Bielefeld macht mobil

Das zeigt auch das Beispiel der Stadtwerke Bielefeld Die Stadtwerke Bielefeld, ein seit über 150 Jahren tätiges Energieversorgungsunternehmen, führte vor zehn Jahren unternehmensweit SAP ein Als Informations- und Prozessplattform sollte das SAP-System auch die Voraussetzungen schaffen, um in der Instandhaltung einen wichtigen Schritt vorwärts zu tun Zu diesem Zweck erfolgte etwas später die Einführung eines Mobile-Workforce-Management-Systems Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Bereich der Ressourcenplanung- und Steuerung, die als Basis für die Optimierung der Instandhaltung im Bereich der Verteilernetze dienen sollte Für die Stadtwerke Bielefeld ging es hier vorrangig darum, die verfügbaren Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen Mithilfe der  neuen Lösung sollten kurzfristig sichtbare Verbesserungen erreicht werden, etwa Kapazitätsspitzen rasch auszugleichen oder die Reaktionszeiten zu verkürzen Im Bereich des Zustandsmanagements stellten die Stadtwerke Bielefeld unter anderem folgende Ansprüche an die zukünftige Lösung: Es sollte möglich sein, Anlagenzustände mobil in Checklisten zu erfassen und die erhobenen Daten im SAP ERP PM Standard abzulegen Zudem sollten Zustandswerte der Anlagen mithilfe des Zustands-Management-Systems (ZMS) ermittelt werden, um dann auf dieser Grundlage den Wartungszyklus im SAP R/3 PM Standard zu beeinflussen Im Bereich der mobilen Datenerfassung legte das Versorgungsunternehmen besonderen Wert auf optimierte Arbeitsvor- und Nachbereitung sowie auf die Vermeidung von Medienbrüchen Es war vorgesehen, schließlich alle in diesen Bereichen erfassten Daten auf einer gemeinsamen Datenplattform SAP ERP zu sammeln und somit jederzeit zentral verfügbar zu halten In einem Auswahlprozess, der mit 18 möglichen Partnern begann, entschieden sich die Stadtwerke für die Einführung einer SAP Mobile Service Lösung auf Basis SAP MAM (Mobile Asset Management) und SAP MRS (Multi Ressource Scheduling) zur Optimierung der Mitarbeitereinsatzplanung Mit der Umsetzung wurde NEO Business Partners als Beratungs- und Implementierungspartner beauftragt Die Stadtwerke Bielefeld haben sich bewusst für diesen Partner als einen Full Service Anbieter entschieden, da somit einheitliches Vorgehen und ein homogener Projektablauf gewährleistet waren Die Einführung eines mobilen Workforce Management Systems ist nicht in erster Linie ein IT- Projekt, auch wenn es dabei einige IT-spezifische Herausforderungen zu meistern gilt Vielmehr bietet ein solches Projekt vor allem die Möglichkeit, wesentliche Prozessoptimierungen in der Ablauforganisation umzusetzen Deshalb ist es auch unerlässlich, In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, den Betriebsrat frühzeitig zu beteiligen Damit wird zudem abgesichert, dass die optimierten Arbeitsweisen von allen akzeptiert und