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Vernetzung per Cloud

Digitalisierte Überwachung von Schaltschränken

am 06.06.2017 um 15:00 Uhr

Schaltschränke in Industrieanlagen müssen kontinuierlich überwacht werden. Pfannenberg setzt dabei auf Digitalisierung. Gemeinsam mit der Telekom Deutschland hat der Elektrotechnik-Spezialist für seine Schaltschrank-Kühlgeräte eine M2M-Lösung in der Cloud entwickelt.

Die kommunikationsfähigen Kühlgeräte der eCool X-Serie von Pfannenberg stellen Daten über Zustands-, Diagnose- und Alarmzustände zur Verfügung. Diese lassen sich jetzt erstmals direkt in die Maschinensteuerung zur Weiterverarbeitung und Visualisierung einbinden.

Predictive Maintenance

Der grundsätzliche Aufbau eines Systems zur Verarbeitung von Daten für Predic­tive Maintenance. – Bild: Telekom Deutschland

Auf dieser Basis können sie darüber hinaus optional relevante Geräteparameter via Cloud zum Zweck der Ferndiagnose und -wartung übermitteln.

Der Aufbau der Cloud-Lösung sieht folgendermaßen aus: Die Kühlgeräte kommunizieren via Modbus mit dem angeschlossenen Netzwerk. Das kann eine Direkteinbindung in das Kundennetzwerk sein oder ein GSM-Modul mit integrierter SIM-Karte. Dieses überträgt die empfangenen Daten in Echtzeit über eine sichere M2M-Mobilfunk-Verbindung in die Cloud der Dinge der Telekom, wo sie in einem sicheren ISO-zertifizierten Rechenzentrum gespeichert und ausgewertet werden. Die autarke Mobilfunk-Verbindung ermöglicht es, ohne Eingriff in das IT-System des Betreibers auszukommen.

Cloud-basierte Schaltschrank-Kühllösung

Lösung in der Praxis: Aufbau der Cloud-basierten Schaltschrank-Kühllösung von Pfannenberg. – Bild: Telekom Deutschland

Die eingehenden Daten lassen sich dann für eine Darstellung aufbereiten und live auf einer speziellen Website, dem Dashboard, anzeigen. Der Abruf dieser Website erfolgt unabhängig vom laufenden System einfach über einen gängigen Webbrowser. Anwender können sich das Dashboard etwa über einen externen Bildschirm am Schaltschrank oder internetfähige Endgeräte anzeigen lassen.

Neue Geschäftsmodelle

Digitalisierung ist für Pfannenberg kein Selbstzweck. Hinter allen Entwicklungen muss ein profitables Geschäftsmodell stehen. Für die kommunikationsfähigen Kühlgeräte hat das Unternehmen folgende drei Anwender-Szenarien entwickelt:

  • Im ersten Fall bleibt Pfannenberg Eigentümer der Daten und hat somit alleinigen Zugriff auf die Daten der Kühlgeräte. So kann das Unternehmen dem Anwender vorausschauende Wartung als zusätzlichen Service anbieten, von der einfachen Meldung bis hin zum kompletten Wartungsmanagement.
  • Das zweite Geschäftsmodell sieht vor, dass der Anlagenbauer oder Systemintegrator Lizenznehmer für 1 bis n Datenlevel wird. Hier gibt es wiederum zwei Optionen: Entweder der Anlagenbauer oder Systemintegrator erwirbt Lizenzen für kontinuierliche Daten zur Implementierung in seine Maschinen- / Anlagenvisualisierung oder für ein permanent aktualisiertes Dashboard für den Aufbau eines eigenen Wartungskonzeptes.
  • Die dritte Möglichkeit besteht darin,  dass der Service-Provider, etwa die Kälteservice-Firma des Endkunden, Lizenznehmer für 1 bis n Datenlevel wird. In diesem Fall erwirbt der Service-Provider über Lizenzen abgestimmte Daten aus der Kühllösung für den Aufbau eines eigenen Maintenance-Konzeptes.

Serviceeinsatz nur im Bedarfsfall

Mithilfe der intelligenten Lösung auf Basis der Pfannenberg-Cloud haben Anwender jederzeit und an jedem Ort Zugriff auf die Betriebsdaten der Kühlgeräte. Dabei müssen sie keinen Zugriff auf ihr Leitsystem freigeben, die Datensicherheit der Gesamtanlage bleibt somit unangetastet.

Kühlgeräte von Pfannenberg

Die kommunikationsfähigen Kühlgeräte von Pfannenberg ermöglichen eine vorausschauende Wartung und die Vernetzung der Geräte in vernetzte Produktionsumgebungen. Das Bild zeigt ein Messemodell auf der “Smart Automation” in Wien. – Bild: Pfannenberg

Zudem können die Kühlgeräte im Störungsfall automatisch einen Servicetechniker verständigen, was eine schnelle Reaktion ermöglicht und somit die Ausfallzeit reduziert. Darüber hinaus wird echte vorausschauende Wartung ermöglicht, das heißt der Serviceeinsatz erfolgt nur im tatsächlichen Bedarfsfall, was zu erheblichen Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen führt. Die kommunikationsfähigen Kühlgeräte vereinfachen die Geräteüberwachung und reduzieren den Wartungsaufwand. Beispielsweise zeigt eine Kontrolllampe an, wenn Verschleißerscheinungen vorliegen, denen Anwender durch fällige oder vorbeugende Wartung begegnen können.

Zudem werden verschiedene Zustände und Alarme signalisiert, wie beispielsweise „Gerät läuft“, „Schaltschranktür geöffnet“ oder „Übertemperatur im bzw. außerhalb des Schaltschranks detektiert“. Diese Statusanzeigen lassen sich sowohl als Warnungen an den Betreiber verwenden als auch in automatisierte Steuerungssysteme moderner Produktionsanlagen einbinden. Die Analyse der thermischen Belastung über einen längeren Zeitraum ermöglicht außerdem die exakte Festlegung der Wartungsintervalle entsprechend der Umgebungsbedingungen am Einsatzort. Die präventive Wartung trägt zur erhöhten Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit und somit zur Steigerung der Produktivität bei. Lars Platzhoff

Kommunikationsfähige Kühlgeräte

Die eCool-Familie von Pfannenberg
Die Kühlgeräte für den Standardleistungsbereich von 1.000 bis 1.500 W sind in vielen Applikationen einsetzbar. Einige Versionen bieten Standard Controller (SC) oder Multi Controller (MC). Ein zusätzlicher Temperaturfühler ermöglicht das automatische An- bzw. Abschalten des Lüfters abhängig von der Temperatur im Schaltschrankinnenraum. Die Multimaster-Funktion dieser Controller sichert eine konstante Temperatur auch bei großen Schaltschrankgruppen durch simultanen Betrieb mehrerer Kühlgeräte. Eine Service-Schnittstelle erlaubt die externe Parametrierung und das Auslesen des Fehlerspeichers über einen PC. Die kommunikationsfähigen Kühlgeräte der eCool X-Serie waren die ersten Schaltschrank-Klimatisierungsgeräte, die sich direkt in Automatisierungssysteme einbinden lassen.

Pressematerial der Pfannenberg Europe GmbH

 

 
 
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