Off Highway Powertrain Gespräch über Condition Monitoring Antriebsstrang

Die Rentabilität einer Zustandsüberwachung an produzierenden Maschinen ist hoch, sie hängt aber stark von der Risikoeinstufung der Maschinen, den internen Ressourcen und dem vorhandenen Know-How ab. - Bild: Off-Highway Powertrain Services Germany

| von Nina Bäßler, Off-Highway Powertrain Services

Die Vorteile eines Condition Monitoring mittels Vibrationsanalyse für die Maschinenüberwachung liegen klar auf der Hand: Frühzeitiges Erkennen von Fehlern, Risikominimierung von ungeplanten Stillständen und die Unterstützung einer proaktiven Wartung der Maschine oder Anlage. Insbesondere zur Zustandsüberwachung des Antriebsstrangs hat sich Condition Monitoring als die führende Methode fest etabliert. Wollen Sie Kosten sparen, sollten Sie die folgenden vier Tipps beherzigen:

1. Zustandsüberwachung: Warum muss es eigentlich die ganz große Lösung sein?

Online-Condition-Monitoring-Systeme für die Gesamtanlage mit integrierten Sensoren und einer 24/7-Zustandsüberwachung sind eine super Sache aber je nach Risikoeinstufung Ihrer Maschine gar nicht überall zwingend notwendig. Bewerten Sie zuerst die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Maschinenschadens in Kombination mit dem daraus resultierenden Schadenausmaß. Das gibt Ihnen eine gute Einschätzung über Ihr Risiko. Überlegen Sie, was Ihr Überwachungsziel ist und was genau Sie überwachen wollen. Möchten Sie beispielsweise die gesamte Anlage mit sämtlichen Wälzlagern und Getrieben monitoren, um vorausschauende Wartung und Kosteneinsparungen bei Ersatzteilen zu realisieren oder möchten Sie nur ein kritisches Engpassaggregat überwachen, um die Anlagenverfügbarkeit hochzuhalten?

2. Schwingungsmessung: Warum Sie einen Dienstleister kontaktieren sollten

Die Messung und Analyse von Schwingungen, insbesondere am Antriebsstrang der Maschine, hat sich neben analogen Methoden, wie zum Beispiel Ölanalysen, als Condition- Monitoring-Methode durchgesetzt. Vibrationsmessungen werden an der laufenden Maschine durchgeführt und sind eine effektive Möglichkeit für eine frühzeitige Verschleißerkennung an Gelenkwellen, Wälzlagern, Getrieben oder Motor. Sie bieten die Basis für eine gezielte Planung der Wartung und Instandhaltung während des nächsten geplanten Maschinenstillstands. Speziell für kleine Maschinenbetriebe lohnt es sich nicht zwingend, die hochpreisigen Messinstrumente selbst anzuschaffen. Kontaktieren Sie am besten einen Dienstleister mit zertifizierten Schwingungsexperten, der Sie auch zu Folgemaßnahmen beraten und unterstützen kann.

3. Condition Monitoring: Wann ein Online-System Sinn macht

Grundsätzlich kommen für die Schwingungsüberwachung am Antriebsstrang Offline- und Online-Methoden in Frage. Während Offline-Methoden sich eher für unregelmäßig auftretende Schäden mit zeitlich größerem Vorlauf, also relativ langsamen Verschleißkurven anbieten, sind Online-Systeme für die permanente Überwachung unabdingbar, beispielsweise von Problemaggregaten der Anlage. Kommen Sie in der Phase der Risikobewertung zu dem Ergebnis, dass Ihre Maschine einer erhöhten Risikoeinstufung zuzuordnen ist und sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Bruchs als auch die daraus resultierenden Konsequenzen gravierend sind, so sollten Sie in jedem Fall auf eine Online-Condition-Monitoring-Lösung zurückgreifen. Aber auch hier gibt es verschiedene Angebote, die Ihnen helfen, Kosten im Rahmen zu halten.

Cloud-Lösung für Condition-Monitoring-Systeme
Cloud-Lösungen für Condition-Monitoring-Systeme ermöglichen eine 24/7, standortunabhängige Beobachtung aller betriebskritischen Antriebe und Aggregate. - Bild: Off-Highway Powertrain Services Germany

Nicht immer muss es von Beginn an ein aufwendiges Vollsystem mit vielen Sensoren sein. Inzwischen gibt es auch kleinere Onlinesysteme mit begrenzter Anzahl von Sensoren, die sich einfach installieren lassen und die sich für eine zeitlich begrenzte Überwachung, den Einstieg in das Online-Condition-Monitoring oder als Test-System sehr gut eignen. Hierbei muss meistens auch nicht auf die bei Groß-Systemen übliche Cloudlösung verzichtet werden. Wer sich mit der Analyse von Daten auskennt, kann - muss dies aber nicht - bei diesen Cloud-Lösungen die Daten selbst verfolgen und analysieren. Das Condition-Monitoring-System und die dafür nötigen Sensoren werden einmalig von einem Dienstleister an allen relevanten Maschinenbau-Komponenten angebracht. Voreingestellte, individuell auf Ihre Maschine abgestimmte Alarmschwellen erleichtern die Interpretation der Daten an zum Beispiel Ihrem Antriebsstrang. Cloud-Lösungen für Condition-Monitoring-Systeme ermöglichen also eine 24/7, standortunabhängige Beobachtung aller betriebskritischen Antriebe und Aggregate. Antriebs-Trends für Motor-Drehzahl, Beschleunigung, Unwucht, Ausrichtung und BIAS können in verschiedenen Zeitfenstern miteinander verglichen werden und geben einen guten Überblick über den aktuellen Zustand der Maschine und deren Entwicklung. Für Experten bietet die Cloud darüber hinaus auch alle gängigen Analysemethoden.

4. Zustandsüberwachung: Wann sich ein Outsourcen lohnt

In aller Regel ist es empfehlenswert, die Auswertungen von Condition-Monitoring-Experten durchführen zu lassen. Je größer und komplexer der Maschinenpark desto schwieriger ist es für die Mitarbeiter, Messungen und Analysen eigenständig durchzuführen. Spätestens hier sollten Unternehmen auf Dienstleister und Experten für Antriebstechnik zurückgreifen und die Maschinenüberwachung auslagern. Professionelle Condition-Monitoring-Anbieter beraten Sie zunächst über die richtige Überwachungsstrategie und konzipieren Ihnen eine maßgeschneiderte Überwachungstechnik oder greifen auf bereits bestehende Überwachungstechniken zurück. Die Experten bieten Ihnen dabei eine individuelle Lösung bis hin zur 24-Stunden-Überwachung mit sofortiger Störungsmeldung, damit Sie im Falle eines sich anbahnenden Schadens unverzüglich reagieren können. Condition-Monitoring-Dienstleister unterstützen darüber hinaus auch noch bei Instandhaltungs-Leistungen oder der Lieferung von Ersatz-Komponenten für zum Beispiel den Antriebsstrang.

Fazit

Die Rentabilität einer Zustandsüberwachung an produzierenden Maschinen ist hoch, doch nicht immer muss es eine festinstallierte Vollüberwachung der Gesamtanlage sein. Die Entscheidung ob Offline- oder Online Condition Monitoring, ob Voll- oder Teilüberwachung, ob Eigen- oder Fremdanalysen in Anspruch genommen werden, hängt stark von der Risikoeinstufung der Maschinen, aber selbstverständlich auch von den internen Ressourcen und dem vorhandenen Know-How ab.

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