Walterscheid Instandhaltung Zusammenarbeit

Was für und gegen eine eigene Instandhaltung in Industriebetrieben spricht. - Bild: pixabay

| von Nina Bäßler, Off-Highway Powertrain Services

Es ist ein Dilemma! Einerseits fahren Industriebetriebe hauseigene Teams zur Instandhaltung aus Kostengründen immer öfter auf ein Minimum herunter. Argumentiert wird dabei in erster Linie mit hohen Fixkosten für ein solches Team, das nie zu 100 Prozent ausgelastet sein könne. Andererseits sollen Verantwortliche zur Instandhaltung im besten Fall 24 Stunden erreichbar und eine Vertretung allzeit sichergestellt sein, was wiederum mit gesteigerten Personalkosten einhergeht. Hinzu kommen Spezialwerkzeug-Kosten für Maßnahmen zur Wartung und Instandsetzung sowie regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen. Technische Geräte, beispielsweise für Drehmoment- und Schwingungsmessung, sind sehr teuer und aufgrund der lediglich gelegentlichen Auslastung oft nur schwer zu rechtfertigen.

Am Ende bestimmt folgerichtig nicht selten die finanzielle Situation über die Zukunft eines Instandhaltungsteams. Deshalb gilt: Wer über eine hauseigene Instandhaltung nachdenkt, sollte Pro und Contra kennen!

Interne Instandhaltung - was gehört heute dazu?

Dabei ist ein internes Instandhaltungs-Team von großem Vorteil, wenn im Falle eines Notfalls kurze Reaktionszeiten erforderlich sind. Größter Vorteil einer internen Instandhaltung ist aber das durch langjährige Erfahrung gesammelte spezifische Wissen zu Maschinen und Anlagen. Man ist sehr vertraut mit den eigenen Maschinen und Anlagen und kennt ihre Schwachstellen und kann dadurch oft sehr zielgerichtet reagieren.

Durch die kontinuierliche Personalreduktion in vielen Unternehmen werden Instandhalter jedoch mehr und mehr zu Instandhaltungskoordinatoren, die Fremdfirmen nach Bedarf engagieren. Die unschönen Folgen zeigen sich im zunehmenden Verantwortungsverlust der Instandhalter, die immer mehr Aufgaben an externe Partner abgeben und somit nach und nach auch ein Wissensverlust stattfindet, der im Extremfall gefährlich werden kann. Wenn sich Unternehmen für externe Partner entscheiden, muss sichergestellt sein, dass diese im Falle eines Notfalls kurzfristig zur Verfügung stehen, um sich um die Maschine kümmern zu können.

Auf einen Blick - Was für eine interne Instandhaltung spricht

  • kurze Reaktionszeiten
  • langjährige Erfahrung mit (hauseigenen) spezifischen Maschinen und Anlagen
  • Unübersichtlichkeit auf dem externen Instandhaltungs-Markt mit vielen unterschiedlichen Fremdfirmen
  • Wissensverlust bei Abgabe nach extern
  • Koordinierungsaufwand mehrerer externer Partner
  • Schwierigkeit der Kontrolle (mehrerer) externer Partner
  • vertrauliche Daten und Cyber-Sicherheit im Unternehmen

Problematisch ist oft gerade die Vielzahl unterschiedlicher Fremdfirmen, da diese jeweils immer nur einen kleinen Ausschnitt der Anlage betrachten. Ganz zu schweigen vom Koordinierungsaufwand der verschiedenen Partner im Falle einer Instandhaltung oder Wartung. Auch im Fall eines Reklamationsfalls muss klar geregelt sein, wie die Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten aufgeteilt sind. Werksleiter klagen oft über Schwierigkeiten mit der nur eingeschränkten Kontrolle der externen Instandhaltungs-Partner, da sie nicht befugt sind, Mitarbeiter direkt anzuweisen. Ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes Risiko stellt sich im Zusammenhang mit vertraulichen Daten und der Cyber-Sicherheit im Unternehmen. Externe Mitarbeiter sollten daher stets vorab überprüft und im besten Falle eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen.

Instandhaltung: Warum sich externe Leistungen lohnen

Das Hinzuziehen externer Instandhaltungs- oder Wartungs-Partner ist dennoch mit einigen Pluspunkten verbunden. So finden Nutzer auch Dienstleister vor, die sich auf ganze Anlagenteile spezialisiert haben und über hohe Fachkenntnis für alle relevanten Komponenten in einem Bereich verfügen. Bestenfalls decken diese den kompletten Antriebsstrang mit Kupplungen, Bremsen und bis hin zu Getrieben, Motoren, Pumpen oder Lagern ab. Die Kompetenz des richtigen Partners kann Reparaturzeiten am System verkürzen, da die Teams die nötigen Instandsetzungs-Fachkenntnisse besitzen, um schnell Betriebs-Probleme an Antriebsstrang & Co. lösen zu können.


