Schritt für Schritt voran

Zudem sind zu sämtlichen Tätigkeiten eine Vielzahl von Arbeitsanweisungen zu verfassen, die anschließend jeder Betroffene lesen, verstehen und beachten muss Auch das Erfahrungswissen von Mitarbeitern, die das Untenehmen verlassen, muss erhalten bleiben Für die Lösung all dieser Aufgaben, der effizienten Schulung, unmissverständlichen Arbeitsanweisung und der Speicherung von Expertenwissen visuell, ohne Text und Sprache, gibt es eine Lösung – den Utility-Film sämtlichen Tätigkeiten eine Vielzahl von Arbeitsanweisungen zu verfassen, die anschließend jeder Betroffene lesen, verstehen und beachten muss. Auch das Erfahrungswissen von Mitarbeitern, die das Untenehmen verlassen, muss erhalten bleiben. Für die Lösung all dieser Aufgaben, der effizienten Schulung, unmissverständlichen Arbeitsanweisung und der Speicherung von Expertenwissen visuell, ohne Text und Sprache, gibt es eine Lösung – den Utility-Film.

Im Einsatz: Nutzung eines Utility-Films bei ebm-papst

Im Einsatz: Nutzung eines Utility-Films bei ebm-papst

Der Utility-Film ist ein sehr weiläufiger Verwandter des herkömmlichen Mediums. Er stellt ein Gesamtkonzept aus visueller Anleitung, Aufzeichnungs- und Abspielmethode, visueller Didaktik sowie einer spezieller Software dar. Deshalb werden Utility-Filme auch Schritt für Schritt gesteuert.
Der Anwender ruft per Mausklick einzelne Wartungsschritte auf und muss dann nur nachvollziehen, was ihm dort gezeigt wird. Der Film bleibt dann so lange stehen, bis der Anwender für den nächsten Anleitungsschritt bereit ist.
Diese ,Stoppfilm-Methode‘ ermöglicht es, Servicepersonal Schrittweise sicher zu einem Ziel zu führen – und das innerhalb kürzester Zeit. Die für Utility-Filme entwickelte visuelle Didaktik ermöglicht es, die Inhalte schneller wahrzunehmen und umzusetzen als beim Lesen eines Anleitungstextes. Hinzu kommt, dass sich mithilfe dieser Didaktik komplexe Handlungsschritte innerhalb weniger Sekunden darstellen lassen. Der weitgehende Verzicht auf Text und Sprache reduziert zusätzlich eventuell notwendig werdende Übersetzungskosten.
Der Utility-Film wird nicht nur bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter eingesetzt. Es gibt auch Maschinen, die vielleicht nur einmal im Jahr, also sehr sporadisch, gewartet werden müssen. Auch erfahrene Mitarbeiter der Instandsetzung profitieren in solchen Fällen davon, dass sie auf die filmische Unterstützung zugreifen können. Denn einige Handlungsschritte geraten nach einer Weile doch in Vergessenheit, und meist ist auch keine Zeit vorgesehen, um das Defizit durch Auffrischungsschulungen wieder auszugleichen. Eine zusätzliche Besonderheit des Utility-Films ist, dass er Verzweigungsmöglichkeiten bietet. Soll beispielsweise der Anwender innerhalb des Films entscheiden, ob bestimmte Maschinenelemente ausgetauscht werden müssen, so zeigt ihm der Utility-Film hierfür unterschiedliche Verschleißzustände an. Der Anwender gleicht sie mit den ihm vorliegenden Teilen ab und klickt auf die zugehörige Abbildung. Direkt danach werden ihm die zum Austausch erforderlichen Handlungsschritte gezeigt. Auf die gleiche Weise lassen sich auch komplexe Lösungsbäume in Diagnose- und Wartungsanleitungen darstellen.
Das Prinzip der Verzweigung beruht auf der hier angewandten Hypervideotechnologie. Diese ermöglicht es, im Film an beliebigen Stellen interaktive Verweise zu hinterlegen, die zu anderen Videoclips, Dokumenten und Webseiten führen.
Nicht nur in der Anwendung der Utility- Filme wird Effizienz groß geschrieben, auch die Produktion der Utility-Filme erfolgt mit hoher Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Bei einer herkömmlichen Filmproduktion können bis zu 50 Kameraaufnahmen pro Tag gemacht werden. Beim Utility-Film ist es die achtfache Anzahl, dabei werden 400 Handlungsschritte an einem Tag per Kamera aufgezeichnet. Diese Produktionsmethode erlaubt es, das Wissen über einen Instandsetzungsprozess unmittelbar und de facto in Echtzeit filmisch in Arbeitsschritte des Servicetechnikers umzusetzten.

So erfolgte beispielsweise bei ebm-papst in Mulfingen die Aufzeichnung der Best-practice-Methoden von neun

Verzweigung: So entstehen Lösungsbäume bei Diagnose- und Wartungsanleitungen

Verzweigung: So entstehen Lösungsbäume bei Diagnose- und Wartungsanleitungen

Arbeitsplätzen einer Montageinsel innerhalb eines Tages. Am folgenden Tag wurden die Aufnahmen dann zu einem Utility-Film, mittels der speziell dafür entwickelten Software Riva Producer Enterprise nachbearbeitet und finalisiert. Insgesamt dauerte die Utility-Film-Produktion bei dem Komponentenhersteller nur zwei Arbeitstage.
Die Herstellung eines Utility-Films erfordert hohe Effizienz beim Produzenten, denn er ist Kameramann, Didaktiker und Autor zugleich. Da ohne Drehbuch gearbeitet wird, muss er durch gezielte Fragen das Wissen von Servicemitarbeitern nicht nur verstehen, sondern auch innerhalb von Minuten filmisch umsetzen.
Usability-Tests beim Endanwender beweisen, dass dies nicht einfach ist. So fiel beim Test des Utility-Filmes bei emb-papst eine Aufnahme  auf, in der Stifte in eine Platine gesetzt werden. Was nicht zu sehen war: Diese Stifte müssen bis zu einem definierten Anschlag hineingedrückt werden. Unterlässt der spätere Anwender dies, so muss im schlimmsten Falle die gesamte Platine erneuert werden. Im ersten Test erkannte der Anwender diesen Fehler nicht.
Beim parallelen Einsatztest noch während der Herstellung konnte der Autor jedoch die Aufnahme korrigieren. Solche Korrekturen sind aufgrund des modularen Aufbaus des Films jederzeit ausführbar. Damit erreichen die Utility-Filme eine Lebensdauer von über 15 Jahren, denn Aktualisierungen am Arbeitsvorgang oder an Maschinen lassen sich schnell einarbeiten. Dazu muss der Film nicht komplett neu produziert werden.