Dillinger Grundsätze

Den Erfolg zeigen die Bilanzzahlen aus den Jahren 2007 und 2008, als der Stahlhersteller die bisher besten Ergebnisse seiner Firmengeschichte erreichte „Auch in 2008 erwies sich die Fokussierung auf hochwertige Grobbleche als erfolgreich“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr Paul Belche die Grundsätze, auf denen dieser Erfolg aufbaut „Wir haben eine sehr kompetente und engagierte Belegschaft, moderne Anlagen und eine erfolgreiche Strategie, die auch auf Krisenzeiten ausgelegt ist“ dillingerGrundsätzen leiten lässt. Den Erfolg zeigen die Bilanzzahlen aus den Jahren 2007 und 2008, als der Stahlhersteller die bisher besten Ergebnisse seiner Firmengeschichte erreichte. „Auch in 2008 erwies sich die Fokussierung auf hochwertige Grobbleche als erfolgreich“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Paul Belche die Grundsätze, auf denen dieser Erfolg aufbaut. „Wir haben eine sehr kompetente und engagierte Belegschaft, moderne Anlagen und eine erfolgreiche Strategie, die auch auf Krisenzeiten ausgelegt ist“.

Inzwischen hat sich eine Situation ergeben, in der sich die festen Grundsätze des Unternehmens bewähren müssen und eine nachhaltige und zukunftsweisende Strategie besonders wichtig ist. Denn seit Beginn des zweiten Quartals sind die Auswirkungen der starken Abschwächung der Weltkonjunktur deutlich auch in Dillingen zu spüren. Aber die Dillinger Hütte ist ein Unternehmen mit sehr langer Tradition und mit dem Standort Dillingen über Generationen verwurzelt. Und so geht es auch jetzt um nachhaltiges Handeln, nicht nur zur Überbrückung der Krisenzeit, sondern auch um die Beachtung der bewährten Grundsätze und die Fortführung guter Traditionen.

So setzt die Dillinger Hütte schon seit vielen Jahren auf eine starke und qualifizierte Erstausbildung. In 2008 wurde bei der Dillinger Hütte selbst die Zahl der Neu-Auszubildenden um über 25 % auf 96 Auszubildende erhöht. Damit befinden sich zurzeit insgesamt 290 junge Menschen in einer qualifizierten Erstausbildung. „Sie werden“, wie der Leiter der Aus- und Weiterbildung Karl Stein erläutert, „nach modernsten didaktisch- methodischen Gesichtspunkten zu qualifizierten Fachleuten herangebildet.

Zur Ausbildung gehört auch der Erwerb von Zusatzqualifikationen

Dazu gehört auch die Vermittlung von über den Ausbildungsrahmenlehrplan hinaus gehende Zusatzqualifikationen, etwa der Erwerb von Schweißpässen und Automatisierungskompetenzen.“

Für die interessante und praxisnahe Berufsausbildung stehen drei Lehrwerkstätten mit hauptamtlich beschäftigten dillinger2Ausbildern zur Verfügung. Das erfordert natürlich beträchtliche materielle Aufwendungen für diesen Bereich. So flossen bis 2008 etwa 1,5 Mio. Euro in die Herrichtung, Modernisierung und Ausstattung einer ehemaligen Feuerwehrhalle zur Lehrwerkstatt sowie die Anschaffung neuer Maschinen, darunter einer 3D-Koordinaten-Messmaschine. Zudem verstärken seitdem drei zusätzliche Ausbilder, je einer für Verfahrensmechanik, Industriemechanik sowie Steuerungs- und Elektrotechnik, das Team der Aus- und Weiterbildung.

In der neu eröffneten Werkstatthalle findet die Erstausbildung im Metall- und Steuerungstechnikbereich sowie im Elektrobereich statt. Gleichzeitig bieten die neuen Räumlichkeiten mit ihrer Ausstattung optimale Voraussetzungen für Ausbildungsberufe wie Industriemechaniker/ in oder Zerspanungsmechaniker/in, bei denen teamorientiertes und fachübergreifendes Arbeiten gefragt ist. „Worum es uns aber vor allem geht,“ erklärt Stein, „ist die Ausbildung an produktionstauglichen Anlagen. Da sind wir jetzt gut aufgestellt. Es kommt schon einmal vor, das auch die Fertigungswerkstätten für spezielle Arbeiten auf unsere Maschinen zurückgreifen oder Prüfungen von Ausrüstungsteilen an unserem Hydraulikprüfstand stattfinden.

Darüber hinaus sollen unsere Azubis so viel wie möglich vor Ort in den Produktionsbereichen sein. Das verstehen wir unter Flexibilität. Wir kleben da nicht an Lehrplänen oder Vorgaben von außen“. Ein weiteres wichtiges und grundsätzliches Leitziel des Unternehmens ist die individuelle Förderung der Mitarbeiter mit Hilfe von Weiterbildungsmaßnahmen. Wie das konkret aussieht, erklärt Jörg Staudt, Betriebsleiter für Hydraulik haltungsdiensten der Dillinger Hütte. „Für unseren Fachbereich wurden spezielle Module in das Programm der Ausund Weiterbildung aufgenommen und mithilfe der Firma IGTriboconsult, eines Spezialisten auf dem Gebiet der Tribotechnik, umgesetzt.“

