschland‘, welche die Unternehmensberatung Lünendonk im Oktober 2009 veröffentlichte.

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Bild: InfraServ - Industrielle Instandhaltung: Ein Markt, der auch in der Krise wächst?

Der Studie liegt eine Erhebung zu Grunde, in der 44 Instandhaltungs-Dienstleister ihre Geschäftsentwicklung einschätzten. Um zu erreichen, dass auch tatsächlich  der ,harte Kern‘ der Branche untersucht wird, formulierte Lünendonk folgende Kriterien, nach denen die Unternehmen ausgewählt wurden: Mindestens 50 % des Umsatzes resultieren aus industrieller Instandhaltung, es wurden keine OEMs und Kraftwerks-Services einbezogen, Industrieparks aber separat betrachtet. Mindestens 66 % des Gesamtumsatzes der einbezogenen Unternehmen resultierten aus externen Aufträgen.
Die Ergebnisse der Studie lieferten  erstmals eine fundiert unterlegte Einschätzung des Umfangs und der Leistungsfähigkeit dieser Branche. Zudem lassen sich auf dieser Grundlage, selbst unter den instabilen Bedingungen der derzeitigen Wirtschaftskrise, einige Einschätzungen über die weitere Entwicklung ableiten.
„Wir sehen hier für die Dienstleister ein sehr, sehr hohes Potenzial. Der Markt ist immens groß, auch im Vergleich zu anderen Branchen wie dem Facility Management mit knapp 60 Mrd. Euro“, stellt Jörg Hossenfelder, Geschäftsführer von Lünendonk, dar.
Die Industriedienstleister sehen dem entsprechend auch optimistisch in die Zukunft und erwarteten für 2009 eine Zunahme des deutschen Marktvolumens um 7,1 %, bis 2014 sogar um 12,7 %.
Diese Einschätzung beruht auf einer vorsichtigen Extrapolation der Entwicklung in den vergangenen Jahren. So konnten die Dienstleister 2007/2008 ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,3 % erzielen und rechneten auch 2009 mit einem ähnlichem Zuwachs. Für die nachfolgenden Jahre bis 2014 werden dann sogar 14,4 % mehr Umsatz erwartet.
Größter Player im Markt ist nach der Erhebung Bilfinger Berger Industrial Services mit 753 Mio. Euro Umsatz in Deutschland, 2353 Mio. Euro Gesamtumsatz in 2008.
Was die einzelnen Tätigkeitsfelder betrifft, so trugen Diagnose-Tätigkeiten mit 13 %, Modernisierungen mit 12,9 %, Reparaturleistungen sowie Anlagen- und Maschinenreinigung mit jeweils etwa 10 % zu diesem Volumen bei.
Die größten Zielmärkte der Industriedienstleister liegen in der chemischen und petrochemischen Industrie (22,1 %), in der Automobilindustrie (22,8 %) wie auch in der Stahl- und Metallindustrie (20,6 %). Die Anteile anderer Branchen verbleiben im einstelligen Prozentbereich. Das Beratungsunternehmen Lünendonk rechnet jedoch damit, dass die Anteile der Marktsektoren Öl & Gas, Nahrungs- und Genussmittel, Kraftwerke und Energie, Pharma steigen werden.
In der Studie wurden auch die Behinderungsfaktoren bezüglich der Entwicklung und des Erfolgs der Unternehmen abgefragt und eingestuft. Dabei wurde die aktuelle instabile wirtschaftliche Situation mit 1,5 Punkten als der leider einflussreichste Faktor bewertet. Der Nachfragemangel schlägt gleich danach mit 1,1 Punkten zu Buche, eine Diskrepanz zu den Umsatzerwartungen der Studienteilnehmer. Hossenfelder meint jedoch: „Daran zeigt sich, dass die
Unternehmen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen in der Krise sehen.“
Als mittelfristig größeren Behinderungsfaktor betrachten die Dienstleister dann den Mangel an qualifiziertem Personal. Dieses Defizit ist sehr schwerwiegend, denn es kann sich besonders kritisch auf die Erwartung der Kunden der Service-Unternehmen auswirken. Und wie hoch Fachkompetenz bewertet wird, macht die Studie ebenfalls klar: Für 78,6 % ist sie außerordentlich wichtig. Die Kunden der Dienstleister halten zudem  ein gutes Preis- und Leistungsverhältnis (50 %) und Qualität (42,9 %) für wichtig. In diesem Zusammenhang verweist Hossenfelder auf die Bedeutung der Gütegemeinschaft Industrieanlagenservice hin, die vom Wirtschaftsverband Industrieanlagenservice gegründet wurde. Deren Gütesiegel soll es  den Industriekunden künftig ermöglichen, das Auswahlverfahren zu vereinfachen und die Güte der Leistungen sowie die Einhaltung übergreifender Qualitäts- und Umweltstandards sicherzustellen.
Als weiteren starken Behinderungsfaktor betrachten die Dienstleister zudem Finanzierungsengpässe bei ihren Kunden. Sie machen vor allem den größeren Dienstleistungs-Unternehmen zu schaffen. Mit der Frage nach den wichtigsten Wettbewerbern untersuchte Lünendonk die Konkurrenzsituation am deutschen Instandhaltungs-Markt aus Sicht der Markt-Teilnehmer. ThyssenKrupp Industrieservice und Voith Industrial Services sind die beiden meist genannten Anbieterunternehmen, wenn es um die Angabe der Mitbewerber geht, gefolgt von Bilfinger Berger Industrial Services.
Im Hinblick auf die Service-Einheiten von Maschinen und Anlagenbauern (OEM) wie ABB, MTU oder Siemens schätzen die Befragten deren Rolle überwiegend als Wettbewerber und Partner zu gleichen Teilen ein (71,4 %). Als harte Wettbewerber werden auch die OEM-Service-Einheiten nicht gesehen.

