Kühlturmeinbauten

Gesundheitsgefährdung und Senkung des Wirkungsgrades: Kontamination von Kühlturmeinbauten durch Mikroorganismen.

2 Die Energie- und Klimapolitik der EU ist auf die Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 20% bis zum Jahr 2020 ausgerichtet Diese Vorgabe lässt sich mit Verdunstungskühlanlagen wesentlich leichter als mit Luftkühlern umsetzen Daher wird der typische Nasskühlturm auch in der Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Kälte- und Prozesstechnik sein Es gibt allerdings auch einige Probleme bei der Beherrschung dieser Technik, die nun gelöst werden sollen Die Energie- und Klimapolitik der EU ist auf die Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 20% bis zum Jahr 2020 ausgerichtet. Diese Vorgabe lässt sich mit Verdunstungskühlanlagen wesentlich leichter als mit Luftkühlern umsetzen. Daher wird der typische Nasskühlturm auch in der Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Kälte- und Prozesstechnik sein. Es gibt allerdings auch einige Probleme bei der Beherrschung dieser Technik, die nun gelöst werden sollen.

In Auswertung der Legionellenepidemien in Ulm und Warstein hat der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) jetzt eine neue Richtlinie und Vorgaben erarbeitet, die nunmehr für die Betreiber, Planer und Anlagenbauer von offenen Verdunstungskühlanlagen verbindlich sind. So wird vorgeschrieben, dass für bestehende Anlagen nunmehr eine Gefährdungsbeurteilung unter hygienischen Gesichtspunkten zu erstellen ist.

Auf dem ersten Blick erscheint das als ein kompliziertes Verfahren – auf dem zweiten Blick aber als eine durchaus sinnvolle Herangehensweise. Sie bietet nämlich Vorteile, die den Aufwand rechtfertigen: Transparenz, höhere Betriebssicherheit und Einsparmöglichkeiten.

Bei den vergangenen Legionellenausbrüchen bei offenen Verdunstungskühlanlagen gab es keine gesetzliche Handhabe, um gegen die Verursacher vorzugehen. Das wird sich nun ändern. Für Betreiber, die sich in der Vergangenheit mit ihren offenen Kühlanlagen beschäftigt haben, werden jedoch wenig Änderungen anstehen. Für Betreiber, die ihren Kühlturm nur als ein unbekanntes Etwas auf dem Dach kannten, bricht allerdings eine neue Zeit an.

Ziel der neuen Hygienerichtlinie für offene Verdunstungskühltürmen ist es, eine Verdunstungskühlanlage mit möglichst geringem hygienischem Risiko zu betreiben. Der regelmäßigen technischen Instandhaltungs- und Hygienekontrolle kommt ein großer Stellenwert zu. Zu diesen Kontrollen gehören nunmehr etwa die:

  • Gefährdungsbeurteilung (von einer hygienisch fachkundigen Person nach hygienischen Aspekten zu erstellen) mit Risikoanalyse, der Identifikation von Gefährdungen, Betrachtung der Risiken hinsichtlich des potentiellen Schadensausmaßes und Eintrittswahrscheinlichkeit für die Gefährdungen sowie einer Risikobewertung.
  • Priorisierung der Risiken hinsichtlich ihrer potentiellen Auswirkungen auf die hygienische Sicherheit einschließlich einer vollständigen Dokumentation der Verdunstungskühlanlage.

Für die mikrobiologischen Untersuchungen wird eine Wasserprobe entnommen. Die Untersuchungen auf Legionella spp. sowie die allgemeine Koloniezahl sind mindestens alle 3 Monate in einem nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Labor durchzuführen. Die Untersuchung auf Pseudomonas aeruginosa liefert weitere Informationen und wird zusätzlich empfohlen. Bei veränderlichen Umgebungsbedingungen kann ein engeres Untersuchungsintervall, etwa monatlich, sinnvoll sein.

VDI 2047 – Blatt 2

Motivation und Geltungsbereich
Die neue Richtlinie: VDI 2047 Blatt 2 Rückkühlwerke – Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI-Kühlturmregeln) des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) regelt seit Beginn 2015 den hygienegerechten Betrieb von Verdunstungskühlanlagen.
Statistiken aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass viele Anlagen der Mikrobiologie, zum Beispiel Legionellen, einen reichen Nährboden bieten und damit die menschliche Gesundheit stark gefährden können. In Warstein erkrankten im Jahr 2013 rund 170 Menschen schwer – drei von ihnen starben. Die Behörden sprachen eine mehrwöchige Reisewarnung für die Stadt aus.
Die VDI 2047 – Blatt 2 gilt für Verdunstungskühlanlagen und –apparate, bei denen Wasser verrieselt oder versprüht wird oder anderweitig in Kontakt mit der Atmosphäre kommen kann. Dabei ist es unerheblich, ob das Kühlwasser als Kühlmedium im Prozess direkt eingesetzt wird oder die Prozesswärme über Wärmeüberträger aus einem Primärkühlkreislauf auf einen Wasserkühlkreislauf übertragen wird.
www.vdi.de/2047-2

Anlagen die nur zeitweise betrieben werden, wie adiabate Kühler oder solche mit prozessbedingten Unterbrechungen müssen bereits nach 7 Tagen der Betriebsunterbrechung einer abgestimmten Inbetriebnahme unterzogen werden.

Von großer Bedeutung sind die passende Wasserqualität, die richtige Wasserbehandlung, Filtertechnik, Dosiertechnik und das Vorhandensein der notwendigen Mess- und Regeltechnik. Die kompetente Abstimmung dieser Faktoren ist entscheidend für einen problemlosen Betrieb solcher Kühlsysteme. Die enge Abstimmung zwischen Planer, Anlagenbauer, Wasserfachmann und Betreiber ist die Basis für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten mit offenen Verdunstungskühltürmen, in denen Wasser versprüht oder verrieselt wird.

Die VDI 2047 B. 2 empfiehlt, dass die Betreiber von betroffenen Kühltürmen sich die fachliche Kompetenz aneignen um die aktuelle Situation ihres Systems einschätzen zu können. Schulungen sind dafür eine gute Möglichkeit. Neben den entsprechenden VDI 2047-Schulungen gibt es verschiedene Veranstaltungen, die dieses umfangreiche Thema der Kühlwasserhygiene beleuchten. Auch die Schweitzer-Chemie bietet als VDI-Schulungspartner VDI 2047 Blatt 2 Schulungen an, mit Originalrichtlinie VDI 2047-2 und VDI 4250-2 im Entwurf.

Kontakt:
Schweitzer-Chemie GmbH
Tel.: 07141 688810
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