Sicherheit für Saltend

Bei der BP Chemicals wurden dabei interessante Erfahrungen gesammelt Essigsäure ist bekannt als Hauptbestandteil von Speiseessig und anderen Nahrungsgütern Im Vereinigten Königreich wird sie natürlich all den mehr oder weniger schmackhaften braunen Soßen beigemischt, die das Rückgrat der britischen Küche bilden Aber diese Substanz spielt auch eine große Rolle als Zwischenprodukt in der chemischen Industrie, als Lösungsmittel für Farben und Klebstoffe, bei der Herstellung von Papier und Kaugummi flirEssigsäure ist bekannt als Hauptbestandteil von Speiseessig und anderen Nahrungsgütern. Im Vereinigten Königreich wird sie natürlich all den mehr oder weniger schmackhaften braunen Soßen beigemischt, die das Rückgrat der britischen Küche bilden. Aber diese Substanz spielt auch eine große Rolle als Zwischenprodukt in der chemischen Industrie, als Lösungsmittel für Farben und Klebstoffe, bei der Herstellung von Papier und Kaugummi.

Einer der weltweit größten und bekanntesten Produzenten von Essigsäure ist BP Chemicals. Die in diesem Unternehmen entwickelte Herstellungstechnologie ,Cativa’ auf der Grundlage einer Methan-Carbonylierung wird inzwischen rund um den Globus genutzt. Im Vereinigten Königreich gilt Saltend in East Yorkshire nicht nur als das Flagschiff der Essigsäure-Produzenten, hier befindet sich auch die zentrale Stelle für prozessbezogene Forschung und Entwicklung. BP Chemicals investiert hier alljährlich viele Millionen Pfund Sterling in Erhöhung der Produktionseffizienz, die Verbesserung des Umweltschutzes und in den Arbeitsschutz der Mitarbeiter.

Der Wunsch nach weiteren Verbesserungen im Arbeitsschutz ist auch einer der hauptsächlichen Aspekte, unter denen das Unternehmen derzeit den Einsatz der von Thermografiekameras betrachtet. Der Grund dafür ist, dass die Erfassungen von Leckstellen eine der wichtigsten Voraussetzungen für den sicheren und gefahrlosen Betrieb der Anlagen darstellt. Produktionsleiter Dr. Geoffrey Wilcox erläutert dazu: „Das verlangen allein schon unsere Programme zur Umsetzung der Chemikalienverordnung REACH oder der COMAH, Control of Major Accidents Hazard Regulations.“ Dave Fashimpaur ist Arbeitsschutzinspektor in Saltend. Bereits seit 2005 benutzt er für seine Arbeit ein Gerät, das sich unter diesen spezifischen Bedingungen überzeugend bewährt hat: Eine FLIIR GasFindIR-Thermokamera. Inzwischen begleitet sie ihn auch immer dann, wenn er Produktionsstätten von BP Chemicals in anderen Teilen der Welt besucht und inspiziert.

Die Erfahrung des Thermografen ist auch bei dieser Aufgabe gefragt

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Gasleckdetektion in Saltend: Dave Fashimpaur mit seiner GasFindIR HSX.

Die Gründe, warum er dieses Hilfsmittel so hoch schätzt, umreißt er folgendermaßen: „Diese Kamera benötigt keine umfangreichen Einstellungen. Wird sie eingeschaltet, so muss sie lediglich den Sensor auf Betriebtemperatur herunterkühlen. Danach erhält man sofort die Abbildungen. Auch Nacharbeit ist nicht gefordert, ich spiele lediglich den Videofilm über einen Windows Media Player zurück.“ Die Kamera ermöglicht es dem Inspektor, große Bereiche effizient abzusuchen und die Leckagequellen schnell aufzufinden. „Ich konzentriere mich dabei auf Bewegungen in der Schwarz-Weiß- Darstellung“, erklärt Fashimpaur. „Dabei kann es sich aber auch um Dampffahnen oder Metallteile handeln, die vom Wind bewegt werden.

Deshalb ist hier natürlich meine Erfahrung gefragt – aber ich kann dabei durch Wechsel des Objektivs Bilder von der Gesamtansicht bis zum kleinen Detail gewinnen und bewerten.“

Am häufigsten wird das 25 mm-Objektiv eingesetzt, aber Fashimpaur verfügt auch über Objektive mit 50 mm und 100 mm Brennweite zur Untersuchung größerer Areale.

Diese inzwischen fast unentbehrliche Kamera war das erste von drei Geräten, die derzeit zur Dichtigkeitsprüfung in Saltend eingesetzt werden. Fashimpaur setzte seine Kamera des Typs HSX ein, um eine ganze Reihe von Gasen zu detektieren, darunter Methan und Methanol. Die HSX ist aber in der Lage, insgesamt 20 verschiedene Gase zu erfassen.

Daneben ist inzwischen eine Langwellen- Version der Kamera im Einsatz, mit der auch Essigsäure, Essigsäureanhydrid und Ammoniak erfasst werden können, drei der acht Endprodukte der Anlagen in Saltend. Und als dritte im Bunde wurde eine brandneue Version aus der Serie der FlirGasFind-Kameras angeschafft. Dieses Modell ist speziell dafür ausgelegt, Kohlenmonoxid, CO, zu erfassen.

