Promaintain Octocopter

Octocopter auf Jungfernflug. In weniger als 90 Sekunden war dann die angepeilte Flughöhe von ca. 85 m erreicht.

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Octocopter auf Jungfernflug. In weniger als 90 Sekunden war dann die angepeilte Flughöhe von ca. 85 m erreicht.

Bei wundervollem Herbstwetter startet am 15.10.2014 der Octocopter zu seinem Jungfernflug. Die mit der Entwicklung dieses Fluggerätes beauftragte Firma suchte für es ein geeignetes Referenzobjekt als „Pilotprojekt“. Sie konnte sich dann mit Bayernoil sehr schnell auf den Einsatzbereich einigen. Der Auftrag: Ermittlung des optischen und mechanischen Zustandsbildes der Hochfackeln der Raffinerie in Neustadt. Hauptaugenmerk wurde dabei in erster Linie auf das Brandverhalten der Pilotbrenner an den Fackeln 1 bis 4 gelegt.

Im Vorfeld erstellte die Partnerfirma eigenständig eine Gefährdungsbeurteilung für das Fluggerät und den bevorstehenden Einsatz. Ergänzend zu diesem Dokument wurde vor Flugbeginn noch bei Bayernoil eine interne Risikoanalyse gemeinsam mit dem Betreiber durchgeführt.

Damit war der Weg frei zum Aufbau der Technik für den ersten Flugeinsatz an Fackel 2: Octocopter, Fernbedienung, Laptop für redundante GPS-Kontrolle sowie Monitor für Bildübertragung auf den Boden wurde in Position gebracht. Dann musste noch der voll aufgeladenen Akku eingelegt, die Kamera montiert, der Objektivschutz entfernt sowie über Fernbedienung das Startsignal gegeben werden. Das System ist „ready for lift off“, wenn die beiden rückwärtigen blauen und der vordere rote LED Balken aufleuchten. Nun begannen die 8 Rotoren synchron, sich erst langsam, dann immer schneller zu drehen – bis nur noch ein lautes, hochfrequentes Surren zu vernehmen war. Es folgte der Moment, auf den alle seit Tagen gewartet haben: Die Drohne hob ab und entschwebte ins Azur des herbstlichen Himmels!

In weniger als 90 Sekunden war dann die angepeilte Flughöhe von ca. 85  m erreicht. Aus Sicherheitsgründen hatten die Experten im Vorfeld diesen Respektabstand vereinbart. Dabei hält die eingebaute GPS Steuerung, die permanent auf bis zu 6 Satelliten gleichzeitig zugreift, die Drohne stabil in ihrer Flugposition. Bei dieser Höhe ist sie aber auch vom Boden aus deutlich zu sehen. Dies erleichtert natürlich die Navigation.

Die eingesetzte Technik

Technische Daten von Drohne und Kamera

Technische Daten Drohne

  • Leergewicht: 2.050 g
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 5.000 g
  • Zuladung: 2.950 g
  • Abmaße: 73 x 73 x 36 cm (LxBxH)
  • Antrieb: 8 Brushless Motoren
  • Flugzeit: 14 – 20 Minuten, je nach Ausrüstung (Beladung)
  • Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h
  • Einschränkungen:
    Zulässige Windgeschwindigkeit: 36 km/h
    Wetter: Regen, Nebel, schlechte Sicht
    Sonstige: kein Sichtkontakt

Technische Daten Videokamera

  • Steuerbar vom Boden: Aufnahme „start/stop“, Zoom „in/out“
  • Fotos auslösen (snap shot)
  • Auflösung: Full HD – 1920×1080 50p
  • Zoom: 17-fach, optisch
  • Sonstiges: Aktiver Bildstabilisator

Nach einer kurzen Orientierungsphase nahm der Octocopter nun Kurs auf den Fackelkopf. Dabei wurde der Pilot von der Optischen Anzeige des Kontrollmonitors am Boden unterstützt, um Gegenwind, Flughöhe und sonstige Störquellen permanent im Auge zu behalten.

Der im Stillstand März 2014 erneuerte Fackelkopf zeigte sich in ausgezeichnetem Zustand. Alle Einzelheiten wie Dampfdüsen, Pilotbrenner, Brennerdüsen, und weitere Details waren eindeutig zu erkennen. Dabei konnte die Bildübertragung,

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Erfreuliche Ergebnisse: Pilotbrener voll funktionstüchtig, Flammenkegel eindeutig ersichtlich, alles augenscheinlich in Ordnung.

Bildqualität sowie die Leistungsfähigkeit der Drohne und der eingesetzten Kamera überzeugen. Dasselbe galt für den ruhigen und bedachten Flugstil des Piloten.

Bei einem Abstand von ca. 25 m zum Fackelkopf und mit 17-facher Zoom-Vergrößerung durch die HD-Kamera konnten die ersten Bilder am Kontrollmonitor betrachtet werden.

Die Videokamera zeichnete den gesamten Flug von ca. 15 Minuten – die Akkulaufzeit hätte 20 Minuten erlaubt – auf. An speziellen Positionen wurden auch Einzelbilder aufgenommen.

Von diesem Standort aus war dann auch noch die Fackel 3 / 4 zu inspizieren, um einen zusätzlichen Eindruck über Reichweite und Leistungsvermögen der Drohne zu gewinnen. Auch aus geschätzten 60 m Entfernung war die Qualität der übertragenen Bilder und Video-Sequenzen noch erstaunlich gut.

An diesem ersten Tag war die ursprünglich vorgesehene optische Funktions-Kontrolle der Pilotbrenner nicht umsetzbar. Die starke Sonneneinstrahlung machte es unmöglich, die Flammenkegel zu erkennen. Kurzerhand entschieden sich die am Versuch Beteiligten für einen Dämmerungsflug am nächsten Morgen.

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Erster Flugeinsatz am Fackelkopf der Fackel 2: Abstand ca. 25 m mit 17-fach-Zoom.

Am 16.10.2014 morgens um kurz vor 07:00 Uhr wurde dann die Mission erfolgreich abgeschlossen. Alle 4 Fackeln konnten beflogen werden. Zu allem gab es eindeutige und erfreuliche Ergebnisse: Piloten voll funktionstüchtig, Flammenkegel eindeutig ersichtlich, alles augenscheinlich in Ordnung.

Für Bayernoil und die beauftragte Partnerfirma war dieser Einsatz ein kleiner Meilenstein in der Überwachung von Fackelanlagen. In Zukunft ist es möglich, mit Hilfe dieser Technik, Schäden oder Veränderungen an Fackeln oder sonstigen, schwer zugänglichen in Höhe gelegenen Objekten auch außerhalb von Stillständen festzustellen.

Dies ermöglicht, rechtzeitig die erforderlichen Reparaturmaßnahmen zu planen und einzuleiten sowie Stillstandszeiten zu optimieren.
Thomas Berger, Bernhard König

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