Condition Monitoring soll die Verfügbarkeit und Lebensdauer von Maschinen sowie Anlagen verbessern.

Condition Monitoring soll die Verfügbarkeit und Lebensdauer von Maschinen sowie Anlagen verbessern. - Bild: SEW-Eurodrive

| von Susanne Löw
Aktualisiert am: 18. Nov. 2019

Mehr Produktivität, geringerer Verschleiß und eine höhere Verfügbarkeit der Anlagen durch planbare Stillstandszeiten – Condition Monitoring bei Getrieben zahlt sich für Anlagenbetreiber mehrfach aus. SEW-Eurodrive, einer der führenden Hersteller von Antriebstechnik, bietet daher ein breites Portfolio in diesem Segment, Beratung und individuelle Konzepte inklusive:

Am 12. und 13. Februar 2020 versammelt sich die gesamte Instandhaltungsbranche auf der maintenance Dortmund - der Leitmesse für industrielle Instandhaltung in Deutschland.

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„Wir haben die klassischen Funktionen vom Endoskopie-Service über mobile Schwingungsmessungen bis hin zu smarter Sensorik im Angebot“, zählt René Maisenhelder, Leiter Service Readiness & Condition Monitoring bei SEW- Eurodrive, auf. „Dabei können wir Informationen von Standardgetrieben, von großen Industriegetrieben aus der Schwerindustrie, aber auch von selbstfahrenden AGV-Transportsystemen (Automated Guided Vehicle) ableiten.“

„Man muss schon heute darüber nachdenken, wie man morgen sinnvoll selektiv Daten aufzeichnet.“ - René Maisenhelder, SEW-Eurodrive

Neue Dachmarke

Mit DriveRadar hat SEW-Eurodrive zudem kürzlich eine neue Dachmarke etabliert, unter der die bestehende Produktpalette für die Getriebe- und Motorenüberwachung gebündelt wird – unter die aber auch alle künftigen Lösungen fallen sollen, die sich aktuell noch in der Entwicklungs- oder Pilotphase befinden. Das Motto des prädiktiven Instandhaltungsmanagements, das Daten digital erfasst und auswertet: „Heute wissen, was morgen passiert.“

Nutzer sollen ihre Antriebskomponenten in Form eines digitalen Abbilds in Echtzeit online erfassen, im Blick behalten und vorausschauende Optionen zur Prozessoptimierung erhalten. Dank dieser Transparenz sollen Störungen und ungeplante Ausfälle vermieden werden und zudem Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen besser geplant werden können. Das Ergebnis: eine höhere Verfügbarkeit von Komponenten und Anlagen und damit eine optimale Ausnutzung von deren Lebensdauer.

Datengräber vermeiden

Die kontinuierliche Zustandsüberwachung von Motoren und Getrieben wird auch genutzt, Störungen und Ausfällen vorzubeugen.
Die kontinuierliche Zustandsüberwachung von Motoren und Getrieben wird auch genutzt, Störungen und Ausfällen vorzubeugen. - Bild: SEW-Eurodrive

Um dem Kunden das Leben leichter zu machen, arbeitet SEW-Eurodrive dabei derzeit an diversen neuen Lösungen für Industriegetriebe, beispielweise an selbstlernenden Algorithmen, die dem Kunden eigenständig mitteilen, welcher Fehler an welcher Stelle auftritt und was er dagegen tun kann. „Idealerweise kann der Kunde diese Services künftig als In-App-Käufe dazubuchen“, gibt Maisenhelder einen Ausblick. Auch in den Bereich intelligenter Motoren, die eigenständig Daten senden, investiert das Unternehmen. Weitere Entwicklungsprojekte beschäftigen sich mit Frequenzumformer-Antrieben, bei denen die bereits vorhandenen Daten intelligent aufbereitet werden.