Diese Entscheidung fiel, weil zwar alle der in Saltend verarbeiteten Gase mehr oder weniger gefährlich sind, CO aber dabei eine besondere Stellung einnimmt. Denn selbst in geringen Konzentrationen von nur einigen ppm (Teile pro Million) kann dieses Gas schwere Gesundheitsschäden verursachen. Deshalb tragen alle Mitarbeiter, die möglicherweise in Kontakt mit diesem Gas kommen können, stets ein persönliches Warngerät. Außerdem ist diese Kohlenstoffverbindung offensichtlich auch umweltschädigend, so dass die Erfassung jeglicher Leckagen doppelt wichtig erscheint.

Einige der Produktionslinien in Saltend werden bereits seit fast dreißig Jahren betrieben und außerordentlich sorgfältig instandgehalten, deshalb ließen sich bei den thermografischen Untersuchungen dort nur sehr geringe Emissionen erfassen. Dennoch bewährten sich alle drei Kameras, da mit ihrer Hilfe einige Gaslecks ermittelt werden konnten.

Die GasFindIR HSX half, eine Schwachstelle zu ermitteln. „Am Eintrittsstutzen für das Erdgas, aus dem Kohlenmonoxid hergestellt wird, vermuteten wir eine Leckstelle“, erklärt Betriebsingenieur CS Chung. „Wir fügen nämlich aus Sicherheitsgründen dem Erdgas einen Geruchsstoff hinzu, und in diesem Bereich rochen wir eine Leckage. Aber wir waren nicht in der Lage, den genauen Austrittsort des Gases zu bestimmen.“

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Die FLIR GF 320: Schwenkbares, ausklappbares 4,3-Zoll-Farb- LCD mit hohem Kontrast bietet mehr Sicherheit bei müheloser Betrachtung von Zielen aus jedem beliebigen Winkel.

Mit Hilfe der HSX-Kamera wurde dann festgestellt, dass die Ursache ein undichter Flansch war, der nun zur Reparatur bei der nächsten Anlagenrevison eingeplant ist. Einer der Hauptversorger mit Erdgas für die Produktionslinien ist das BP-Tanklager im nahe gelegenen Dimlington. Die Anlage verarbeitet täglich 25,5 Mio m3 Nordsee-Erdgas. Eine Infrarot-Untersuchung dort zeigte, dass 99 % der Anlagen keine Lecks aufwiesen.

Mithilfe der HSX-Kamera gelang es jedoch, die Quellen von Gasgeruch an einem Kondensatsumpf und einige kleine Lecks an den Dichtungsflächen eines Kompressorflansches zu ermitteln. Im Unterschied zu den anderen in Saltend verarbeiteten Gasen hat CO den Nachteil, dass es geruchlos ist. Das bedeutet, solange in der Umgebung einer Leckstelle nicht der Ansprechwert des persönlichen Überwachungsgerätes oder eines fest installierten Gaswächters erreicht wird, bleibt diese unentdeckt.

Die ersten geringen Emissionen, die mithilfe einer FLIR GasFinderCO-Kamera in Saltend erfasst wurden, stammten aus der Einspeisung und dem Flansch eines Verdichter- Wärmetauschers. Von einer Traverse neben der Freiluftanlage aus wurde die Kamera dann zur Inspektion weiterer Verdichter eingesetzt. Dort gelang es, zwei weitere CO-Leckagen zu ermitteln.

Die GasFinIR LW erfasst auch Essigsäure und und Ammoniak

Im Hochauflösungsmodus ließen sich beide ganz klar als Rauchfahnen erkennen. „Das waren überzeugende Beispiele dafür, wie kleine und noch einfach zu beseitigende Lecks sich mit der Kamera schnell und in sicherem Abstand erfassen lassen“, erklärt Dr. Wilcow dazu. Auch die FLIR GasFindIR LW erwies sich als sehr effektiv im Einsatz. Diese Kamera war ursprünglich für die Erfassung des Treibhausgases Schwefelhexafluorid entwickelt worden, aber sie ist auch in der Lage, Essigsäure zu ,sehen’. So gelange mit ihrer Hilfe klare Aufnahmen von geringen Freisetzungen aus dem Dampfraum von Tanks und über einen Lüfter im Dach der Verladehalle. Ein weiteres Gas, das mithilfe der LW-Kamera erfasst werden kann, ist Ammoniak. Das zeigten Aufnahmen an einem Lüfter in 20 m Höhe, die mit dieser Kamera aus etwa 150 m Abstand gemacht wurden. So sorgen die FLIR GasFinIR-Kameras in mehrerer Hinsicht für Sicherheit und Effizienz der Produktion in Saltend – und nicht nur dort.

Die FLIR-Kameras

Vor drei Jahren brachte FLIR die ersten Infrarotkameras für Gasdetektion auf den Markt. Diese Kameras verfügen über Spektralfilter, die auf bestimmte Wellenlängen einstellbar sind, deren Parameter durch die Eigenschwingungen der Molekülbindungen des jeweiligen Gases bestimmt werden. An diesen Stellen des Spektrums adsorbiert das Gas die Infrarotstrahlung, was dann im Auge der Kamera genau so wie ein Temperaturunterschied erscheint. Jetzt stellt FLIR seine neue Kamera- Generation mit erweiterten Funktionen und mehr Bedienkomfort vor. Eine wichtige Neuheit dieser GF-Serie gegenüber der bisherigen GasFindIR sind die zusätzlichen Farbpaletten. Damit kann die Kamera sowohl für Gasdetetktion als auch für klassische Infrarotinspektionen eingesetzt werden, denn sie ist voll radiometrisch. Das bedeutet, sie ist in der Lage, die Temperatur eines Objektes zu erkennen, exakt zu ermitteln und farblich kodiert mit 320 x 240 Pixel darzustellen.

Flir Systems, Tel.: 0 69 9500900, Mail: info@flir.de, www.flir.de