übernommen werden umspannwerk_thumbnailDie Stadtwerke Bielefeld, ein seit über 150 Jahren tätiges Energieversorgungsunternehmen, führte vor zehn Jahren unternehmensweit SAP ein. Als Informations- und Prozessplattform sollte das SAP-System auch die Voraussetzungen schaffen, um in der Instandhaltung einen wichtigen Schritt vorwärts zu tun. Zu diesem Zweck erfolgte etwas später die Einführung eines Mobile-Workforce-Management-Systems.
Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Bereich der Ressourcenplanung- und Steuerung, die als Basis für die Optimierung der Instandhaltung im Bereich der Verteilernetze dienen sollte. Für die Stadtwerke Bielefeld ging es hier vorrangig darum, die verfügbaren Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen. Mithilfe der  neuen Lösung sollten kurzfristig sichtbare Verbesserungen erreicht werden, etwa Kapazitätsspitzen rasch auszugleichen oder die Reaktionszeiten zu verkürzen.
Im Bereich des Zustandsmanagements stellten die Stadtwerke Bielefeld unter anderem folgende Ansprüche an die zukünftige Lösung: Es sollte möglich sein, Anlagenzustände mobil in Checklisten zu erfassen und die erhobenen Daten im SAP ERP PM Standard abzulegen. Zudem sollten Zustandswerte der Anlagen mithilfe des Zustands-Management-Systems (ZMS) ermittelt werden, um dann auf dieser Grundlage den Wartungszyklus im SAP R/3 PM Standard zu beeinflussen.
Im Bereich der mobilen Datenerfassung legte das Versorgungsunternehmen besonderen Wert auf optimierte Arbeitsvor- und Nachbereitung sowie auf die Vermeidung von Medienbrüchen. Es war vorgesehen, schließlich alle in diesen Bereichen erfassten Daten auf einer gemeinsamen Datenplattform SAP ERP zu sammeln und somit jederzeit zentral verfügbar zu halten.
In einem Auswahlprozess, der mit 18 möglichen Partnern begann, entschieden sich die Stadtwerke für die Einführung einer SAP Mobile Service Lösung auf Basis SAP MAM (Mobile Asset Management) und SAP MRS (Multi Ressource Scheduling) zur Optimierung der Mitarbeitereinsatzplanung. Mit der Umsetzung wurde NEO Business Partners als Beratungs- und Implementierungspartner beauftragt. Die Stadtwerke Bielefeld haben sich bewusst für diesen Partner als einen Full Service Anbieter entschieden, da somit einheitliches Vorgehen und ein homogener Projektablauf gewährleistet waren.
Die Einführung eines mobilen Workforce Management Systems ist nicht in erster Linie ein IT- Projekt, auch wenn es dabei einige IT-spezifische Herausforderungen zu meistern gilt. Vielmehr bietet ein solches Projekt vor allem die Möglichkeit, wesentliche Prozessoptimierungen in der Ablauforganisation umzusetzen. Deshalb ist es auch unerlässlich, In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, den Betriebsrat frühzeitig zu beteiligen. Damit wird zudem abgesichert, dass die optimierten Arbeitsweisen von allen akzeptiert und übernommen werden.

