Schindler Quittierung

Klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten, die auch bei Durchführung der Arbeiten durch externe Dienstleister greift. Die Quittierung durch den Entleiher mittels Unterschriftenpad erfolgt mit persönlicher Unterschrift. - Bild: Schindler

Schindler Quittierung

Klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten, die auch bei Durchführung der Arbeiten durch externe Dienstleister greift. Die Quittierung durch den Entleiher mittels Unterschriftenpad erfolgt mit persönlicher Unterschrift. – Bild: Schindler

Die im Unternehmen eingesetzten Betriebsmittel müssen gesetzlichen Vorschriften und technischen Regeln entsprechen. Dies ist in bestimmten Zeitabständen nachzuweisen, und die Prüfungen sind rechtssicher zu dokumentieren. Das bedeutet oft eine große Herausforderung, besonders wenn viele Abteilungen des Unternehmens betroffen sind.

Das gilt auch für die Prototechnik GmbH & Co. KG, das Technologiezentrum für Leichtbau und Sonderserie der Eberspächer-Gruppe. Bei der Suche nach geeigneten Systemen war sie auf die Schindler GmbH aufmerksam geworden. Diese bietet mit der S-Anywhere Systemlösung eine Plattform mit modularem Aufbau inklusive kompletter Integration der RFID-Technologie an.
In einem gemeinsamen Workshop wurde besprochen, welche Anforderungen die einzelnen Gewerke an die Systemlösung stellen, und wie diese mit der Standardsoftware umsetzbar sind.

Nach Analyse der Datenbestände erfolgte die Festlegung des Datenumfanges, der mit initialem Datenimport in die S-Anywhere Datenbank zu übergeben ist. Danach wurden die Einführungsphasen und die Termine für die Installation und die Grundschulung fixiert.

Schindler Betriebsmittel

Betriebsmittel-Zyklus – Bild: Schindler

Die Installation ist auf einem virtuellen Server vorgesehen, mit Microsoft SQL-Server als Datenbank. Des Weiteren kommt bei der Prototechnik der WebServer zum Einsatz bei dem jeder Mitarbeiter von jedem Arbeitsplatz mit Intranet direkt eine (Störungs-)Meldung versenden kann.

Ein weiteres Thema waren die elektrischen Prüfungen nach DIN VDE 0701-0702 im Rahmen der DGUV Vorschrift 3. Im Bereich der elektrischen Prüfungen kann S-Anywhere mit verschiedenen Geräte- und Anlagentestern kommunizieren und deren Daten übernehmen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Werkzeug- und Equipmentausgabe. Hier hat die Prototechnik eine manuelle Werkzeugausgabe und drei Plätze mit Werkzeugautomaten eingerichtet.

Abgeschlossen wurde der Workshop mit dem Thema Identifikation der Betriebsmittel und Materialien mittels RFID- und Barcode-Technologie. Nach Erläuterung der Vor- und Nachteile der RFID Frequenzen HF (13,56MHz) und UHF (865 MHz) hat man sich für die UHF-Technik entschieden. Hier liegt der Vorteil eindeutig bei dem größeren Arbeitsabstand der zwischen RFID-Transponder und Antenne erzielt wird. Daraus resultiert eine höhere Lesesicherheit im praktischen Umgang. Alle Betriebsmittel – mit Ausnahme der im Bürobereich eingesetzten, werden – aus Gründen der Robustheit und der eindeutigen Identifikation – mit RFID-Chips gekennzeichnet. Jeder RFID-Chip hat eine weltweit einmalige ID-Nummer. Diese Nummer wird mit dem Betriebsmittel in der Datenbank verknüpft.

Einführungsphase

Schindler UHF Etikett

Anbringungsbeispiel eines RFID UHF-Etiketts durch Kleben im Geräteanschlussraum. – Bild: Schindler

Für diese Erstaufnahmen und den dazugehörigen Prüfungen wird der größte Zeitaufwand benötigt. Diesen darf man nicht unterschätzen und sollte man realistisch bewerten. Die hierzu notwendigen Ressourcen sind bereitzustellen. Für die drei Standorte der Werkzeugautomaten wurde ein sauberes und aufgeräumtes Umfeld geschaffen. Auch der manuelle Arbeitsplatz wurde nach den 5-S-Vorgaben (Sortiere aus; Sichtbare Ordnung schaffen; Sauber halten; Standardisieren; Selbstdisziplin leben) eingerichtet. Die Betriebsmittel wurden – je nach Einsatzort – mit Barcode oder RFID eindeutig identifiziert. Gleichzeitig wurden auch die notwendigen Prüfungen durchgeführt. Für die gebräuchlichsten Betriebsmittel sind in der S-Anywhere Lösung die Prüfung- und Wartungspläne hinterlegt. Bei Sondermaschinen und Vorrichtungen kann der Anwender sehr schnell und komfortabel eigene Pläne erstellen.