Hersteller werden wichtige Player auf dem Instandhaltungsmarkt

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Kernaufgabe Ausbildung: Die Zukunft nicht nur in der industriellen Dienstleistung wird von der Qualität der Mitarbeiter bestimmt.

So erwarten den auch 50 % der Befragten neue Impulse von den Herstellerunternehmen für den Instandhaltungs-Markt. Diese Dienstleister können sich aber auch regionale Partnerschaften, Kooperationen, gemeinsamen Weiterentwicklungen der Maschinen- und Anlagendiagnose und Übernahme von Serviceleistungen vorstellen. Außerdem erkennen sie das spezifische Anlagen-Know-how sowie eine Zunahme der herstellereigenen Serviceleistungen.
Trotz spektakulärer Übernahmen, wie sie  Bilfinger Berger und Wisag 2009 tätigten, steht für die befragten Instandhaltungs-Unternehmen das Wachstum aus eigener Kraft an erster Stelle. Auf einer Skala von -2 (völlig unwichtig) bis +2 (sehr wichtig) erhielt diese Zielsetzung eine hohe Durchschnitts-Bewertung von +1,2. Die Konzentration der Kunden auf die Kernkompetenzen (+1,0) passt zu der Aussage, das eigene Leistungsspektrum erweitern zu wollen (+0,8). Zudem wird eine zunehmende Outsourcing-Tendenz erwartet (ebenfalls +0,8). Der Ausbau des Leistungsspektrums spielt eine relevante Rolle für die befragten Unternehmen. Dies deckt sich bei der hohen Bewertung der Aussage „Integrierte Services sind für uns der Weg in die Zukunft“ (+1,1).
Das Pendant „Wir sehen unsere Chancen als Spezialist“ erhält lediglich eine Bewertung von +0,5. Die Mehrheit der befragten Unternehmen traut sich dementsprechend zukünftig auch die Übernahme kompletter Sekundärprozesse beim Kunden zu. 69,2 % stimmten diesem Vorhaben zu. Dabei werden neben Instandhaltung (55,5 %) auch Abfallmanagement, Abfüllungen, Lohnarbeiten, ET-Management und industrielle Nebenprozesse zu je 11,1 % genannt.
Um den aktuellen Anforderungen in der Instandhaltungs-Branche gerecht werden, müssen die Service-Anbieter adäquat mit neuen Technologien umgehen. Bei der Frage, welche Auswirkungen der technologische Fortschritt auf das Portfolio hat, gaben 55,6 % der Studienteilnehmer eine Erweiterung des Leistungsspektrums an. 44,4 % sehen die neuen Technologien als erweiterte Aufgabenstellung innerhalb der Unternehmen an.
Im Zusammenhang mit Portfolio-Erweiterung und aktuellen Technologien stellt sich die Frage, inwieweit die Studienteilnehmer planen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Mehrheit (57,1 %) steht diesem Aspekt positiv gegenüber, vor allem mit Fokus auf das Engineering (50 %). Außerdem könnten sich mit Ausbildung, Full-Service-Konzepten und neuen Messmethoden weitere Geschäftsfelder öffnen.
Die Studie kann bei Lünendonk, Kaufbeuren, erworben werden. Für Mitte 2010 ist eine erweiterte und aktualisierte Neuauflage auf Grundlage der Geschäftszahlen 2009 vorgesehen. Da wird es natürlich interessant sein zu vergleichen, wie sich die Kennzahlen entwickelt haben und ob die Einschätzungen und Prognosen real waren.

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