Am Anfang stand eine Analyse der Geschäftsprozesse

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Mobil unterwegs: Miatrbeiter der stadwerke Bielfeld bei der Datenerfasung im Umspannwerk

Nach der Entscheidung für die Variante der SAP MAM Lösung hieß es für die Stadtwerke Bielefeld deshalb zunächst, mit dem ausgewählten Partner NEO eine detaillierte Geschäftsprozessanalyse in den relevanten Bereichen vorzunehmen. Hierbei wurden die Ist-Prozesse analysiert, die Soll-Prozesse formuliert und beide miteinander abgeglichen.
Dabei war zu beachten, dass die wirklich präzise Definition der Soll-Prozesse häufig in Projekten unterschätzt wird, was im Nachgang zu Verzögerungen und Unklarheiten führen kann. Für die Anforderungsanalyse und die Spezifikation der Prozesse sollte deshalb ausreichend Zeit bemessen sein. Es lohnt sich, dazu im Projektplan mit Puffern zu arbeiten.
Im zweiten Schritt erfolgte dann die detaillierte Formulierung der Anforderungen. Um die Anwender früh im Projekt mit der künftigen mobilen Anwendung vertraut zu machen, wurde eine prototypische Benutzeroberfläche (Graphical User Interface, GUI) der mobilen Anwendung erstellt. Bei diesem so genannten GUI Prototyping lassen sich frühzeitig erste Erkenntnisse über die Eignung der Lösung erlangen.  Es empfiehlt sich, in diesem Prototypen insbesondere risikobehaftete Funktionalitäten und Kernfunktionalitäten ins Visier zu nehmen. Hierzu sind häufig Performancemessungen bezüglich der Synchronisation und des Antwortzeitverhalten und externe Schnittstellen zu Drittsystemen notwendig.
Nach Fertigstellung des GUI-Prototyps wurde dieser auf verschiedene ausgewählte Endgeräte gespielt. Nach einer intensiven Testphase erfolgte dann die finale Entscheidung für ein Endgerät. Diese Entscheidung sollte unter betriebswirtschaftlichen, fachlichen und technischen Gesichtspunkten getroffen werden. Sehr wichtig ist, sich für diese Projektphase ausreichend Zeit, in der Regel 8 bis 10 Wochen, zu nehmen, da die Auswahl des passenden Endgerätes stark die Anwenderfreundlichkeit beeinflusst. Je besser die mobilen Anwender mit den ausgewählten Endgeräten zurechtkommen, desto höher wird schließlich auch die Anwenderakzeptanz der mobilen Lösung sein. Die Stadtwerke Bielefeld griffen hier auf eine Endgerätematrix Ihres IT Projektpartners NEO zurück und konnten so schnell die möglichen Endgeräte eingrenzen.
Nachdem die Endgeräteauswahl getroffen war, folgte die Implementierung der mobilen Anwendung. Dazu gehörte auch eine intensive Testphase der Anwendung, um noch erforderliche Änderungen frühzeitig zu erkennen. Hierbei ist insbesondere auf strukturierte und gut dokumentierte Testabläufe zu achten. Auch für diesen Projektabschnitt sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.
Nach erfolgreich beendeter Testphase kann die mobile Lösung dann live gestellt werden. Auch in dieser Phase ist die intensive Betreuung durch den Implementierungspartner notwendig, um den Ablauf reibunslos zu gestalten. Erfahrungsgemäß kommt es nämlich beim Going-live noch zu einigen kleineren Hürden, die aber mit Erfahrung schell zu meistern sind.
Das Beispiel der Stadtwerke Bielefeld vermittelt einige grundsätzliche Erkenntnisse und illustriert, welche Vorteile Mobile Instandhaltung bietet. Der Investitionsrückfluss (ROI) wird in der Regel bereits nach 1-2 Jahren erreicht. Um diesen projektindividuell berechnen zu können, hat NEO zur Unterstützung einen sogenannten ROI-Kalkulatoren entwickelt, der anhand verschiedener Parameter den Investitionsrückfluss eines geplanten Projektes berechnet. Häufig stellt sich deshalb bereits jetzt schon nicht mehr die Frage, ob sie eingeführt werden soll – es geht nur noch um den Zeitpunkt und darum, welche konkrete Lösung am günstigsten ist.
Diese Frage zu beantworten wird jedoch immer schwieriger: Der Grund: Mit Abkündigung der Wartung der mobilen SAP Instandhaltungslösungen SAP MAM (Mobile Asset Management) und SAP MAU (Mobile Asset Management for Utilities) nahm der Marktführer im vergangenen Jahr seine Standardsoftware aus dem Rennen. Seither müssen sich Anwender dieser Systeme, aber auch Unternehmen, die eine Instandhaltungslösung einführen wollen, der Herausforderung einer neuen Lösungsevaluierung stellen.

NEO Mobile Suite bietet zahlreiche Zusatzfunktionen

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Übersicht: Die Komponenten der mobilen Instandhaltung und ihre Einbindung in die Unternehmens-EDV

