Pneumatic nutrunner LTV

Stark beanspruchte Druckluftschrauber: Seit die Ratschläge des Herstellers umgesetzt wurden, halten sie viel länger als früher.

Pneumatic nutrunner LTV

Stark beanspruchte Druckluftschrauber:
Seit die Ratschläge des Herstellers umgesetzt wurden, halten sie viel länger als früher.

Die Mauser Group aus Brühl stellt Industrieverpackungen her. Fässer aus Metall und Kunststoff, Trommeln aus Papierfasern und sogenannte Intermediate IBC Bulk Container für Transport und Lagerung flüssiger oder rieselfähiger Stoffe. Mehrere tausend IBCs fertigt Mauser pro Woche in Brühl. Dazu wird ein vorgefertigter Gitterrohrrahmen („Käfig“), der die Containerblase umschließt, auf Paletten aus unterschiedlichen Materialien verschraubt.

Für die jeweils neun Schraubverbindungen zwischen Käfig und Palette pro IBC setzt Mauser Druckluftschrauber ein, ebenfalls aus dem Hause Atlas Copco. Die leicht zu erreichenden Schrauben werden mit einem Pistolenschrauber mit Rutschkupplung des Typs Twist 22 HR 10 oder mit einem Ergopuls-Schrauber montiert, der sich durch extreme Schnelligkeit auszeichnet. Für die Schrauben an den unzugänglichen Stellen zwischen Gitterrohrrahmen und Palettenteil nehmen die Werker LTV-Winkelschrauber. Diese Werkzeuge drehen sehr schnell und schalten präzise bei den gewünschten Drehmomentwerten ab.

Die Druckluftschrauber müssen hohen Belastungen standhalten und richtig „ackern“, um die langen Spax-Schrauben einzudrehen. Bei der Montage des Käfigs auf die Paletten stoßen die Werker außerdem immer wieder mit dem Winkelkopf an den Gitterrohrrahmen der Container – da ist Verschleiß programmiert. Auch der Montagevorgang selbst stellt die Schrauber auf eine Belastungsprobe.

 

Mehrfach-Reparaturen teurer als Neuanschaffung

Diesen Anforderungen sind die robusten und hochwertigen Werkzeuge normalerweise gewachsen. Trotzdem waren die Schrauber in der Vergangenheit überdurchschnittlich oft defekt. Neben äußeren Beschädigungen und Verschleiß an den Winkelköpfen waren Lamellenbrüche ein auffallend häufiger Reparaturgrund.

„Vor vier bis fünf Jahren hatten wir noch 100 Werkzeuge im täglichen Einsatz“, berichtet Valentin Bolwerk. Weil viele davon ständig unterwegs zur Reparatur und damit nicht verfügbar waren, mussten sehr viele Geräte im Backup gehalten werden. „Heute kommen wir mit etwa 60 Druckluftschraubern aus“, freut sich der Mauser-Einkäufer, der die Zusammenarbeit mit Atlas Copco initiierte. Ihm war der hohe Reparaturstand in der Palettenmontage aufgefallen, woraufhin er die Reparaturkosten und -zeiten über einen Zeitraum von vier Jahren analysierte. Das Ergebnis: Teilweise überstiegen die Reparaturkosten für ein Werkzeug pro Jahr dessen Preis für die Neuanschaffung um ein Vielfaches.

Weitere Maßnahmen

Bessere Wartung – weniger Reparaturen

Mit dem Reparaturangebot hatte Atlas Copco auch eine vorbeugende Instandhaltung sowie weitere Maßnahmen vorgeschlagen, um den Reparaturstand zu senken. Einige davon hat Mauser schon umgesetzt.
Jetzt gibt es zum Beispiel Schutzhüllen für die Schrauber, um äußere Beschädigungen zu verhindern, sowie eine Möglichkeit zur Aufhängung der Werkzeuge mit dem gleichen Ziel.
Neben dem Arbeitsumfeld analysierte Atlas Copco auch Luftdruck und Ölgehalt der Druckluft, um sicherzustellen, dass die Lamellen der Schrauber genügend geölt werden. Um beides zu optimieren, riet der Hersteller, Wartungseinheiten zur Druckluftaufbereitung einzusetzen. Nachdem ein entsprechender Testlauf in Erkelenz ergab, dass die Lamellen jetzt länger halten, setzt Mauser nun auch Wartungseinheiten ein.

Als Mauser dann neue Schrauber beim damaligen Handelspartner bestellte, holte man bei Atlas Copco direkt ein Angebot für Reparaturen ein. „Wir wurden dann in deren Essener Werkstatt eingeladen und konnten uns vor Ort anschauen, welche Arbeitsschritte bei der Reparatur und Wartung der Druckluftschrauber getätigt werden“, sagt Bolwerk. Atlascopco betrieb dann noch einen großen Aufwand, um die Ursachen der zahlreichen Ausfälle zu analysieren; denn so hoher Verschleiß ist sehr ungewöhnlich. Von jedem Werkzeug wurden Fotos gemacht, die typischen Schäden notiert, zahlreiche Auswertungen gefahren. Am Ende wurde alles penibel dokumentiert.

Die Analysen sowie der Besuch in der Essener Werkstatt überzeugten schließlich auch diejenigen Mitarbeiter aus der Instandhaltung bei Mauser, die mit der Reparaturabwicklung des vorherigen Lieferanten – aufgrund der kurzen Durchlaufzeiten – eigentlich zufrieden gewesen waren. „Die geringe Haltbarkeit lastete unsere Produktion zu diesem Zeitpunkt den Werkzeugen an“, räumt Bolwerk ein. Heute wisse man, dass vielmehr die unzureichende Instandsetzung das Problem war.

 

Drei Monate Garantie auf jede Reparatur

„Vor allem wegen der Garantieleistungen haben wir dann ab sofort bei Atlas Copco reparieren lassen“, erklärt Bolwerk. Vorher hatte es keinerlei Gewährleistung auf die Reparaturen gegeben. So konnte es vorkommen, dass ein und derselbe gerade reparierte Schrauber in der nächsten Woche wieder in den Reparaturumlauf musste. Jetzt hat Mauser drei Monate Garantie auf die Reparatur und zwölf Monate auf die Ersatzteile. Bis zu einem Festpreis von circa 50 % der Kosten einer Neuanschaffung werden die Reparaturen automatisch freigegeben.

Die Kosten je Reparatur sind aktuell zwar höher, dafür haben die Standzeiten der Schrauber aber auch enorm zugenommen. „Unsere Instandhaltung ist begeistert von der längeren Haltbarkeit“, sagt Bolwerk. Das Ergebnis kann sich nämlich sehen lassen: Die Summe der Reparaturkosten für die Druckluftschrauber ist um etwa 40 bis 45 % gesunken.
Ulrike Preuß

Kontakt: Atlas Copco Tools Central Europe
Email: tools.de@de.atlascopco.com
www.atlascopco.de