Bei den ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln hat sich die Prototechnik einen geeigneten Geräte-Tester neu beschafft. Auch hier bietet S-Anywhere die Flexibilität, etliche Gerätetester von unterschiedlichen Herstellern zu unterstützen. Die Messdaten des Gerätetesters werden in die S-Anywhere Datenbank übertragen.

Auch die Prüfungen, die externe Dienstleister durchführen, kann die Prototechnik überwachen und dokumentieren. Der Dienstleister bekommt künftig einen Handheld zur Verfügung gestellt, mit dem er die Wartung oder Prüfungen an den Betriebsmitteln durchführt. Er loggt sich ein, führt seine Arbeiten durch und dokumentiert dies auf dem Handheld. Zum Schluss unterschreibt er. Als zusätzliche Variante der externen Prüfungen kann diese auch in einem extra dafür gestalteten Menü eingepflegt werden. Das externe Prüfprotokoll kann eingescannt und dieser Prüfung als Dokument hinterlegt werden.

Technik im Detail

Folgende Anforderungen deckt S-Anywhere ab

  • Wartung sämtlicher Betriebsmittel wie Anlagen, Maschinen und Komponenten
  • Wartung und Prüfungen der Facility Einrichtungen
  • Prüfungen elektrischer Betriebsmittel (DIN VDE 0701-0702, DIN VDE 0100, …)
  • Prüfungen allgemeiner Betriebsmittel wie z.B. Leitern, Hebezeuge, Zurrgurte, PSA, Toranlagen, Augenduschen, Rotkreuzkästen, …
  • Inventarisierung des allgemeinen Inventars
  • Störungsmeldungen webbasiert verfassen
  • Werkzeug- und Materialausgabe mittels manueller Ausgabe und Ausgabe via Werkzeugautomaten
  • Automatische Meldungen bei anstehenden Prüfungen oder überfälligen Rückgaben von Betriebsmitteln
  • Identifikation der Betriebsmittel via Barcode- und RFID-Technologie
  • Die Lieferung sämtlicher benötigten Software- und Hardwarekomponenten.

In der Betriebsphase

Eberspächer Betriebsmittelausgabe

Aufgeräumte Betriebsmittelausgabe mittels Werkzeugautomaten. Dabei wird automatisch überprüft, ob die Rückgabe auch termingerecht erfolgte. – Bild: Eberspächer/Prototechnik

Die Prototechnik speichert in Zukunft sämtliche überwachungspflichtigen Betriebsmittel in einem einzigen Datenbanksystem. Es sind automatische Workflows implementiert, welche Routineaufgaben automatisieren. Anstehende Wartungen oder Prüfungen werden via E-Mail gemeldet, unabhängig davon, ob diese intern oder durch externe Dienstleister durchgeführt werden. Die neuen Prüftermine werden automatisch gesetzt und überwacht.

Bei Betriebsmitteln, die über die Werkzeugausgabe ausgegeben und automatisch zurückgenommen werden, erfolgt automatisch die Überprüfung der termingerechten Rückgabe. Bei teuren Ersatzteilen ist nun rückverfolgbar, wer das Ersatzteil für welches Betriebsmittel verwendet hat. Bei Erreichen des Mindestbestandes wird automatisch eine Meldung erzeugt. Alle Mitarbeiter mit Webzugriff haben einen schnellen Überblick auf die vorhandenen Betriebsmittel, deren Status und Verwendbarkeit. Ebenfalls kann webbasiert eine (Störungs-)Meldung eingegeben und diese dann sofort weiter verarbeitet werden.

Alle diese Maßnahmen führen zu einem sehr innovativen und transparenten Betriebsmittelmanagement. Die Vorschriften und Regelungen des Gesetzgebers, der Berufsgenossenschaften und der Versicherungen werden erfüllt. Es wurde standardisiert und eine Transparenz geschaffen welche sich auch wirtschaftlich rechnet.

Kontakt:
Schindler Systemhaus, E-Mail: info@qs-schindler.de