Die direkte Nachfolgelösung von SAP MAM/MAU, ebenso wie diese auf der SAP NetWeaver Mobile Middleware aufsetzend, ist die NEO Mobile Suite. Alle in SAP MAM/ MAU enthaltenen Funktionen sind auch dort  zu finden, zudem wird weiterhin das Customizing aus dem SAP ERP PM/CS genutzt. Darüber hinaus bietet die neue Lösung jedoch zahlreiche Zusatzfunktionen, darunter zwei besonders wichtige:
Die signifikant reduzierte Synchronisationszeit zwischen dem mobilen Endgerät und dem SAP Backend:  SAP MAM/MAU hat mehrere Minuten benötigt, mit der neuen Lösung NEO Mobile Suite lässt sich die Synchronisation im Hintergrund durchführen. Der Anwender bekommt davon wenig oder nichts mit und wird während dieser Zeit auch nicht behindert. Die Synchronisation dauert nur wenige Sekunden.
Schnellere Einführungszeit sowie geringe Betriebskosten: In der Vergangenheit hatte sich jedes Anwenderunternehmen seine eigene mobile Benutzeroberfläche entwickelt. Das führte zu  erheblichen Kosten. Die Nutzung der NEO Mobile Suite mit ihrer hochgradig konfigurierbaren Benutzeroberfläche bietet einen hohen Standardisierungsanteil an der Gesamtlösung. Das senkt die Einführungsaufwände und -Zeiten signifikant.
Auch die Stadtwerke Bielefeld haben sich dazu entschieden, auf die Strategieänderung der SAP zu reagieren und haben bereits mit der Migration zur NEO Mobile Suite begonnen.

Kontakt: NEO BUsiness Partners GmbH, Tel.: 0511 123549, Email: Jens.Beier@NEO-Partners.com, www.Neo-partners.com

Mobiles Workforce Management

Mobiles Workforce Management stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Es hilft dabei, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen, Medienbrüche durch Einsatz mobiler Endgeräte zu vermeiden und Instandhaltungsaufträge nicht mit der Gießkanne, sondern mit Maß und gezielt zu vergeben.
Mobile Workforce Management umfasst drei Lösungsbereiche:

  • Mobile Instandhaltung: Einsatz von mobilen Endgeräten zum Empfang, zur Bearbeitung und Rückmeldung von IH-Aufträgen sowie Zustandserfassung von Maschinen und Anlagen. Dazu erfolgt ein Datentransfer zwischen den mobilen Endgeräten der Instandhalter und dem Backend.
  • Visuelle Mitarbeiter-Einsatzplanung: Herstellung von Transparenz über das vergangene, aktuelle sowie künftige Einsatzgeschehen, Optimierung des Ressourceneinsatzes. Mit einer Lösung zur Mitarbeitereinsatzplanung lässt sich die Planung von Ressourcen bei Personal und Material transparent gestalten.
  • ZMS (Zustands Management System): Auswertung der mobil erfassten Zustandswerte in Form von Messpunkten/-belegen. Aus diesen erfassten Daten werden über ein Zustandsrisikodiagramm die Wartungszyklen der Anlagen (und Netze) bestimmt. Das ermöglicht es der zentralen Arbeitsvorbereitung, Mitarbeiter nur zu solchen Einsätzen zu entsenden, die eine Wartung wirklich erfordern.

Alle drei Systeme sind mit dem führenden System, hier dem SAP PM/CS, bidirektional verbunden, wobei das ERP das führende System bleibt.