Die Kunden sind laut Maisenhelder allerdings häufig noch vorsichtig, wenn offene Netzwerken Teil der neuen Ansätze sind: „Bedenken bestehen bei einigen Kunden nicht wegen der Erhebung der Daten an sich, sondern es geht um die Datensicherheit“, konkretisiert der Manager. Wichtig sei es angesichts der neuen digitalen Möglichkeiten zudem, keine Datengräber zu schaffen. „Man muss schon heute darüber nachdenken, wie man morgen sinnvoll selektiv Daten aufzeichnet.“

Trend zum Komplettpaket

Ein weiterer Trend, der dem allgemeinen Konsumverhalten entspricht, führt beim Condition Monitoring bei Getrieben weg von klassischen Verkaufsmodellen und hin zu Miet- oder Leasingmodellen. „Der Kunde will keine Hardware, sondern Informationen, um seine Instandhaltung zu optimieren – im Idealfall vorausschauend“, so Maisenhelder. „Haben Kunden früher noch Hardware gekauft und selbst überwacht, wollen sie heute eher ein Komplettpaket inklusive Service.“

Da theoretische Möglichkeiten der digitalen Überwachung und Realität in den Firmen häufig noch auseinanderklaffen, betont Maisenhelder, dass es aber parallel zu den neuen Entwicklungen auch möglich ist, vorhandenen Antriebe, die schon länger im Einsatz sind, nachzurüsten und einzubinden: „Wir machen auch ältere Produkte intelligent!“ Informationen aus weiteren Systemen zu integrieren, sei ohnehin ein aktuell in de Branche diskutiertes Thema: „Man muss künftig Schnittstellen schaffen, um Daten zu transferieren und auszuwerten – ob das auf Hard-, Software- oder Cloud-Ebene stattfinden wird, wird die Zukunft zeigen.“

Beim Condition Monitoring von Motoren und Getrieben müssen die Daten ausgewertet werden, um Ergebnisse zu erhalten, die belastbare ergebnisse liefern
Beim Condition Monitoring von Motoren und Getrieben müssen die Daten ausgewertet werden, um Ergebnisse zu erhalten, die belastbare ergebnisse liefern. - Bild: SEW-Eurodrive

Ölanalyse als „Gesundheitscheck“

Parallel dazu werden bei SEW-Eurodrive auch bestehende Systeme weiterentwickelt. So steht mit der nächsten Motorengeneration ein (neues) Release für die Bremsenüberwachung an. Und während die Kooperation mit einem unabhängigen Labor für Schmierstoffanalysen, weiterhin verfolgt und weltweit ausgebaut werden soll, stellt SEW-Eurodrive zusätzlich Untersuchungen über eigene Ölanalysen vor Ort an – ganz im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung von Systemen.

„Häufig ist es sinnvoll, einen Endoskopie-Service mit einer Ölanalyse zu kombinieren“, begründet Maisenhelder die Initiative und vergleicht Mensch mit Maschine: „Wenn es dem Menschen gut geht, ist auch sein Blutbild in Ordnung – und wenn das Öl bei einem Antrieb sauber ist, geht es auch dem Getriebe gut.“

Alle derzeit bereits existenten und auch seine künftigen Angebote stellt SEW-Eurodrive regelmäßig auf Messen vor – wie etwa auf der Easyfairs Maintenance 2019 in Dortmund. „Der Fokus lag dabei auf unseren Serviceleistungen“, berichtet Maisenhelder. Bei Gesprächen auf Messen gibt er Kunden derzeit eine klare Botschaft mit: „Anlagenbetreiber müssen sich öffnen, um Daten auszutauschen. Wer nur auf lokale Lösungen setzt, wird nicht von den modernen Algorithmen profitieren können, denn die benötigte Rechnerpower wird man künftig nur via Cloud realisieren können. Zudem braucht man Tools zum Handling und zur Selektion der großen Datenmengen, weil der Mensch das irgendwann nicht mehr leisten kann.“

Ein Expertenbeitrag im Auftrag der maintenance Dortmund.

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