Weiterer Pluspunkt: Qualifizierte Servicedienstleister für die Instandhaltung legen Wert auf eine qualitativ sehr gute Spezial-Ausbildung ihrer Mitarbeiter, die mit hochprofessionellem Equipment arbeiten und über diverse Weiterbildungen zertifiziert sein müssen – im Bereich Schwingungen sind das beispielsweise die ISO-CAT-Zertifizierungen.

Auf einen Blick: Instandhaltung outsourcen - was dafür spricht

  • externe Dienstleister haben sich oft auf ganze Anlagenteile spezialisiert
  • hohe Fachkenntnis für alle relevanten Komponenten in einem Bereich
  • insbesondere Spezialwissen zum kompletten Antriebsstrang mit Gelenkwellen, Kupplungen, Bremsen, Getrieben, Motoren, Pumpen oder Lagern
  • dadurch verkürzte Reparaturzeiten
  • Spezialausbildung der externen Mitarbeiter
  • externe Dienstleister mit Qualitätsmerkmal Zertifizierungen
  • Fachwissen zur Zustandsüberwachung mit Condition-Monitoring-Systemen
  • ...und zur Implementierung von Sensoren und Auswertung von Daten

Wie sieht Instandhaltung in Zeiten von Industrie 4.0 aus?

Spätestens wenn es um die in der Einleitung angesprochene Industrie 4.0 geht, können interne Instandhaltungsteams schnell an ihre Grenzen kommen. Automatisierungssysteme in Industrieanlagen führen zu höheren Produktionsgeschwindigkeiten und schnelleren Durchlaufzeiten. Ein Ausfall der Maschine führt folglich zu immer drastischeren Konsequenzen und eine Echtzeit-Zustandsüberwachung via Condition Monitoring der Anlage ist unvermeidbar. Die hierbei nötigen Condition-Monitoring-Systeme bedürfen jedoch viel Erfahrung in der Implementierung der Sensoren und im Umgang und der Interpretation von Daten. Spätestens hier sollte ein externer Partner in jedem Fall hinzugezogen werden, der die Technologie als auch das Know-How mitbringt.

Condition Monitoring - Alles im Blick am Antriebsstrang?

Kennen Sie Off-Highway Powertrain Services? Der Spezialist für Antriebstechnik ist weltweit führender Anbieter von Hightech-Lösungen für den Antriebsstrang und bietet Industriebetrieben unter anderem einen 360-Grad-Service - von der Inbetriebnahme bis hin zur Überwachung, Instandhaltung, Reparatur und Optimierung, über den gesamten Lebenszyklus der Antriebskomponenten hinweg. Industriebetriebe haben so nur noch einen Ansprechpartner an der Hand und sparen sich aufwändige koordinative Absprachen.

Seit 2020 stellt der Dienstleister seinen Kunden außerdem eine eigenständig entwickelte Condition Monitoring Cloud zur Verfügung. Hierzu wurde eine professionelle Condition Monitoring Software mit einer neu entwickelten, übergeordneten Internet-Plattform verknüpft. Letztere soll es Anwendern möglich machen, eine interne Zustandsüberwachung standortübergreifend sicherzustellen sowie auch eigenständig Condition-Monitoring-Analysen durchzuführen. Mit der Cloud-Lösung können Anwender ihre sicherheitsrelevanten Antriebe und Aggregate über die installierten Messstellen und voreingestellten Alarmschwellen standortunabhängig beobachten - und dies 24/7.

Selbstverständlich gibt es sowohl für interne Instandhaltungsteams als auch für das Hinzuziehen eines externen Partners ein für und wider – es ist und bleibt eine Entscheidung, die von jedem Werksleiter ganz individuell getroffen werden muss. Der Mehrwert von externen Partnern in der Instandhaltung liegt allein schon durch das professionelle Equipment auf der Hand, dennoch ist ein interner Instandhalter, der seine Maschinen kennt und verantworten kann, nicht zu ersetzen. Erfahrungsgemäß ist eine enge Zusammenarbeit von internen Mitarbeitern mit externen ratsam, da sich durch das Hinzuziehen eines spezialisierten und erfahrenen Partners der Instandhaltungsprozess deutlich vereinfachen lässt.

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