Interview mit Stephan Lenkemeyer

„Genau das, was wir  wollten“
Stephan Lemkemeyer, Leiter DV-Koordination im Geschäftsbereich Netze der Stadwerke Bielefeld, Vermittler zwischen dem technischen und dem IT-Bereich, gehörte zum Projektteam für die Einführung von SAP.
Instandhaltung: Mit der Abkündigung der Wartung von SAP MAM und SAP MAU in 2015/2017 müssen  viele Anwenderunternehmen neue Lösungen einführen. Wie sind Sie an diese Thematik herangegangen? Welche Schritte planen Sie für die Zukunft?
Lemkemeyer: Nach einer ersten Verunsicherung haben wir in einer Situationsanalyse festgestellt, dass die SAP ihr Engagement im Mobile Bereich sogar noch ausbaut. Das bestätigt auch die Übernahme der Firma Sybase.
Mit der neuen SAP Mobile Plattform Strategie stehen künftig noch mehr Backendprozesse aus den Modulen PM/CS und IS-U für die mobile Nutzung bereit als bisher mit MAM/MAU. Das kommt uns sehr entgegen, da wir die mobilen SAP-Systeme noch weiter ausbauen möchten – auch funktional.
Zudem sind die Eigenschaften der neuen SAP-Plattform NetWeaver Mobile 7.1 in Bezug auf Synchronisationsperformance und zu übertragende Datenmengen genau die Verbesserungen, die wir uns stets gewünscht haben, und für die wir bisher Workarounds implementieren mussten. Wir entschieden uns recht schnell für eine Lösung, die auf dieser Technologie basiert und somit eine zukunftssichere Investition darstellt – die NEO Mobile Suite.
Instandhaltung: Weshalb haben Sie sich für die NEO Mobile Suite zu entscheiden? Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile gegenüber anderen mobilen Lösungen?
Lemkemeyer: Wir waren mit NEO als Mobile Partner in früheren Projekten sehr zufrieden, und die NEO Mobile Suite ist meines Wissens nach die einzige echte Standardsoftware, die auf der neuen SAP-Middlewareplattform NetWeaver Mobile 7.1 läuft.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die NEO Mobile Suite im Standard deutlich mehr Prozesse abdeckt als SAP MAM/MAU. Damit können wir viele Prozesse bereits im Standard abdecken, statt sie mit SAP MAM/ MAU individuell umzusetzen. Die sehr gute Integration in die Ressourcenplanung und -steuerung, macht zudem umfassendes Workforce Management erst möglich. Hier arbeitet die NEO Mobile Suite mit dem SAP MRS (Multi Resource Scheduling) hervorragend zusammen.
Die Einführung der NEO Mobile Suite auf Basis von NetWeaver Mobile war aus unserer Sicht eine echte Investition in die Zukunft der mobilen Instandhaltung und damit vieler, vielleicht sogar aller, weiteren mobilen Prozesse rund um das SAP.

Weiterführende Informationen zum webcode 5512:

Name: Stephan Lemkemeyer
Funktion/Bereich: Leiter DV-Koordination
Geschäftsbereich: Netze
Organisation: Stadtwerke Bielefeld GmbH

Frage 1: Die Stadtwerke Bielefeld sind ein lokaler Energieversorger, der aus einer Hand umfassende Versorgungsleistungen anbietet. Wie würden Sie Ihre Strategien, Strukturen und Prozesse von Unternehmen in anderen Branchen und von Wettbewerbern in Ihrer Branche abgrenzen?
Seit nahezu 150 Jahren bieten die Stadtwerke Bielefeld rund um die Uhr Strom, Erd- oder Flüssiggas, Fernwärme und Trinkwasser an. Über Tochterunternehmen werden auch andere Services offeriert, z.B. Mobilitäts- und Telekommunikationsdienstleistungen. Im Zuge der Liberalisierung um die Jahrtausendwende stand vor allem die Gestaltung der Kundenorientierung im Fokus der Aktivitäten. Kooperationskonzepte zielten auf die Ergänzung des Angebotes, die Organisation wurde in verschiedene Center umstrukturiert. Der Aufbau von Marken verlief sehr erfolgreich und mit den Stadtwerken Gütersloh, Ahlen und der swb AG wurden strategische Allianzen geschmiedet. Insgesamt konnte der Stromabsatz innerhalb von 5 Jahren um über 100 Prozent gesteigert werden, während die Abwanderungsquote von 1 Prozent sehr gering blieb. Mit der Stadt Bielefeld haben wir heute eine gemeinsame IT-Abteilung. Als DVKoordinator vermittle ich zwischen dem technischen und dem IT-Bereich. Die unternehmensweite Einführung von SAP prägte die IT-Aktivitäten der letzten Jahre. SAP bildet auch in den technischen Bereichen eine umfassende Datenplattform und fungiert als zentrale Informationsdrehscheibe.

