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Ein wichtiger Baustein zur Erfüllung der dazu geltenden gesetzlichen Vorgaben können Fachschulungen der Anbieter sein In der Messtechnik oder Medizin werden in beträchtlichem Umfang Spezialgase eingesetzt In der Messtechnik oder Medizin werden in beträchtlichem Umfang Spezialgase eingesetzt.

Sicherer Umgang mit Spezialgasen: Dazu ist auch Know-how in Bezug auf die dazugehörige Versorgungstechnik erforderlich.

Neben Reinstgasen sind das auch Gasgemische mit höchster Konzentrationsgenauigkeit, besonders seltene Gase oder Gase mit gefährlichen Eigenschaften. Dieses breite Spektrum erfordert von den Mitarbeitern, die mit ihnen umgehen, ein breitgefächertes Fachwissen bezüglich der Eigenschaften und der sicheren Anwendung. Darüber hinaus ist Know-how in Bezug auf die dazugehörige Versorgungstechnik gefragt. Wie aber lässt sich das erreichen?

Wissensvermittlung durch Schulungen – dieses Angebot machen die Hersteller und Lieferanten von Gasen. So hat Linde Gas Deutschland das Portfolio seiner LIPROTECT-Sicherheitsseminare erweitert. Hinzugekommen ist eine zweitägige „Fachschulung Befähigte Person – Spezialgase in Forschung, Labor & Analytik“. Diese Fachschulung wurde konzipiert, um die Betreiber von Laboren und Forschungseinrichtungen bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten zu unterstützen. Sicherheits- und Personalverantwortliche können hier ebenso wie Anwender das notwendige Wissen für den sicheren Umgang mit Spezialgasen erwerben. Die Schulungen dienen auch als Nachweis über die Qualifizierung der Mitarbeiter und als wichtiger Baustein für Zertifizierungen und Audits.

Sicherheit

Gesetzliche Grundlagen
Die Verantwortung für sichere Betriebsabläufe und die Information der Mitarbeiter legt der Gesetzgeber in die Hände des Betreibers. Dabei müssen unter anderem folgende Regelungen beachtet werden:

  • Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verlangt in § 12 eine ausreichende und angemessene Unterweisung der Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit durch den Arbeitgeber. Die Unterweisung muss erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.
  • Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sieht in § 9 eine Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten zu den sie betreffenden Gefahren vor. Zudem legt die BetrSichV fest, dass der Arbeitgeber bei selbstdurchgeführten Prüfungen eine befähigte Person zur Prüfung von Arbeitsmitteln bestimmen muss.
  • Spezifische Regelungen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz in Laboren finden sich in der Publikation BGI-850-0 „Sicheres Arbeiten in Laboratorien“. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die technischen Regeln für Gefahrstoffe, kurz TRGS 526 „Laboratorien“ aus dem Regelungsteil der neuen Laborrichtlinien in das staatliche Regelwerk übernommen.

Eine Fachschulung sollte auf den geltenden Rechtsgrundlagen und Vorschriften aufbauen. Auf der Basis von Betriebssicherheitsverordnung und weiteren Regelwerken wird dann fundiert der sichere Umgang mit Spezialgasen thematisiert. Grundlagen der Gasphysik, Eigenschaften und Wirkung von Gasen sowie ihre Anwendung sind weitere Bausteine.
Für den nachhaltigen Erfolg eines Sicherheitsseminars ist jedoch der Praxisbezug entscheidend: Die Themenvielfalt reicht dabei von der Herstellung von Gasgemischen über das Handling und die persönliche Schutzausrüstung bis zu Notfallmaßnahmen. Sinnvoll ist auch ein Praxisteil, bei dem die Schulungsteilnehmer selbst eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen – etwa für den Flaschenwechsel mit einem sicherheitsrelevanten Gas.

Für den sicheren Umgang mit Spezialgasen ist das Verständnis der dazugehörigen Technik unerlässlich. Daher wird in den Sicherheitsseminaren auch die richtige Handhabung von Spezialgaseversorgungsanlagen behandelt. Die Auswirkungen falscher Materialien und unpräziser Handhabung werden nämlich auch von erfahrenen Anwendern häufig unterschätzt. So kann durch schnelles Öffnen und Schließen von Sauerstoff-Ventilen oder Druckminderern infolge adiabatischer Verdichtung eine örtliche Temperaturerhöhung entstehen. Diese wiederum kann zu einem Sauerstoff-Ausbrand führen.

Spezialgase: Sie werden in großem Umfang in Forschung und Entwicklung, in Messtechnik und Medizin eingesetzt.

Zur Verhinderung eines solchen Sauerstoff-Ausbrandes sind neben dem langsamen Öffnen und Schließen der Ventile und Druckminderer weitere Aspekte zu beachten: Nur Bauteile, die für Sauerstoff geeignet sind, bieten die notwendige Sicherheit. Die Armaturen dürfen nicht gebraucht sein und müssen im Betrieb frei von Öl und Fett gehalten werden. Und der Druckminderer muss nach Gebrauch voll entspannt werden. Auch Gase mit korrosiver Wirkung wie Chlorwasserstoff erfordern besondere technische Vorrichtungen. Nur so können Schäden an Werkstoffen und damit ein gefährlicher Gasaustritt verhindert werden. Sicherheitsaspekte stehen bei den Fachschulungen zum Umgang mit Spezialgasen in Forschung, Labor und Analytik klar im Vordergrund.

Darüber hinaus können die Hersteller und Lieferanten von Spezialgasen den Teilnehmern weiteres wichtiges Fachwissen vermitteln: So garantiert beispielsweise nur die Verwendung der passenden technischen Lösung und deren korrekte Handhabung den Erhalt der Gasqualität von der Gasflasche bis zur Anwendung.

Klaus Tech, Klaus Engwer

Kontakt:
Linde AG
Geschäftsbereich Linde Gas
Tel.: 089 74461477
Email: peter.koch@de.linde-gas.com
www.linde-gas.dewww.liprotect.de