Digitale Transformation

Sich der digitalen Transformation stellen und die resultierenden Herausforderungen auf dem Weg zum Dienstleister 4.0 zu meistern, ist für die Instandhaltung eminent wichtig. - Bild: fotolia - Thomas Sztanek

Aktualisiert am: 03. Apr. 2019

Industrie 4.0 bringt einen umfassenden Wandel in den Produktionsketten in der Industrie mit sich. Damit ist auch eine grundlegende Veränderung des Werteverständnisses in der Wirtschaft verbunden. Wertschöpfungsstufen dürfen dann nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern müssen über Unternehmensgrenzen hinweg intelligent vernetzt werden. Nur so kann es gelingen, immer individueller werdende Kundenanforderungen flexibel und passgenau zu erfüllen.

Dazu muss das Silodenken des einzelnen Unternehmens überwunden werden. Dreh- und Angelpunkt dafür ist die Instandhaltung, denn sie ist die einzige Funktion, die mit ihrem jahrelang aufgebauten Know-how in der Lage ist, bestehende, teilweise in Betrieb befindliche Anlagen und Anlagenstrukturen zu modifizieren, zu flexibilisieren und zu digitalisieren. Niemand sonst kennt die Anlagen so genau und kann effizient Anpassungen in bestehenden Anlagen vornehmen.

Instandhaltung als entscheidende Transformationsressource

Wenn diese Modernisierung des Produktionsbestands nicht zügig gelingt, liegt die Alternative auf der Hand: Anlagen müssen ersetzt werden. Neuinvestitionen stehen dabei im globalen Standortwettbewerb. Die Konsequenz: Deutschland geht das Risiko ein, Produktionsanlagen zu verlieren. Wenn wir die Instandhaltung nicht als die entscheidende Transformationsressource erkennen, setzen wir den Produktionsstandort Deutschland aufs Spiel.

Durch die steigende Technologisierung der Anlagen nimmt auch die Komplexität zu, diese zu verstehen sowie zu kontrollieren: Das ist die Herausforderung, die Industrie 4.0 an die Instandhaltung stellt. Aber es ist eine Herausforderung, die die Instandhaltung meistern wird – wenn sie sich fachlich weiterentwickelt.
Die industrielle Instandhaltung wird jedoch innerhalb der Forschung und Entwicklung bisher zu wenig beachtet, der Fokus der Industrie 4.0 liegt auf direkten Produktionsprozessen. Die Wirtschafts- und Forschungsförderung berücksichtigt damit bisher in keiner Weise die Instandhaltung als Schlüsselressource für die Transformation zur Industrie 4.0. Dies muss sich ändern, um Industrie 4.0 durch das nötige Know-how in der nötigen Geschwindigkeit umzusetzen. Nur so wird die Instandhaltung den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig sichern!