Frage 2: Wer initiierte in Ihrem Unternehmen Ihr Projekt? Was waren die wichtigsten Zielsetzungen? Für welche Partner haben Sie sich in den Bereichen Technologie, Beratung und Umsetzung entschieden?
Initiiert wurde das Projekt durch Jochen Niehaus, dem Leiter der zentralen Arbeitsvorbereitung. Im Zuge der Liberalisierung war dieses Thema etabliert worden und bildete für das Ziel einer zentralen Ressourcenplanung die Grundvoraussetzung. Ab Mitte 2005 startete das Projekt „Einführung von SAP MAU und MRS zur integrierten Ressourcenplanung und -steuerung im Geschäftsbereich Netze der Stadtwerke Bielefeld“. Das zentrale Ziel war eine integrierte Ressourcenplanung und -steuerung. Sämtliche verfügbaren Ressourcen, also Personal, Material und Services sollten transparent gemacht werden und damit so effizient wie möglich einsetzbar sein. Künftig sollte nur dort eine Instandhaltung und Reparatur durchgeführt werden, wo diese auch wirklich notwendig war. Auch die Daten sollten bedarfsgerecht dort verfügbar sein, wo sie benötigt werden. Durchgängige Informationsflüsse ohne Medienbrüche sollten neben der Entlastung des Innendienstes durch weniger Formular- und Verwaltungstätigkeit zugleich die Qualität der Daten verbessern. Ferner sollte eine komplette Dokumentation für Transparenz sorgen. Die Gesamtlösung für eine „intelligente“ Auftrags- und Einsatzsteuerung musste nicht zuletzt optimal in die Gesamtstrategie der Stadtwerke Bielefeld integrierbar sein. Um zur richtigen Technologie und zum richtigen Partner zu kommen, führten die Verantwortlichen der Stadtwerke Bielefeld einen dezidierten
Evaluierungsprozess durch. Zentrale Themen dabei waren die Ergonomie im Frontend, die IT-Integration in SAP und eine flexible Auswahlmöglichkeit für die mobilen Endgeräte. Der Auswahlprozess brachte ein klares Ergebnis zugunsten der Technologie SAP MAU und SAP MRS sowie – aufgrund seiner Expertise – für den Projektpartner NEO Business Partners. Das Projektteam bestand aus der IT-Abteilung der Stadtwerke Bielefeld, SAP als Technologie- und NEO als Implementierungspartner.

Frage 3: Welche Lösungsbausteine wurden in Ihrem Projekt realisiert? Welche besonderen Herausforderungen waren zu meistern? Was waren die wichtigsten Meilensteine? Was wurde in welchem Zeitraum und mit welchem Aufwand erreicht?
Wir entschieden uns für die Aufteilung des Projektes in vier Teilprojekte. Davon sollten sich zwei Teilprojekte mit der Einführung der Pilotanwendung in zwei unterschiedlichen Bereichen befassen. Die Idee war, über eine Softwarelösung zwei Kernprozesse abzuwickeln, die eine unterschiedliche Ausprägung haben, um so eine Basissicherheit für den Gesamt- Roll out zu erhalten. Ausgewählt wurden der Geräteturnuswechsel, sowie die Instandhaltung im Bereich der Umspannwerke. Während die Abläufe im Bereich der Instandhaltung relativ schlank waren, gestaltete sich der Turnuswechsel der Geräte deutlich komplexer. Das dritte Teilprojekt betraf die IT-technische Realisierung, also die Auswahl der Endgeräte, die Anbindung, die Netze etc. Das vierte Projekt beschäftigte sich mit der Einführung von SAP MRS zur Ressourcenplanung und -steuerung. Bereits 3 Monate nach Kick off des Projektes folgte die Abnahme der Feinspezifikation und die Fertigstellung des GUI-Prototypen. Dabei war die Einbindung der Endanwender erfolgskritisch, die das Ausprägen der Eingabemaske entscheidend mitgestalteten. Auch die unterschiedlichen mobilen Gerätetypen wurden einem eingehenden Praxistest unterzogen. 4 weitere Monate später
begann das Projektteam mit dem Integrationstest und der Implementierung. schließlich war die Vorphase mit der Entwicklung der relevanten Schnittstellen, dem Einbinden von SAP MRS sowie der Integration der ausgewählten Endgeräte nach weiteren 3 Monaten abgeschlossen. In der anschließenden Pilotierungsphase erfolgte für die beiden Prozesse das Testen mit der „echten“ Software. Der Produktivbetrieb startete im November 2006. Zunächst begann man mit der Instandhaltung, danach wurde stufenweise der Gerätewechsel und SAP MRS zugeschaltet.

