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Innerhalb dieses Zeitraums ist es in der Regel unmöglich, eine neue Maschine zu erwerben Als sich die Werktore der Union Gera am 31 Dezember 1994 schlossen, war die Ära der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Großbohrwerken, Bearbeitungszentren und flexiblen Maschinensystemen in Gera vorbei Doch das Fachwissen war noch vorhanden Um das zu nutzen, gründete sich auf dem Boden des einstmaligen Traditionsunternehmens die MSG Maschinenservice Gera GmbH Als sich die Werktore der Union Gera am 31. Dezember 1994 schlossen, war die Ära der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Großbohrwerken, Bearbeitungszentren und flexiblen Maschinensystemen in Gera vorbei. Doch das Fachwissen war noch vorhanden. Um das zu nutzen, gründete sich auf dem Boden des einstmaligen Traditionsunternehmens die MSG Maschinenservice Gera GmbH.

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Aschersleben-Führungsbahnschleifmaschine: Bearbeitungslänge 13.000 mm.

Inzwischen bietet das Unternehmen eine breite Palette von maschinenbautechnischen Dienstleistungen an. Dazu gehören neben dem Handel mit Gebrauchtmaschinen die Lohnfertigung von Maschinenbauteilen, insbesondere die Bearbeitung von Großteilen, wie Ständer, Maschinenbetten oder Vorrichtungen – und last but not least auch Modernisierungs-Leistungen. Auch hier liegt die Vorliebe auf dem Gebiet von Großmaschinen, was jedoch Modernisieren an kleineren Maschinen ausdrücklich nicht ausschließt.
„Die Erneuerung einer über 40 Jahre alten Portalfräsmaschine“, betont Hans-Helmut Tillmanns, Bevollmächtigter in der MSG GmbH „hat uns nicht nur eine zusätzliche Maschine gebracht. Sie hat uns auch bewiesen, dass wir in der Lage sind, Großmaschinen effizient aufzuarbeiten und zu modernisieren. So haben wir zudem ein Beispiel geschaffen, das zeigt, wie sich das Bearbeitungsspektrum von Altmaschinen sogar
vergrößern lässt. Von dieser Leistung sollen auch andere Unternehmen profitieren. Deshalb bieten wir nun auch Modernisierungs-Leistungen für Großmaschinen an.“
Von der Waldrich Siegen Portalfräsmaschine wurden nur die Gussteile aufgearbeitet und wieder verwendet, also Ständer, Betten und Querbalken. Um die Maschine für die Erweiterung des Dienstleistungsangebots von MSG fit zu machen, wurden die Maschinenbetten um 8 m und die beiden Tische um jeweils 2,5 m verlängert. Damit besitzt die ursprüngliche Zehn-Meter-Maschine jetzt eine 15 m lange X-Achse. Das Portal ist 4,50 m hoch und 3,50 m breit. Der vollständige Neuaufbau der Portalfräsmaschine brachte es mit sich, dass Altteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 30.000 kg als Schrott anfielen. Verkleidungen, Spindeln und die alte Elektronik wurde ausgesondert. Der Guss hingegen, dessen Qualität bekanntermaßen mit den Jahren steigt, wurde mit Akribie aufgearbeitet. Die Spindeln wurden überflüssig, da Direktantriebe installiert wurden.“
Zur Erneuerung der Maschine gehört auch die hydrostatische Lagerung der Maschinentische. Zwischen den Betten und den Maschinentischen wird ein Ölfilm aufgebaut, so dass jegliche Stick-Slip-Effekte ausgeschlossen sind. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass MSG Bauteile bis zu einem Gewicht von 150 t bearbeitet werden können.
„Entsprechend der ursprünglichen Bauweise der Maschine“, führt Dieter Rudert Leiter Auftragsbearbeitung und Produktion, aus, „hatten wir ein begehbares Fundament zu bauen, damit wir aufgrund der ursprünglichen Konstruktion die anfallenden Montagearbeiten an Ständer und Betten erledigen konnten. Die gegebenen Bodenverhältnisse erforderten allerdings, das Fundament besonders tief zu setzen.“

Neue Märkte

Russland
Der russische Markt ist attraktiv für das Geschäft mit Werkzeugmaschinen. So stiegen im  Halbjahr 2011 die deutschen Werkzeugmaschinenlieferungen um fast ein Drittel auf 184 Mio. Euro. Mit ihrem vielfältigen Angebot an Spezialmaschinen haben deutsche Anbieter großes Potenzial, um russische Kunden zu unterstützen und sich erfolgreich zu positionieren.
Von Interesse dürfte der russische Markt aber nicht nur für die Hersteller, sondern auch für die Instandhalter und Modernisierer von Maschinen sein. Großen Raum nimmt diese Thema in der russischen Fachzeitschrift ,ToiR –Instandhaltung“ ein, einem Kooperationspartner des Fachmagazins ,Instandhaltung‘. Nähere Informationen dazu sowie zur Veröffentlichung von Beiträgen und Anzeigen in der ToiR erhalten Sie von der Redaktion.
Email: ingo.busch@mi-verlag.de

Zur Komplettüberholung gehört nicht zuletzt die Installation einer modernen Steuerung. „Wir haben uns“, bekundet Rudert, „passend zu unserem Maschinenpark für eine Siemens-840-D-Steuerung entschieden, mit der wir über das Bedientableau kommunizieren. Wir können damit die Programme unserer Auftraggeber einlesen und unser Know-how für die Bearbeitung der unterschiedlichen Teile und Werkstoffe einbringen. Diese Steuerung ist auch für unsere Einzel- beziehungsweise Kleinstserienfertigung gut zu handhaben. Auf dieser Maschine lassen sich Großteile, wie beispielsweise Werkstücke für Windkraftgeneratoren oder Gussteile für große Dieselmotoren bearbeiten. Nach der Fräs- und Bohrbearbeitung können wir entsprechend große Werkstücke auf unserer 13 m langen Führungsbahnschleifmaschine bearbeiten und somit unseren Kunden eine Komplettleistung aus einer Hand bieten.“
Zu den Vorzügen der Modernisierung gehört, dass die überholte Maschine wieder auf das vorhandene Fundament gesetzt werden kann.
Der Zeitfaktor ist allerdings ebenfalls zu berücksichtigen. Während die natürliche Alterung der Gussteile zum Vorzug des Modernisierens zählt, werden die Verfahrgeschwindigkeiten von Neumaschinen nicht erreicht. Das kann bedeuten, dass nicht alle Vorzüge von modernen Werkzeugen nutzbar sind. Bei großen Maschinen beträgt der Aufwand fürs Modernisieren etwa 60 % des Aufwands für Neumaschinen ohne Fundament.

Peter Springfeld

Kontakt:
MSG Maschinenservice Gera GmbH
Tel.: 0365 4234664
www.msg-gera.de