Die Notwendigkeit solcher Qualifizierungsmodule ergab sich aus den Anforderungen an die Kenntnisse und Fertigkeiten von Industriemechanikern im Hüttenwerk. „Wir haben eine Vielzahl hydraulischer Komponenten und Vorrichtungen zur Steuerung unserer Anlagen und im Bereich der Tribotechnik natürlich auch Lager und Getriebe jeder Größe und Konstruktion“, erklärt Staudt. „Diese müssen wir nicht nur instandhalten, auch die strikte Einhaltung der Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes und die daraus resultierenden Optimierungen der Anlagen gehören zu unserem Aufgabengebiet. Das ist auch einer der Gründe, warum wir Hydraulik und Schmierungstechnik in einem speziellen Instandhaltungsbetrieb zusammengeführt haben.

dillinger3In beiden Fachrichtungen, der Schmierung wie auch der Hydraulik, geht es letzten Endes um das Fluidmanagement, um die Auswahl, Beschaffung und Beprobung, sowie die Lagerung, den Wechsel und die Entsorgung des Mediums. Ein Vorteil der Zusammenführung besteht auch darin, dass sie die Standardisierung der Schmier- und Hydrauliköle im Werk erleichtert und damit die Sortenvielfalt und Kosten senkt, ebenso den Bedarf an Lagerfläche.“ Zu den weiteren Aufgaben des Betriebes gehören noch die vorbeugenden Instandhaltung, die Störungsbehebung, die Modernisierung von Anlagen sowie der Wechsel und die Instandsetzung von schmiertechnischen und hydraulischen Komponenten wie Pumpen, Ventilen sowie die Organisation und Durchführung von TÜV-Prüfungen an Druckgeräten.

Da die Ausbildungsrahmenpläne für die Facharbeiterausbildung keine detaillierten Vorgaben zu spezifischen Schulungsinhalten machen, lässt sich die Ausbildung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Instandhaltungsbetriebe der zentralen Dienste entsprechend den Dillinger Grundsätzen flexibel gestalten. In der ersten Etappe wurden Schulungen in diesem Bereich schon vor einigen Jahren gemeinsam vom Bereich Aus- und Weiterbildung und dem Fachbetrieb Hydraulik/ Tribologie ausgearbeitet, und zwar ein Grundlagenseminar sowie Aufbauseminare zur Lagerschmierung und zur Getriebeschmierung.

So gelang es, Grundkenntnisse auf diesem Gebiet in allen Instandhaltungsbereichen der Hütte zu vermitteln. Seit 2009 durchlaufen nun die Auszubildenden im dritten Lehrjahr eine einführende Schulung in diesem Bereich. Dozent ist Wolfgang Muth von der IGTriboconsult, der auch die Seminare für die ausgelernten Mitarbeiter der Instandhaltungsbereiche leitet. Auf dem Ausbildungsplan stehen Themen wie ,Grundlagen der Schmierungstechnik‘ und ,Hydraulik‘, aber auch ,Analysentechnik für Schmiermittel in der vorbeugenden Instandhaltung und für Gebrauchtöle‘ und ,Wasserhaushaltgesetz und Tribotechnik‘.

Nachdem in der Theorie geklärt wurde, welche Eigenschaften Schmierstoffe haben, wie sie auszuwählen, zu lagern und anzuwenden sind und welche Entsorgungsrichtlinien nach dem Gebrauch beachtet werden müssen, ging es entsprechend den Grundsätzen der praxisbezogenen Ausbildung mit Aktivitäten vor Ort weiter. Im Hydraulikraum des Walzwerkes wurden Ölproben entnommen und im Labor auf Wassergehalt, Verschmutzungsgrad und Flammpunkt untersucht. Die nächste Anlaufstation war die Walzenbiegemaschine der Weiterverarbeitung. Dort ging es dann darum, verschiedene Filterarten kennenzulernen.

Die Ausbildung fand zu großen Teilen vor Ort in den Anlagen statt

Ein weiteres Thema der Schulung war der Aufbau von Hydromotoren sowie verschiedener Getriebearten wie beispielsweise von Planetenradgetrieben. Auch in die Weiterbildungsseminare werden einzelne Auszubildende aufgenommen, wo sie gemeinsam mit gestandenen Fachkräften neue Kenntnisse erwerben und von der Erfahrungsübertragung profitieren. Das schafft eine gute Basis für die Zeit nach der Krise. An gut ausgebildeten, flexiblen Fachkräften für die Instandhaltung wird es also Dillingen auch künftig nicht mangeln.

Dillinger Hütte, Aus- und Weiterbildung Tel.: 06831 47 2314, Mail: karl.stein@dillinger.biz, www.dillinger.biz

Der Partner

Beratung in Tribologie und Schmierungstechnik

Die IGTriboconsulting berät Industrieunternehmen aus allen Branchen zu Fragen der Tribologie und Schmierungstechnik und steht für neutrale und herstellerunabhängige tribotechnische Beratung von Maschinen- und Anlagenherstellern sowie Schmierstoffverbraucher aus der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe. Die IGTriboconsulting hat zu Themen der Tribologie und Schmierungstechnik Seminare und Fortbildungsmodule entwickelt. Diese helfen, Mitarbeiter auf den aktuellen Wissenstand zu bringen, aber auch, die Marktlage und die Beschaffungssituation für Schmierstoffe zu verstehen. Das Programm bietet auch firmeninterne Schulungen.

IGTriboconsulting, Tel.: 02452-1063940 Mail: info@IGTriboconsulting.de, www.igtriboconsulting.de