Frage 5: Mit der Abkündigung der Wartung von SAP MAM und SAP MAU in 2015/2017 stehen viele Anwenderunternehmen vor der Aufgabe einer neuen Lösungseinführung. Wie sind Sie an diese Thematik herangegangen? Welche Schritte planen Sie für die Zukunft?
Nach einer zugegebenermaßen ersten Verunsicherung, haben wir uns zunächst einmal angesehen, was sich wirklich verändert. Und haben dabei festgestellt, dass das, wie man sprichwörtlich sagt, alles nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Im Gegenteil: Wir haben nach einer Situationsanalyse festgestellt, dass die SAP ihr Engagement im Mobile Bereich sogar noch ausbaut, was ja die Übernahme der Firma Sybase im Übrigen auch bestätigt. Durch die neue SAP Mobile Plattform Strategie stehen künftig noch mehr Backendprozesse aus den Modulen PM/CS und IS-U für die mobile Nutzung bereit, als es bisher mit MAM/MAU der Fall war. Das kommt uns natürlich sehr entgegen, da der Appetit bei uns mit dem Essen kam und wir den Bereich der mobilen SAP-Systeme noch weiter ausbauen möchten – auch funktional. Zudem sind die Eigenschaften der neuen SAP Plattform NetWeaver Mobile 7.1, was Synchronisationsperformance und zu übertragende Datenmengen angeht, genau die Verbesserungen, die wir uns stets gewünscht haben und für die wir bisher Workarounds implementieren mussten. Für uns war die Entscheidung deshalb relativ schnell gefallen, dass wir auf eine Lösung zurückgreifen möchten, die auf dieser Technologie basiert und somit eine zukunftssichere Investition darstellt. Wir haben uns schließlich für die NEO Mobile Suite entschieden.

Frage 6: Was hat Sie dazu bewogen, sich für die NEO Mobile Suite zu entscheiden? Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile gegenüber anderen mobilen Lösungen auf dem Markt?
Das war ganz einfach: Zum einen waren wir mit NEO als Mobile Partner in den vergangenen Projekten sehr zufrieden, zum anderen ist die NEO Mobile Suite meines Wissens nach die einzige echte Standardsoftware am Markt, die auf der neuen SAP Middlewareplattform NetWeaver Mobile 7.1 läuft. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die NEO Mobile Suite im Standard deutlich mehr Prozesse abdeckt als SAP MAM/MAU. Das bedeutet für uns, dass wir mit der NEO Mobile Suite viele Prozesse bereits im Standard abdecken können, die wir mit SAP MAM/ MAU individuell hätten umsetzen müssen. Hinzu kommt, die sehr gute Integration in die Ressourcenplanung und -steuerung, die ein umfassendes Workforce Management erst möglich macht. Hier arbeitet die NEO Mobile Suite mit dem SAP MRS (Multi Resource Scheduling) hervorragend zusammen.
Aus unserer Sicht ist die Einführung der NEO Mobile Suite, auf der Basis der SAP Middlewareplattform NetWeaver Mobile 7.1, ein echte Investition in die Zukunft der mobilen Instandhaltung und vieler – vielleicht sogar aller – weiteren mobilen Prozesse rund um das SAP.